TSo überleben die Igel: Experten aus Himmelpforten geben Tipps
Seit drei Jahren helfen die Himmelpfortener den bedrohten Igeln. Foto: Helfferich
Das empfehlen Sonja und Hotte Bayer von der Igelhilfe Himmelpforten im Umgang mit jungen und womöglich unterernährten Igeln.
Himmelpforten. Igel sind vom Aussterben bedroht. Deshalb sollten Menschen im Umgang mit den Tieren Folgendes beachten:
• Die Finder sollten stachelfeste Handschuhe anziehen und den Igel in einem Karton sichern und bei der Igelhilfe oder dem nächsten Tierarzt anrufen. Hilfreich sei, wenn das Igelbaby zunächst gewogen und das Geschlecht festgestellt wird. Für Letzteres sollte man den Igel in eine Glasschale setzen und sich von unten die Bauchseite anschauen.
• Igel fressen etwa 200 Gramm pro Tag. Auf ihrem Speiseplan stehen Käfer, Maden, Spinnen, Asseln und Engerlinge. Aber ab Temperaturen unter 8 Grad finden Igel nichts mehr zu fressen. Da müsse ihnen zugefüttert werden; am besten in einem geschützten Igelfutterhaus mit Rattenklappen.
• Wenn Igel in den Winterschlaf gehen, kühlen sie innerhalb von zehn Tagen auf acht Grad ab und atmen nur noch vier bis fünf Mal pro Minute. „Viele denken dann, das Tier sei tot“, so Sonja Bayer. Doch man sollte es zunächst in Ruhe lassen; etwas zudecken und weiter beobachten. Es sollte vermieden werden, das Tier aufzuwecken, weil es dann wieder zehn Tage benötige, um seine Temperatur wieder hochzufahren“, erklärt Sonja Bayer. Ein kräftezehrender Prozess.
Praktische Tipps zur Igelhilfe vom Landkreis Stade
- Beim Aufräumen des Gartens keinen Laubsauger einsetzen.
- Naturnahe Gärten mit einheimischen Pflanzen schaffen.
- Durch Pflanzung von Hecken und Gebüschen Versteckmöglichkeiten und Überwinterungsplätze schaffen.
- Anlegen von Kompost-, Reisig- oder Holzhaufen.
- Wer Herbstlaub unter Sträuchern liegen lässt, hilft dem Igel, Nahrung in Form von Insekten und Würmern zu finden.
- Verzicht auf giftige Spritzmittel und auf Schneckenkorn. Beides birgt große Gefahr für die Igel.
- Durchlässe zu Nachbargärten offen halten.
- Gefahrenstellen, wie unvergitterte Kellerschächte und Gruben abdecken und Gartenteiche mit Flachwasserzonen anlegen.
- Vorsichtig beim Mähen, Aufräumen und Rodungsarbeiten: In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden.
- Für frisches Trinkwasser in einer Tränke sorgen.
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