TStader Feuerwehrsportler bezwingen 770 Stufen in voller Montur
Startbereit in Berlin vor dem Park Inn Hotel und 700 Treppenstufen: Nadja Boesler und Frank Ewald. Foto: Mayer
Ein Lauf über 39 Stockwerke - und das nicht in Turnschuhen, sondern in Feuerwehrstiefeln. Der Treppenlauf der Berliner Feuerwehr hat es in sich. Warum tun sie sich das an?
Landkreis. In voller Montur, mit Atemschutzmaske und Sauerstoffflasche auf dem Rücken in ein Hochhaus zu rennen - nur, um zu laufen. Immer höher. Bis in die 39. Etage. 770 Stufen. Das machen Menschen auf der Suche nach Herausforderung - und „die einen kleinen Riss im Keks haben“, sagt Frank Ewald selbstironisch. Er war dabei, beim Treppenlauf der Berliner Feuerwehr.
Als Mix-Team GeestFighters II traten Ewald und Nadja Boesler von der Feuerwehr Fredenbeck an. Lars Mayer (Feuerwehr Helmste) und Lukas Zädow (Feuerwehr Fredenbeck) bildeten das Team GeestFighters I.
800 Treppenläufer aus elf Nationen
Die vier aus dem Landkreis Stade reihten sich ein in 800 Treppenläuferinnen und -läufer aus elf Nationen. Allesamt aus den Reihen der Feuerwehren, Freiwillige und Profis.

Es kann losgehen: Lukas Zädow (links) und Lars Mayer in ihrer Einsatzkleidung mit Helm und Atemschutzmaske vor dem Hotel in Berlin. Foto: privat
Frank Ewald ist Feuerwehrmann in Düdenbüttel. Zusammen mit Nadja Boesler ging er die 770 Stufen und 110 Höhenmeter an. Für ihn war der Treppenlauf eine Premiere. „Für mich war das super spannend. Die Frage, schaffe ich das?“
Herausforderung aus Leidenschaft
„Wenn man das einmal geschafft hat, will man immer mehr erreichen“, sagt Nadja Boesler. Die Begeisterung ist ihr anzuhören. Sie startet seit drei Jahren bei Wettbewerben, die Feuerwehrleuten alles abverlangen und sie anspornen. „Total klasse“, sagt die Fredenbecker Feuerwehrfrau, „das bringt so viel Spaß!“
Zum 14. Mal hatte die Berliner Feuerwehr zum Stairrun eingeladen. Das Park Inn Hotel am Alexanderplatz ragt hoch hinaus. Wer hier als Feuerwehr-Aktiver mitmacht, der hat seine körperliche Fitness nachgewiesen - ohne eine gültige Tauglichkeitsuntersuchung darf er gar nicht erst starten. Denn die Belastung ist für Atemschutzgeräteträger hoch.
Ausrüstung wiegt 30 Kilogramm
In Top-Laufschuhen und Shirt 39 Etagen hochzulaufen ist schon nicht ohne - aber die Distanz in Einsatzstiefeln, mit Feuerwehrschutzkleidung, mit Helm und angeschlossener Sauerstofflasche anzugehen, dürfte sportlich der größere Anspruch sein. Etwa 25 bis 30 Kilogramm Gewicht kommen durch diese Ausrüstung noch oben drauf.

Oben angekommen: Nadja Boesler drückt den Buzzer, hinter ihr Frank Ewald. Foto: Ewald
Der Wettbewerb soll widerspiegeln, welchen Herausforderungen Einsatzkräfte, zum Beispiel bei Brandeinsätzen in Gebäuden, gegenüberstehen. Beim Treppenlauf zählen Kraft, Ausdauer, aber auch Technik, Durchhaltevermögen und Teamgeist.
Sieger-Team aus Polen
Eine Aufgabe, die das Sieger-Team aus Polen in weit unter sechs Minuten schaffte. Lars Meyer und Lukas Zädow landeten nach rund 13 Minuten in der Gesamtwertung auf Platz 297, Nadja Boesler und Frank Ewald brauchten knapp 17 Minuten - am Ende Platz 344.

Stolz: Lars Mayer (links) und Lukas Zädow. Foto: privat
Wichtig ist die Platzierung nicht. Für Lars Mayer, der auch Berufsfeuerwehrmann ist, zählen die persönliche Stärke und die Gewissheit, „ich bin fit genug, um andere rauszuholen“. Er startet schon seit 2021 bei Feuerwehrwettbewerben, die sportliche Höchstleistungen von den Teilnehmenden fordern - immer mit Bezug darauf, was im Ernst- und Einsatzfall passieren kann.
Klitschnass geschwitzt auf dem Hoteldach
Frank Ewald genoss vor allem das Miteinander der Nationen. „Klitschnass bis auf die Knochen“ kam er oben an. Das gehört dazu, so Lars Mayer. Schließlich ist die Einsatzkleidung dafür gemacht, Hitze abzuhalten und nicht abzugeben. „Das sind schon mal locker vier Liter, die man ausschwitzt“, ist seine Erfahrung.

Frank Ewald nach 700 Stufen unter Atemschutz - erschöpft, aber ein Lächeln im Gesicht. Foto: fabi_Fotografie112
Oben angekommen wurden alle Finisher des Treppenlaufs umsorgt. Das Helferteam nimmt den Helm ab, öffnet die Jacke, reicht Getränke an - und hängt Medaillen um.
Er habe den Lauf besser weggesteckt als erwartet, sagt Frank Ewald. Nur ein paar blaue Flecken blieben vom Druck der Sauerstoffflaschen. Und er würde es wieder tun: „Es war cool, an die Grenzen zu gehen.“

Eine Helferin hängt Nadja Boesler die Medaille im Ziel um, hinter ihr Frank Ewald. Foto: Veranstalter
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