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Winterwetter

TStreusalz wird mancherorts knapp – auch im Landkreis Stade?

Blick in das Streusalzlager in Drochtersen.

Das Salzlager in Drochtersen war zu Beginn der Saison mit 800 Tonnen befüllt (Archivbild). Foto: Stehr

Der Winter hat den Norden weiterhin im Griff. Die Folge: In einigen Regionen geht das Streusalz zur Neige, der Winterdienst wird eingeschränkt. So ist die Lage im Kreis Stade.

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Von Janine Vonderbank
Samstag, 31.01.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Erst bescherte Sturmtief „Elli“ dem Kreis Stade starke Schneefälle. Nach ein paar Tagen mit Tauwetter und zweistelligen Temperaturen fiel erneut reichlich Schnee, der bis heute liegen geblieben ist.

Das sorgt dafür, dass der Winterdienst viel zu tun hat – und das Streusalz weniger wird. Mancherorts in Niedersachsen, unter anderem im Landkreis Emsland und im Landkreis Osnabrück, wurde der Winterdienst aufgrund von Salz-Engpässen bereits eingeschränkt.

Streusalz: So viel lagert derzeit in Drochtersen und Bliedersdorf

Droht das auch im Kreis Stade? „Die Streusalzversorgung ist derzeit gesichert“, sagt Landkreis-Sprecher Daniel Beneke dem TAGEBLATT auf Nachfrage. „Eine akute Knappheit besteht aktuell nicht; die Lager sind ausreichend befüllt, um den laufenden Winterdienst sicherzustellen“, so Beneke.

Die beiden Streusalzlager des Landkreises befinden sich an den Standorten der Kreisstraßenmeistereien Bliedersdorf und Drochtersen. Insgesamt fassen sie 1.600 Tonnen Auftausalz.

In Drochtersen sind nach Angaben des Sprechers derzeit 350 Tonnen Streusalz vorrätig sowie 60 Tonnen Lauge; 104 Tonnen Salz seien bestellt worden.

In Bliedersdorf stünden grundsätzlich 800 Tonnen Auftausalz zur Verfügung. 416 Tonnen seien bereits geliefert worden; weitere 200 Tonnen seien für nächste Woche angekündigt. In Bliedersdorf wird die Lauge selbst gemischt.

Beneke: „Die Vorräte werden fortlaufend kontrolliert und bei Bedarf ergänzt.“ Wann es an der Zeit für eine Nachbestellung ist, sei lageabhängig. Einen „starren Richtwert“ gebe es nicht.

Wie kommt der Kreis Stade an das Streusalz?

Wie kommt der Landkreis überhaupt an das Streusalz? Wie Beneke erklärt, hat der Landkreis einen Rahmenvertrag mit dem Salzlieferanten und -produzenten Deutscher-Straßendienst GmbH (DSD). Das Unternehmen mit Sitz in Kassel betreibt bundesweit drei Salzbergwerke in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und beliefert beispielsweise Kommunen und Autobahnstraßenmeistereien in ganz Deutschland und teilweise im europäischen Ausland, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Norddeutschland sei ein Hauptabsatzgebiet.

Über den Vertrag könne laut Beneke bei der DSD regelmäßig und bei Bedarf Streusalz bestellt werden. Darin sei geregelt, dass eine Lieferung „innerhalb von 48 Stunden angeboten wird“.

Das klappt nicht immer. „Beim letzten starken Schneefall kam es niedersachsenweit zu Lieferausfällen, da die Speditionen witterungsbedingt nicht fahren konnten – ein Ausnahmefall“, sagt Beneke.

Salznachfrage so hoch wie seit Jahren nicht

Hinzu kommt: Die Nachfrage nach Auftausalz ist deutschlandweit deutlich gestiegen, sodass die Salzlieferanten kaum hinterher kommen. Bei der DSD sei im Januar so viel Salz nachgefragt worden wie seit zehn Jahren nicht. Das hat Folgen: Es komme zu längeren Lieferzeiten; teilweise könnten nur Teilmengen geliefert werden.

Auch der Salzlieferant Brüning Group aus Bremen stellt nach intensiven Einsätzen der Winterdienste eine deutlich erhöhte Nachfrage fest. In der laufenden Wintersaison liege die ausgelieferte Menge nach dpa-Informationen deutlich über dem Vorjahresniveau – und zwar bei mehr als 100 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Saison.

Nach Ende der Winterdienstsaison Mitte April werden die Lager in Bliedersdorf und Drochtersen wieder komplett aufgefüllt. Bis dahin muss der Winterdienst womöglich noch das eine oder andere Mal ausrücken.

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