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TVom Schwarzwald an die Nordsee: „Heimat ist da, wo meine Pferde sind“

Chantal Mayenfels, die leidenschaftliche Reiterin, hat an der Wurster Nordseeküste ihre neue Heimat gefunden.

Chantal Mayenfels, die leidenschaftliche Reiterin, hat an der Wurster Nordseeküste ihre neue Heimat gefunden. Foto: Bechmann

Chantal Mayenfels ist vom Südschwarzwald an die Wurster Nordseeküste gezogen. Hier hat sie sich ein Leben mit Kindern und Tieren aufgebaut. Doch der Umzug war ein starker Kontrast.

Von Max Bechmann 11.08.2026, 10:50 Uhr

Cappel. Ein Reiterhof am Rand von Dorum: Drei Kleinkinder laufen herum, Pferde stehen in ihrem Stall und schauen entspannt in die Mittagssonne. Sogar ein paar Schweinchen gibt es hier. Natur pur.

Kinder, Tiere und Reiten prägen ihr Zuhause an der Nordsee

Wenn Chantal Mayenfels darüber spricht, was Heimat für sie bedeutet, muss sie nicht lange nachdenken. „Heimat ist da, wo meine Pferde sind. Ja, und die Hunde, und natürlich meine Kleenen“, sagt die 33-Jährige, schaut zu ihren Kindern und lacht.

Heimat ist nicht der Ort, an dem sie geboren wurde. Nicht der Schwarzwald, aus dem sie kommt. Nicht einmal die Nordsee, an der sie inzwischen lebt. Heimat, das ist für Mayenfels vor allem das Leben, das sie um sich herum hat. Ihre Kinder. Ihre Tiere. Die Natur. Und das Reiten.

Aufgewachsen zwischen Bergen und viel Grün im Südschwarzwald

Die Mutter von vier Kindern stammt aus Waldshut-Tiengen im Südschwarzwald, nahe dem Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich. Dort ist sie mit Wald, Bergen und viel Grün groß geworden. Heute lebt sie 880 Kilometer weiter nördlich an der Wurster Nordseeküste. Dass es sie ausgerechnet dorthin verschlagen hat, war keine klassische Sehnsucht nach dem Meer. Es war am Anfang hauptsächlich eine vernünftige Entscheidung.

„Da unten ist Leben einfach sehr, sehr teuer“, sagt sie über ihre frühere Heimat. Sie wollte sich ein Leben aufbauen, in dem Platz für Kinder, Pferde und ein eigenes Haus ist. Ein Leben, das sie aus eigener Kraft tragen kann. Also suchte sie in ganz Deutschland nach Arbeit und landete schlussendlich im Norden.

„Flach“, sagt sie, wenn sie an ihren ersten Eindruck von der norddeutschen Landschaft denkt. Für jemanden, der mit Wäldern und Bergen aufgewachsen ist, war das ein harter Kontrast. „Es heißt ja, man sieht hier den Besuch schon einen Tag vorher kommen. Das war schon eine Umstellung“, sagt sie. Vor allem der Wald habe ihr gefehlt. Das Gefühl, einfach losreiten zu können und von Bäumen umgeben zu sein.

Norddeutsche Mentalität und Freunde durch den Reitsport

Auch sonst lief nicht alles glatt. Der erste Winter war dunkel, die neue Umgebung fremd, und zwischendurch brach sie sich auch noch den Knöchel. Es gab aber auch Dinge, die schnell passten. Dazu gehörten die Menschen. Mayenfels sagt, sie habe die Norddeutschen als offen und hilfsbereit erlebt. Über den Reitsport fand sie schnell Anschluss. Sie lernte Leute kennen, schloss Freundschaften und fand später auch ihren Partner. „Ohne die Pferde wäre vieles schwerer gewesen“, sagt sie. „Die waren mein Türöffner.“

Dass sie sich heute zu Hause fühlt, hat viel mit ihren Pferden zu tun. Reiten ist für sie viel mehr als nur ein Hobby. Es ist etwas, das sie seit Jahren begleitet und ihr Halt gibt. Wenn sie darüber spricht, merkt man schnell, wie eng dieses Gefühl mit ihrem Alltag verbunden ist. „Auf dem Rücken eines Pferdes“, sagt sie, sei für sie vieles plötzlich einfach. „Dann ist alles in Ordnung.“

Vielleicht ist das der Satz, der ihre Vorstellung von Heimat am besten erklärt. Heimat ist für sie kein Ort, den man einmal hat und dann nie wieder loslässt. Heimat ist etwas, das entstehen kann. Dort, wo das Leben und einfach alles stimmt.

Und dafür braucht sie bestimmte Dinge. Menschen, die zu ihr gehören. Tiere um sich herum. Natur. Platz. Ein Leben mitten in der Stadt wäre für sie nichts. „Das könnte ich nicht“, sagt sie. Gerade mit Kindern nicht. Sie braucht die Nähe zur Natur. Die Möglichkeit, unterwegs zu sein, mit den Hunden, mit den Pferden, mit der Familie.

Heute lebt Chantal Mayenfels mit ihrem Freund, ihren Kindern, Hunden und Pferden in Cappel-Altendeich. Das Leben, das sie sich aufgebaut hat, ist nicht das, aus dem sie kommt. Aber es ist das, das zu ihr passt. Vielleicht ist genau das der Unterschied.

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