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Landwirtschaft

TWenn es plötzlich auf dem Acker knallt

Winterweizen zu säen bedeutet viel Arbeit - umso ärgerlicher, wenn diese durch Krähen und Gänse zunichtegemacht wird.

Winterweizen zu säen bedeutet viel Arbeit - umso ärgerlicher, wenn diese durch Krähen und Gänse zunichtegemacht wird. Foto: Kröger

Bauer Francksens Ernte ist in Gefahr. Gierige Vögel haben es auf seine Felder abgesehen. Deshalb greift der Butjadinger zum Knallapparat.

Von Ann-Kathrin Kröger 24.10.2026, 05:05 Uhr

Butjadingen. Bei Sonnenschein und wenigen Wolken am Himmel steuert Landwirt Harcke Francksen einen grünen Schlepper mit knallroter Sämaschine zur Bodenbearbeitung über ein Feld in Butjadingen. Möwen stürzen sich gierig auf das frisch bearbeitete Saatbett, das die sogenannte Drillkombination im trockenen Boden hinterlässt.

Aktuell wird Winterweizen ausgesät und im nächsten Jahr, wenn er reif ist, als Viehfutter gedroschen. Die Möwen picken sich die Würmer aus dem bearbeiteten Boden und verschwinden wieder, weiß Harcke Francksen.

Vögel nehmen Saatgut und Jungpflanzen ins Visier

Ein größeres Problem für Wintersaat stellen Krähen und Gänse dar. Sie sind der Grund dafür, warum man es in Butjadingen oder Nordenham des Öfteren knallen hört.

Die Vögel können auf den Feldern erheblichen Schaden anrichten, weiß Harcke Francksen. Dieser hat im Mai dieses Jahres den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters Frerk Francksen in Butjadingen übernommen.

Ein Knallapparat steht auf einem Feld.

Ein Knallapparat steht auf einem Feld. Foto: Francksen

Krähen picken sich das frisch ausgebrachte Saatgut und die Gänse haben es vor allem auf die Jungpflanzen abgesehen, erzählt er. Knallgeräte sollen die Vögel vertreiben. Die Apparatur auf Francksens Feld erzeugt einen Knall, indem Gas aus einer Gasflasche verbrannt wird. Andere Knallgeräte funktionieren mit Platzpatronen.

Gänseschwärme fressen Felder leer und verursachen Verluste

Während bei Nordenham vor allem ein Krähenproblem herrscht, seien es in Butjadingen außerdem viele Gänseschwärme, die den Landwirten zu schaffen machen.

Ein großer Gänseschwarm könne innerhalb von ein bis zwei Tagen ein komplettes Feld kahl fressen, erzählt er.

Schaden geht schnell in die Zehntausende

„Da ist dann schon vorprogrammiert, dass man Minus macht“, betont Francksen. Der Schaden für einen Feldblock, wie er zum Beispiel im Mittelweg in Nordenham zu finden ist, kann sich da schnell auf bis zu 20.000 Euro belaufen, schätzt der Landwirt.

Hinzu komme, dass für die erste Aussaat bereits Kosten für Saatgut, Maschinen, Pacht und Arbeitsstunden angefallen seien. Diese zusätzlichen Ausgaben könne eine zweite Aussaat in der Regel nicht wieder einspielen. Von der vergeudeten Arbeitszeit ganz abgesehen.

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