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Ehrenamt

TVom „DRK-Virus“ infiziert: Neue Spitze beim Roten Kreuz in Harsefeld

Nadja Dulies (links) gab ihr Amt der 1. Vorsitzenden des DRK Harsefeld nach zwölf Jahren an Ernst Heise-Luis ab. Gemeinsam mit Claudia Wegener, neue 2. Vorsitzende, bildet er die neue Spitze im Vorstand.

Nadja Dulies (links) gab ihr Amt der 1. Vorsitzenden des DRK Harsefeld nach zwölf Jahren an Ernst Heise-Luis ab. Gemeinsam mit Claudia Wegener, neue 2. Vorsitzende, bildet er die neue Spitze im Vorstand. Foto: Philipp Dulies

Ernst Heise-Luis und Claudia Wegener sind die neuen Gesichter an der Spitze des DRK-Ortsverbandes Harsefeld. Was Ehrenamt für sie bedeutet und was sie jetzt vorhaben.

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Von Pauline Meyer
Sonntag, 07.06.2026, 07:50 Uhr

Harsefeld. Beim DRK-Ortsverein Harsefeld beginnt ein neues Kapitel. Nach zwölf Jahren an der Spitze hat Nadja Dulies den Vorsitz abgegeben. Die Nachfolge übernimmt nun ein Duo: Ernst Heise-Luis als erster Vorsitzender und Claudia Wegener als seine Stellvertreterin. Beide bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, sie verbindet aber vor allem eines: die Überzeugung, dass ehrenamtliches Engagement etwas bewegen kann.

Dass es überhaupt zu dieser neuen Doppelspitze kam, ist auch die Folge eines Zeitungsartikels: Als das TAGEBLATT über die Suche nach einer Nachfolge für Nadja Dulies berichtete, fühlte sich Ernst Heise-Luis gleich angesprochen. Der 65-Jährige meldete sich daraufhin beim Ortsverein. Seit dem 20. Mai steht er nun an dessen Spitze.

Vom Virus infiziert: Ein Leben lang im Ehrenamt

Heise-Luis ist seit 1975 im Deutschen Roten Kreuz aktiv: „Seitdem bin ich mit dem DRK-Virus infiziert“, sagt er schmunzelnd. Seine Laufbahn führte ihn durch viele Bereiche des Verbandes. Besonders prägend war seine Zeit im Jugendrotkreuz. Dort lernte er die Arbeit von der Basis bis in Führungspositionen kennen und vertrat das Deutsche Jugendrotkreuz sogar beim Dänischen Roten Kreuz. „Das war eine repräsentative, aber sehr spannende Aufgabe“, erinnert er sich.

Ursprünglich stammt Heise-Luis aus Hamburg, seit 1989 lebt er aber im Landkreis Stade. Viele Jahre engagierte er sich im Ortsverein Horneburg. Dort war er insgesamt zwei Jahrzehnte Teil des Vorstands, sowohl als Vorsitzender als auch als Stellvertreter. Parallel war er 40 Jahre lang als Erste-Hilfe-Ausbilder tätig. Auch im Katastrophenschutz übernahm er Verantwortung: Zehn Jahre arbeitete er in der Personenauskunft, die Angehörigen hilft, Familienmitglieder nach Katastrophen wiederzufinden. Während der Corona-Pandemie unterstützte die Gruppe zudem die Corona-Hotline des Landkreises.

Sein Engagement hat ihn geprägt. „Ich wäre nicht der, der ich bin, ohne das Rote Kreuz“, sagt er. Besonders schätzt er die Begegnungen mit Menschen und die Möglichkeit, Veränderungen anzustoßen. Ob bei Erste-Hilfe-Kursen, in der Jugendarbeit oder bei Hilfsprojekten in Togo - für ihn ist das Ehrenamt immer mit dem Gefühl verbunden, etwas Sinnvolles zu bewirken.

Engagierte Großstadtpflanze: 2. Vorsitzende leitete DRK-Kita

An seiner Seite steht künftig Claudia Wegener. Geboren in Berlin, zog die 56-Jährige Mitte der 1990er Jahre in den Norden. Zunächst lebte sie mit ihrer Familie im Alten Land, später in Harsefeld. „Wenn man aus der Großstadt kommt, hatte Harsefeld doch einiges mehr zu bieten, besonders für die Kinder“, sagt sie.

Beruflich schlug Wegener zunächst den Weg der Heimerzieherin ein. Doch ihr Berufsleben entwickelte sich anders als geplant. Von 2004 bis 2021 leitete sie die Kindertagesstätte Ratz und Rübe in Bliedersdorf. Als das DRK 2007 die Trägerschaft übernahm, war sie zunächst skeptisch. Rückblickend spricht sie jedoch von einer sehr positiven Erfahrung. „Vom Tag der Übernahme an hatten wir eine tolle Zusammenarbeit“, sagt sie.

In Harsefeld finden regelmäßige Blutspendeaktionen statt.

In Harsefeld finden regelmäßige Blutspendeaktionen statt. Foto: picture alliance/dpa

Heute arbeitet sie in der DRK-Kita De Geestkinner in Harsefeld. Vor einigen Jahren trat sie beruflich etwas kürzer, auch um mehr Zeit für ihre Familie und Enkelkinder zu haben. Dem Ehrenamt blieb sie dennoch treu. Lange Jahre spendete sie selbst Blut. Aufgrund einer Erkrankung ist das inzwischen nicht mehr möglich. „Ich kann aber meine Zeit spenden“, sagt sie. Deshalb unterstützt sie weiterhin aktiv die Blutspendeaktionen des Ortsvereins.

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Die Entscheidung, Verantwortung im Vorstand zu übernehmen, fiel ihr leichter, weil sie das Team bereits kannte. Und noch etwas spielte eine Rolle: die Zusammenarbeit mit Ernst Heise-Luis. „Ohne ihn als alten Hasen wäre ich nicht angetreten“, sagt sie lachend. Von seiner Erfahrung könne sie viel lernen.

Das hat die neue Doppelspitze vor

Für die kommenden Monate wollen sich beide zunächst in ihre neuen Rollen einfinden. Heise-Luis möchte die Strukturen des Ortsvereins kennenlernen. Gleichzeitig hat er bereits Ideen für die Zukunft: von internationalem Austausch bis hin zu Vorträgen.

Wegener möchte vor allem die Öffentlichkeitsarbeit stärken. „Den Leuten kleine Einblicke in den Alltag geben“, sagt sie. Viele Menschen wüssten gar nicht, wie vielfältig die Arbeit des DRK sei. Unterstützung erhalten beide weiterhin von ihrer Vorgängerin. „Nadja Dulies steht uns für einen guten Übergang weiter zur Verfügung“, betont Heise-Luis.

Die neue Doppelspitze übernimmt einen Ortsverein, der mit seinen Blutspenden, der Kleiderkammer, Seniorengruppen und dem Jugendrotkreuz breit aufgestellt ist. Und der nächste Blutspendetermin steht bevor: Am 15. Juni von 16.30 bis 20 Uhr werden Mitglieder der 501st German Garrison in Star-Wars-Kostümen die Spender in der Rosenborn-Grundschule in Harsefeld begrüßen und für Erinnerungsfotos zur Verfügung stehen.

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