Kommunalwahl

TSchlagabtausch der Drochterser Kandidaten: Das sagen Eckhoff und Sieg

Auf dem Podium: Mike Eckhoff (links) und Sebastian Sieg (rechts).

Auf dem Podium: Mike Eckhoff (links) und Sebastian Sieg (rechts). Foto: Wertgen

Zwei Bürgermeisterkandidaten treten in Drochtersen bei der Kommunalwahl an. Die Elbmarschenschule bat Mike Eckhoff und Sebastian Sieg (AfD) zum Rededuell.

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Von Grit Klempow
07.07.2026, 17:55 Uhr

Drochtersen. Unerwartete Unterstützung bekam Drochtersens Bürgermeister Mike Eckhoff schon vor Beginn des Rededuells von der Seitenlinie. Auch die FWG unterstützt ihn nun offiziell. Fraktionschef Cornelius van Lessen machte Wahlwerbung für ihn: „Ich empfehle Ihnen, Mike Eckhoff zu wählen.“ Applaus aus dem Publikum. Das Moderatorenteam aus der Schülerschaft fragt zum Beispiel:

Warum treten Sie als Bürgermeisterkandidat an?

Mike Eckhoff (49) ist seit 2015 Bürgermeister und wird von SPD und CDU und jetzt auch FWG unterstützt. Seine Themen: Wohnen, Entwicklung neuer Baugebiete und Ansiedlung von Gewerbe. Auch die Modernisierung der Gemeindegebäude - die Elbmarschenschule, die Grundschulen Dornbusch und Assel, der Neubau der Grundschule Drochtersen, acht Kindergärten und sechs Feuerwehrgerätehäuser - und deren zukunftssichere Wärmeversorgung sieht er als künftige Aufgaben.

Mike Eckhoff kandidiert für eine dritte Amtsperiode als Bürgermeister von Drochtersen.

Mike Eckhoff kandidiert für eine dritte Amtsperiode als Bürgermeister von Drochtersen. Foto: Klempow

Sebastian Sieg (41). Der ledige Industriemeister der Chemie tritt für die umstrittene AfD an. Bei der Bundestagswahl habe die AfD in Drochtersen und Nordkehdingen ein Ergebnis über dem Bundesdurchschnitt erzielt. „Ich erwarte einen sehr großen Zuspruch, und diesen Zuwachs will ich vertreten.“

Die Demokratie habe in Drochtersen stark gelitten, klagt Sieg, „ich musste vor das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ziehen, um mein Recht einzuklagen“, bezieht er sich auf die juristische Auseinandersetzung um die Nutzung des Bürgerhauses. Konkrete Themen benennt er nicht.

Wie wichtig ist die Schulform der Elbmarschenschule als Gesamtschule (KGS)?

Eckhoff: „Die Durchlässigkeit macht die KGS attraktiv.“ Die Flexibilität sei ein Vorteil für die Schüler. Die Gemeinde als Schulträger müsse bei der Digitalisierung durch technische Ausstattung unterstützen. „Die Entwicklung geht immer weiter.“ Auch an der Gebäudesubstanz sei weiter etwas zu tun. Geschafft seien der Mensa-Anbau oder der Umbau des Penny-Marktes zum Schulgebäude.

Das Konzept gefalle ihm sehr gut, sagt Sieg. Die Entwicklung gehe in Richtung bessere Qualifizierung, auch durch Digitalisierung und KI. „Ich glaube, dass wir produktiv, erfolgreich ins Berufsleben starten können und dass ihr dann ein schönes, gesundes und im Fernziel unabhängiges Leben führen könnt.“

Wie würde ein Aufstieg von D/A das Leben in Drochtersen verändern?

Er müsse sich outen, sagt Sebastian Sieg, „ich bin absolut kein Fußballfan und kenne mich nicht aus.“ Im Publikum sorgt das für Wispern. Hatte er doch zuvor auf die Frage Werder oder HSV beinah enthusiastisch „Nur der HSV“ gerufen. Er finde es sehr gut, sagt Sieg, dass D/A den Erfolg über die letzten Jahre geschafft habe. Für die Gemeinde sei das ein Zugewinn, sie könne dadurch Einnahmen generieren.

Sebastian Sieg will die AfD-Wähler repräsentieren.

Sebastian Sieg will die AfD-Wähler repräsentieren. Foto: Wertgen

Mike Eckhoff differenziert: „Ein Drittliga-Aufstieg für unsere Gemeindegröße ist natürlich eine große Herausforderung.“ Die Lage des Kehdinger Stadions sei eine davon. Die Gemeinde habe als Eigentümerin der Anlagen einen regelmäßigen Austausch mit dem Verein, auch mit dem Landkreis als Genehmigungsbehörde.

Ein Aufstieg sei eine Chance und eine Besonderheit. Die Gemeinde habe aber sowohl die Belange der Anwohner als auch die des Vereins zu berücksichtigen und müsse als Interessensvertreter aller die Ausgewogenheit beachten. Der Verkehr werde ein großes Thema bei den Planungen sein.

Was tun Sie dafür, dass Jugendliche in Drochtersen bleiben?

Sieg: „Attraktiv wird es dann, wenn die Abgabenlast und die Lebensbedingungen vor Ort so sind, dass sie bleiben.“ Es gehe um den Wirtschaftsstandort, Arbeitsplätze und die Infrastruktur, zum Beispiel die Autobahn. Natur- und Umweltschutz kämen dazu. „Das ist mannigfaltig.“

„Wir haben ein gutes Miteinander, das lässt sich nicht irgendwie erkaufen oder planen“, sagt Eckhoff. Die Stärkung des Vereinslebens und der Kultur gehöre deshalb zum Leitbild. Neben attraktiven Arbeitsplätzen und Wohnqualität, Ärzteversorgung und guter Kinderbetreuung gehöre all das zum Gesamtpaket, „um den jungen Menschen hier einen Wohlfühlort“ zu schaffen.

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