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Mint-Projekttag

TSo lernen Grundschüler in Kutenholz am Tablet zu programmieren

Mint-Koordinatorin Daniela Bielke und Klassenlehrerin Lisanne Wilke schauen Taija und Madlen interessiert über die Schulter.

Mint-Koordinatorin Daniela Bielke und Klassenlehrerin Lisanne Wilke schauen Taija und Madlen interessiert über die Schulter. Foto: Felsch

„Toll, ein ganzer Tag am Tablet“ - die Viertklässler der Grundschule Kutenholz strahlen, als ihnen Mädchen aus der Mint-Gruppe Fredenbeck das Programmieren beibringen.

Von Franziska Felsch Montag, 02.03.2026, 12:50 Uhr

Kutenholz. Der Wahlpflichtkurs (WPK) „MINT für Mädchen“ aus dem 7. Jahrgang der Geestlandschule Fredenbeck hat einen Projekttag ausgearbeitet, mit dem sie in der 4a auf große Begeisterung stoßen.

Eine Unterwasserwelt auf dem Tablet

In dem praxisnahen Unterricht vermitteln die Mädchen den jüngeren Schülerinnen und Schülern erste Grundlagen mit Scratch. Unterstützt werden sie von Daniela Bielke, der MINT-Koordinatorin der Geestlandschule.

Die Zehnjährigen lernen, ihren eigenen Namen und ein Spiel zu programmieren. Die Ergebnisse stellen sie anschließend der Klasse vor.

Bindi (rechts) hilft Taja bei der Programmierung.

Bindi (rechts) hilft Taja bei der Programmierung. Foto: Felsch

War der eigene Name noch relativ einfach zu schaffen, stellt das Fang-Spiel Scratch schon eine etwas größere Herausforderung dar. Es geht um eine fiktive Unterwasserwelt, in der einzelne Figuren schwimmen.

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Mit Hilfe von Gebrauchsanweisungen auf dem Papier, die jeden einzelnen Schritt ausführlich erläutern, machen sich die jungen Programmierer ans Werk. „Das funktioniert wie bei Lego mit Bausteinen, die entsprechend eingesetzt werden,“ erklärt Daniela Bielke.

Lehrerin ist fasziniert von ihrer Klasse

Konzentriert blickt Madlen auf ihren Bildschirm und flucht leise, ihre Meerjungfrau erscheint plötzlich in grün. „Weiß auch nicht, wie das passiert ist, eben sah sie doch noch ganz anders aus“, wundert sie sich und wendet sich an ihre Freundin Taja. Die verweist auf den Zettel, der auf dem Schreibpult liegt: „Schau auf Seite eins“, sagt sie und widmet sich wieder ihrem eigenen Spiel.

Klassenlehrerin Lisanne Wilke ist fasziniert, wie schnell die Schüler Danil und Claas die Aufgabe begreifen.

Klassenlehrerin Lisanne Wilke ist fasziniert, wie schnell die Schüler Danil und Claas die Aufgabe begreifen. Foto: Felsch

Madlen versucht es erneut: „Ich habe das ja noch nie gemacht, ich stell‘ das einfach mal irgendwie rein.“ Bindi Ruggaber, eine von den neun Mint-Coaches heute, hilft dem Mädchen, das Dilemma zu beseitigen.

Taja baut sich ihr eigenes Geburtstagsgeschenk

Taja, die heute Geburtstag hat, ist bereits fertig und zeigt stolz ihr Werk herum. „Super“, lobt Bindi, die immer da ist, wenn jemand nicht weiter weiß. Denn nicht jedes der Kids ist mit Handy oder Computer vertraut. So wie Daniel und Claas.

Sie erzählen, dass sie am Wochenende für einige Zeit am PC sitzen oder sich mit der Playstation beschäftigen dürfen, aber das, was sie heute machen, sei noch mal was anderes. Die beiden Jungs arbeiten hochkonzentriert und wollen von Bindi wissen, wie sie die Dauer von 20 Sekunden einstellen können.

Linus (rechts) und Milan haben Spaß am Spiel.

Linus (rechts) und Milan haben Spaß am Spiel. Foto: Felsch

Die Dreizehnjährige aus der Geestlandschule Fredenbeck tippt mit dem Finger an den Rand zu einem Baustein und es klappt. „Die sind ja wirklich total motiviert“, Klassenlehrerin Lisanne Wilke ist fasziniert, wie ihre Schülerinnen und Schüler sich in die Aufgabe hineinknien, die ihnen die „MINT“- Mädchen am Anfang der Stunde ausführlich erklärt haben und die sie jetzt weitgehend selbstständig lösen.

Haifisch fletscht die Zähne, Krake fängt Krabbe

Nur ab und an gibt es kleine Schwierigkeiten, wie bei Linus: „Ich habe ein Problem, die Krabbe bewegt sich, aber nicht der Hai.“ Neben ihm probiert Milan aus, wie er den Hintergrundsound reinnehmen kann.

Die Mint-Schülerinnen der Geestland-Schule erklären die Vorgehensweise.

Die Mint-Schülerinnen der Geestland-Schule erklären die Vorgehensweise. Foto: Felsch

Auch hier wird schnell geholfen, so dass der Haifisch mit den Fletschzähnen sich zur Musik durchs Bild bewegt, während der Krake versucht, die Krabbe zu fangen. „Den Taucher habe ich nur zur Verwirrung mit reingesetzt“, erklärt Milan seine Idee. „Wenn man den Shark versehentlich berührt, gibt es Punktabzug“, fügt der Zehnjährige hinzu und freut sich, dass er es geschafft hat.

Nach 60 Minuten Sitzen, springen alle auf: Wie nach jeder Stunde ist jetzt ein Bewegungsspiel an der Reihe. „Das erhöht die Konzentration“, so Klassenlehrerin Lisanne Wilke. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig.

Niemand, der sich langweilt, niemand, dem es offenbar nicht gefällt. Der „MINT“-Projekttag der engagierten Schülerinnen der Geestlandschule ist zweifelsohne ein Erfolg.

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