TTod macht traurig: Bei der Hospiz-Gruppe Stade finden Betroffene Hilfe
Annemarie Thieme (links) und Jutta Wagener von der Hospiz-Gruppe Stade sind ausgebildete Trauerbegleiterinnen. Foto: Stehr
Wie gehe ich am besten mit Trauernden um und wie werden Trauernde nach dem Tod eines geliebten Menschen unterstützt? Zwei Trauerbegleiterinnen geben Antworten.
Wie und wann geht die Trauer wieder weg?
Diese Frage bekommen die ausgebildeten Trauerbegleiterinnen Annemarie Thieme und Jutta Wagener von der Hospiz-Gruppe Stade e.V. häufig gestellt. Eine konkrete Antwort können die Ehrenamtlichen nicht geben. Jeder Mensch trauert anders. Trauer verändert sich aber mit der Zeit und wird erträglicher.
Was hilft Trauernden am meisten?
Reden, reden, reden. Trauer lässt sich am besten bewältigen, wenn die Betroffenen darüber sprechen und alle Gefühle zulassen. Man darf auch wütend sein auf den verstorbenen Partner, weil man nun plötzlich alleine ist und sich neu zurechtfinden muss.
Aktiv zu sein, zum Beispiel im Sport- oder Gesangsverein, kann ebenfalls helfen. Trauernde könnten auch etwas tun, auf das sie schon immer Lust hatten oder mit Freunden, Familienangehörigen oder Bekannten etwas unternehmen oder verreisen.
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Bei bevorstehenden Feiertagen kann es helfen, sich vorher zu überlegen, wie man den Tag verbringen möchte - gemeinsam mit anderen oder vielleicht ganz alleine mit einem Picknick am Grab. Das muss jeder für sich herausfinden.
Wie gehe ich am besten mit Trauernden um?
Wer beruflich oder privat mit Trauernden konfrontiert ist, sollte sich normal verhalten und einfach zugewandt sein. Auf jeden Fall sollte man Trauernde nicht absichtlich meiden, aus Angst sich falsch zu verhalten. Auch hier gilt: Jeder Mensch ist anders. Am besten intuitiv handeln. Es gibt kein Patentrezept.
Was kann ich für Trauernde tun?
Schon mit kleinen Gesten kann man Trauernden helfen. Ein nettes Lächeln, ein gemeinsamer Spaziergang oder ein Gespräch über ein schönes Thema kann Anspannung lösen. Wenn man in einer entsprechenden Beziehung zur trauernden Person steht oder in der Nachbarschaft wohnt, kann man auch konkrete Hilfe anbieten. Zum Beispiel beim Rasenmähen oder anderen Dingen, die in Haus und Garten anfallen. Viele Trauernde haben Probleme, um Hilfe zu bitten.
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Man sollte Trauernden außerdem zuhören, wenn sie über ihren Verlust sprechen wollen. Auch wenn sie sich immer wiederholen. Wer das als Angehöriger nicht aushält, kann die Betroffenen an den Trauergesprächskreis der Hospiz-Gruppe verweisen.
Was passiert im Trauergesprächskreis?
Der Trauergesprächskreis besteht aus sechs bis acht Personen unterschiedlichen Alters und wird von zwei ausgebildeten Trauerbegleiterinnen geleitet. Die Gruppe startet gemeinsam und trifft sich achtmal. Die Teilnehmer erzählen dabei von sich und ihrem Verlust, erinnern sich gemeinsam, tauschen sich aus und setzen sich mit dem Verlust auseinander.
Für viele ist das zunächst so schmerzhaft, dass sie am liebsten nicht weitermachen wollen. Die Trauerbegleiterinnen haben aber die Erfahrung gemacht, dass am Ende alle eine Art von Erleichterung erleben. Häufig entstehen auch feste Freundschaften innerhalb der Gruppe. Viele treffen sich weiterhin, helfen sich gegenseitig und verreisen sogar zusammen.
Gibt es weitere Angebote für Trauernde?
Die Hospiz-Gruppe Stade bietet neben dem Trauergesprächskreis auch Trauerspaziergänge mit ausgebildeten Trauerbegleiterinnen an. Zudem gibt es Herzlicht - ein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche. Eine speziell ausgebildete Trauerbegleiterin berät auch Eltern und pädagogische Fachkräfte im Umgang mit trauernden Kindern und Jugendlichen. Alle Angebote der Hospiz-Gruppe sind kostenlos.
Wie nehme ich Kontakt zur Hospiz-Gruppe auf?
Die Hospiz-Gruppe Stade e.V. mit Sitz in der Bremervörder Straße 99 (am Elbe Klinikum Stade) ist telefonisch unter 04141/780010 oder per Mail an info@hospiz-gruppe-stade.de erreichbar.
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