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Radwegemängel

TWie fünf Schüler Stade mit einem Meldesystem radfreundlicher machen wollen

Joshua Boroske (von links), Maurits Nagel, Daniel Kast, Simon Schaat und Marlon Bardoux haben ein Projekt auf die Beine gestellt: Es geht darum, schnell und unkompliziert Schäden auf Radwegen zu melden.

Joshua Boroske (von links), Maurits Nagel, Daniel Kast, Simon Schaat und Marlon Bardoux haben ein Projekt auf die Beine gestellt: Es geht darum, schnell und unkompliziert Schäden auf Radwegen zu melden. Foto: Alexandra Bisping

Es ist ganz einfach: sich registrieren, Radweg-Schaden fotografieren, kurz beschreiben, absenden. Danach wird der Mangel auf einer interaktiven Karte angezeigt. Fünf findige Gymnasiasten haben sich das System ausgedacht. Was ihnen jetzt noch fehlt.

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Von Alexandra Bisping
09.11.2023, 08:50 Uhr

Stade. Sie fahren selbst Rad. Bei kaputten Fahrbahnen ist das aber keine Freude. Marlon Bardoux, Simon Schaat, Joshua Boroske, Daniel Kast und Maurits Nagel wollen die Radwegesituation in der Hansestadt verbessern. Dazu haben sie ein Meldesystem entworfen, mit dem Radfahrer den Schaden direkt an Ort und Stelle aufnehmen können. Was ihnen jetzt noch fehlt, sind Radfahrer, die das System auch benutzen.

Eine Seminararbeit bringt das Radwege-Thema auf

Die Motivation sinkt langsam, sagen sie. Dabei war der Start vielversprechend. Während eines Seminarfachs hatten die fünf Oberstufenschüler des Vincent-Lübeck-Gymnasiums zusammengefunden. Dort sollten sie ein Projekt erstellen. Ihres hieß Radverkehr. Ziel der Schüler war es, etwas zu entwerfen, das die Infrastruktur der Stader Radwege verbessern kann. Dazu hatten sie ein Formular aufgebaut. Sie haben Google Mind Maps umfunktioniert zu einem Datenmeldesystem. Zu finden ist es beispielsweise über Instagram, über einen QR-Code oder den Link linktr.ee/stade.bike.

„Das Formular läuft über Google Docs“, erklärt Marlon Bardoux. Wer einen Schaden auf einem Radweg entdeckt, lädt ein Foto hoch und beschreibt kurz Ort und Mangel. Nach dem Hochladen erscheint alles auf einer digitalen, frei verfügbaren Karte. Alle gemeldeten Schäden werden dort gebündelt. Die Registrierung ist anonym. „Das Einzige, was der Nutzer dafür braucht, ist ein Google-Account.“ Den hätten inzwischen sehr viele, vermutet Marlon Bardoux.

Um ihr Projekt bekannter zu machen, druckten die Schüler Flyer und Poster und verteilten beides an mehreren Orten in Stade. Mit der „Radgarage“ gingen sie eine Kooperation ein und organisierten ein Gewinnspiel. Leider sei das nicht besonders gut angenommen worden. Auch mit zwei Werbungen über Instagram, die immerhin 5800 Personen erreichten, kam die Gruppe nicht voran.

Die erhoffte Resonanz blieb bislang aus

Ungefähr 14 Rückmeldungen gingen ein. Dabei hätten einige auch mehrere Schäden genannt. Ein frustrierendes Ergebnis für die Engagierten. Es koste schon Zeit, sich darum zu kümmern. Aufgeben wollen die fünf Teenager trotzdem nicht, obwohl jetzt Vorabi-Klausuren anstehen. Und die Stadt würden sie gerne mehr mit einbeziehen, um ihr die Ergebnisse zur Verfügung zu stellen - und letztlich den Anstoß für bessere Radwege zu geben.

Ein Gespräch mit ihr hätten sie schon geführt. Und dabei Ernüchterndes gehört. „Es kann Jahre dauern, bis manche Schäden beseitigt werden“, sagt Bardoux. Bis zu acht Jahre bei denen, die mit einem Tiefbauverfahren beseitigt werden. Jetzt hofft die Truppe auf zahlreiche weitere Meldungen. Mit der Stadt wollen sie ein weiteres Gespräch suchen.

Übrigens: Es gibt einen Mängelmelder der Stadt Stade, zu erreichen über www.stadt-stade.info und die Rubrik „Was erledige ich wo?“. Die Jungs kennen ihn, „viele aber nicht“, sagen sie. Und: „Da kann man ja alles melden.“ Für die Gruppe liegt der Fokus eben darauf, die Radinfrastruktur der Stadt zu verbessern. Auch wenn sie als radfahrende Schüler von den beseitigten Mängeln wohl nichts mehr haben werden

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