TVom Dorf nach Paris: Hollenbecker auf dem Weg in den Mode-Olymp
Simon Derks während seiner Graduationsshow auf der MS Stubnitz. Das T-Shirt links neben ihm hat Derks selbst designt. Der Erlös geht an ein soziales Projekt. Foto: Reno Mezger
Talent und Einsatz helfen Simon Derks bei seinem beruflichen Ziel. Nebenbei setzt er sich für soziale Projekte ein und will UN-Jugenddelegierter werden. Sein Weg begann in Hollenbeck.
Harsefeld. Von Hollenbeck in die große Welt der Mode: Für den frischgebackenen Bachelor-Absolventen Simon Derks wird das gerade zur Realität. Mit einer großen Portion Zielstrebigkeit arbeitet der 23-Jährige an seinem Traum. Dabei hat er Stipendien und internationale Auszeichnungen erlangt, wurde in ein renommiertes Talentnetzwerk aufgenommen und setzt sich auch noch für soziale Projekte ein.
„Ich hatte schon immer eine Vorliebe für Design und Mode“, erzählt Simon Derks. Als kleiner Junge schon habe er sich gerne verkleidet - als Polizist oder Cowboy. Sein Kinderzimmer stellte er regelmäßig um, erfand sich immer wieder neu. Nach dem Abitur an der BBS Buxtehude lag für ihn daher die Entscheidung nah, Modedesign an der Akademie Mode und Design (AMD) Hamburg zu studieren.
Und das obwohl Simon Derks eines gar nicht gerne macht: „Nähen. Das ist nicht so mein Ding“, gibt er lachend zu. Ihn reizt es, zu kreieren und seine Designs zu vermarkten. „Fashion und Business. In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, so Derks. Ein drittes schlägt für soziale Projekte.
Erlös geht an Opfer von sexualisierter Gewalt
Im Rahmen seine Bachelor-Abschlussshow präsentierte Simon Derks kürzlich seine Abschlusskollektion auf der MS Stubnitz in Hamburg. Die Kollektion sei konzeptionell der Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt gewidmet, erklärt er. „Ich habe mich während meines Studiums sehr mit dem Thema Identität auseinandergesetzt“, so Derks. „Und ein sexueller Übergriff ist ein Angriff auf die Identität eines Menschen.“
Um auf das Thema aufmerksam zu machen, hat Simon Derks in Zusammenarbeit mit dem Verein Medica Mondiale ein limitiertes T-Shirt entwickelt, das er im Rahmen der Show verkauft hat. Der Erlös geht an die Arbeit des Vereins, der sich weltweit für Frauen und Mädchen einsetzt, die Opfer von sexualisierter Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten wurden.

Eines der Designs, die Simon Derks für seine Graduationsshow entworfen hat. Foto: Reno Mezger
Sein Engagement möchte Simon Derks auf internationaler Bühne weiterführen. Der Hollenbecker ist nicht nur für UNICEF engagiert, er bewirbt sich auch als UN-Jugenddelegierter. Im März findet die letzte Bewerbungsrunde statt. Bei der Generalversammlung im September in New York könnte er dann die Perspektiven junger Menschen in der internationalen Politik einbringen. „Ich sehe das als große Chance, Türen aufzustoßen und hoffe, dass es klappt“, sagt Simon Derks.
Nebenjob beim TAGEBLATT: Schon als Jugendlicher fleißig
„Wir sind unglaublich stolz“, sagt Mutter Petra Derks. Seine Kreativität habe ihm besonders der Freiraum einer Kindheit im 650-Seelen-Dorf Hollenbeck ermöglicht. Der alte Bauernhof der Großeltern sei eine regelrechte Villa Kunterbunt gewesen, so Petra Derks. Mit einem alten Schuppen zum Hämmern und Basteln, Wiesen zum Toben und zum Kreativsein.„Von meiner Mutter und meinem Opa habe ich viel gelernt“, erzählt Simon Derks. Etwa tüchtig zu sein. Gemeinsam mit seinem Großvater, dem mittlerweile verstorbenem Hans-Hinrich Stahmann, hat Simon Derks mit 14 Jahren seinen ersten Job begonnen: Für das TAGEBLATT trug er jahrelang das Mittwochsjournal aus.
Badeanzüge in Pink: Derks Design überzeugte in der Bundesliga
„Ich glaube, dass man die Optionen nutzen muss, die man bekommt“, erklärt Derks. Dass er das tut, hat der 23-Jährige schon bewiesen. Simon Derks hat die Badeanzüge des Wasserballfrauenteams des ETV Hamburg in der Bundesliga designt. Und das obwohl er sich nicht ganz an die ersten Vorgaben gehalten hatte, gibt er zu. Schlicht und grafisch sollten die Badeanzüge eigentlich werden. Sein Design hingegen ist leuchtend pink-rot und floral. Doch das Andersdenken hat sich gelohnt: Der Entwurf gefiel den Sportlerinnen so gut, dass sie in der kommenden Saison in dem Design von Simon Derks spielen werden.
Im Herbst wird er an der HEC Paris, einer der renommiertesten Business Schools der Welt, seinen Master beginnen. Als Nächstes beginnt Derks ein Praktikum bei L‘Oréal Luxe in Düsseldorf. Für den jungen Mann ist es ein weiterer Schritt in Richtung seines großen Traums, Marketingdirektor in einem der großen Pariser Modehäuser zu werden.
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