Triathlon

TVom Altstadtlauf bis nach Hawaii: Buxtehuderin startet beim Ironman

Beim Ironman in Hamburg qualifizierte Louisa Pranger sich für Hawaii.

Beim Ironman in Hamburg qualifizierte Louisa Pranger sich für Hawaii. Foto: privat

Erst 2023 entdeckte Louisa Pranger den Ausdauersport für sich. Nun startet die 28-Jährige aus Buxtehude beim Ironman auf Hawaii. Wie hat sie das geschafft?

Von Rasmus Ott 15.07.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Vor einem Jahr saß Louisa Pranger noch vor dem Fernseher und verfolgte gebannt den Ironman auf Hawaii - den prestigeträchtigsten Triathlon der Welt. Dass sie nur ein Jahr später selbst an der Startlinie stehen würde, erschien damals unvorstellbar.

Louisa Pranger zeigt stolz ihr Hawaii-Ticket.

Louisa Pranger zeigt stolz ihr Hawaii-Ticket. Foto: privat

Jetzt bereitet sich die 28-Jährige genau darauf vor. „Es hat sich angefühlt wie ein Traum“, sagt sie und lächelt, als sie an den Moment nach dem Ironman in Hamburg zurückdenkt. Mit dem vierten Platz in ihrer Altersklasse hatte sie nicht gerechnet – und noch weniger mit dem Qualifikationsticket für Hawaii.

Auf der Suche nach der nächsten Herausforderung

Leistungssport spielte lange Zeit keine Rolle im Leben der gebürtigen Oldenburgerin, die seit drei Jahren in Buxtehude lebt. Bis zum Abitur ritt sie, danach ging sie gelegentlich joggen.

Den entscheidenden Anstoß gab der Buxtehuder Altstadtlauf 2023. Gemeinsam mit ihren Freundinnen meldete sich Pranger für den Lauf an. Obwohl sie zuvor höchstens 15 Kilometer gelaufen war, erreichte sie das Ziel, einen Halbmarathon zu laufen. Ein Jahr später, folgte der erste Marathon.

Doch auch das reichte Pranger nicht. „Ich brauche etwas, wovor ich Angst habe.“ Laufen habe sie nie ganz erfüllt.

Beim Marathon wurde die müde Louisa Pranger von den Zuschauern gepusht.

Beim Marathon wurde die müde Louisa Pranger von den Zuschauern gepusht. Foto: privat

Die nächste Herausforderung war schnell gefunden: Triathlon und ein Ironman. Dabei konnte Pranger weder kraueln, noch besaß sie ein Rennrad.

Durch die Triathlonabteilung des Buxtehuder SV fand sie dabei die nötige Unterstützung. Ihr erster Wettkampf war der vom BSV organisierte Triathlon über die Volksdistanz im Alten Land 2025 (500 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen).

Gemeinsam mit Trainer Peter Uhl bereitete sie sich dann acht Monate lang auf ihren ersten Ironman vor - 3,8 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,2 km Laufen. „Irgendwann hatte ich ein Urvertrauen in meinen Trainer“, sagt Pranger.

Man braucht viel Disziplin und gute Organisation

Pranger beschreibt sich selbst als ehrgeizig, diszipliniert und dickköpfig. Eigenschaften, die ihren Alltag prägen. Sie arbeitet als Intensivkrankenschwester auf Minijob-Basis und studiert Wirtschaftspsychologie. Dazwischen wird trainiert.

Der Wecker klingelt häufig schon um fünf Uhr. Vor der Arbeit oder einer Vorlesung absolviert sie die erste Einheit, am Abend folgt die zweite. Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören ebenso zu ihrem Trainingsplan wie Kraft-, Athletik- und Mobilitätstraining. Insgesamt investiert sie 16 bis 17 Stunden pro Woche in den Sport.

Louisa Pranger wurde Vierte ihrer Altersklasse.

Louisa Pranger wurde Vierte ihrer Altersklasse. Foto: privat

„Man braucht viel Disziplin und Organisation“, sagt sie. Genauso wichtig seien acht Stunden Schlaf, Regeneration sowie eine kohlenhydrat- und eiweißreiche Ernährung.

Die größte Baustelle ist noch das Schwimmen

Am meisten Respekt hat Pranger bis heute vor dem Schwimmen. Kraulen lernte sie erst für den Ironman und in dunklen Gewässern kämpfte sie mit Angst und Panik. Trotzdem stieg Pranger immer wieder ins Wasser – zunächst auf kurzen, später auf längeren Strecken. Unterstützt wurde sie dabei von Freundinnen und besonders von ihrem Freund.

„Ich wünschte, ich hätte das schon vor zehn Jahren gelernt“, sagt sie schmunzelnd. In Hamburg war sie deshalb erleichtert, als die erste Disziplin geschafft war.

Als auf der Laufstrecke die Kräfte schwanden, halfen ihr die Zuschauer mit Anfeuerungsrufen bis ins Ziel. Mit einer Zeit von 10 Stunden und 27 Minuten qualifizierte Pranger sich dann für den Ironman auf Hawaii.

Der Traum wird Wirklichkeit

Ende September reist Pranger nach Hawaii, um sich vorab an Klima und Zeitverschiebung zu gewöhnen, die sie als größte Herausforderungen sieht.

Die vergangenen heißen Sommertage in Buxtehude nutzte sie dabei für Hitzetraining. Eine Strecke, die Pranger besonders gerne läuft, ist entlang des Deichs in Richtung Cranz und anschließend wieder zurück.

Auch finanziell ist die Teilnahme am Ironman auf Hawaii eine Herausforderung. Allein der Startplatz kostet rund 1600 Euro, hinzu kommen Reise- und Trainingskosten. Deshalb sucht die 28-Jährige derzeit Sponsoren aus der Region.

Für das Rennen hat sie ein klares Ziel: im Ziel ankommen und den Moment genießen.

Während für andere Triathleten der Ironman auf Hawaii ein unerfüllter Traum bleibt, ist er für Louisa Pranger Realität geworden. Ihre Teilnahme ist das Ergebnis von Disziplin, Beharrlichkeit und dem Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen, vor denen sie am meisten Respekt hat.

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