TRegionale Sparkassen: Zwischen Gönnertum und Sparzwang
Das Sparkassen-Logo steht vor allem für Regionalität. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Sie stecken mitten in der digitalen Transformation: Das Geschäft der Sparkassen ist nicht leichter geworden. Ihre Zukunftspläne sind ein Drahtseilakt.
Stade. Im Landkreis Stade wirken gleich drei Sparkassen: die Kreissparkasse, die Sparkasse Stade-Altes Land und die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Sie alle sind der Region verpflichtet, weil die Kommunen in ihrem Geschäftsgebiet als Gewährsträger auftreten. Ihr Risiko ist also gut abgepuffert, was sie von anderen Geldinstituten unterscheidet.
Ohne Spenden der Geldhäuser läuft nicht mehr viel
Vorteil dieses Modells: Das Geld bleibt in der Region, so wie bei den Volksbanken. Ohne die Spenden dieser Kreditinstitute könnten viele Vereine kaum mehr wirtschaften, die in Sachen Sport, Soziales oder Kultur unterwegs sind. Die Unterstützung der lokalen Aktivposten gehört zur DNA der Sparkassen. Mit Spendenübergaben zeigen sich die Gönner denn auch gerne.
Zum Erbgut gehört aber auch eine gute flächendeckende Versorgung, ein Angebot, dass alle Bevölkerungsschichten anspricht und alle Altersgruppen mitnimmt. Dass der digitale Vormarsch weitergehen wird, ist allen klar. Dennoch dürfen die Sparkassen ihre Präsenz gerade auf dem Lande nicht vernachlässigen.
Filialschließungen schwächen ländlichen Raum
Jede Filialschließung schwächt den ländlichen Raum, verstärkt das Stadt-Land-Gefälle und macht Dörfer als Wohnsitz unattraktiver. Der Weg zwischen verbrauchernaher Versorgung und wirtschaftlicher Verantwortung führt über einen schmalen Grat. Die Kreissparkasse scheint das ausgewogen umzusetzen.
Wichtig ist auch eine ehrliche Kommunikation. PR-Geschwurbel „über ein verbessertes Kundenerlebnis“ oder ein „optimiertes Serviceangebot“, wie es in der Mitteilung der Kreissparkasse steht, macht da eher skeptisch, als ob die wahren Gründe verdeckt werden sollen. Die Verantwortlichen müssen Farbe bekennen. Letztlich geht es auch hier ums liebe Geld.
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