07.08.2020, 22:37
50-Jähriger schwebt nach Badeunfall in Lebensgefahr

GRÜNENDEICH. Ein 50-Jähriger schwebt nach einem Unfall in der Elbe bei Grünendeich am Freitagabend in Lebensgefahr. Angler bemerkten, dass der Mann leblos im Wasser trieb. Ersthelfer zogen ihn an Land und begannen mit der Wiederbelebung.

Feuerwehr, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz. Zeugen berichteten, dass der Mann mit dem Fahrrad an die Uferböschung – etwa einen Kilometer flussabwärts des Lühe-Anlegers – gekommen sei. Er habe sich auf sein Handtuch gesetzt und die Füße im Wasser baumeln lassen. Dann sei er ins Wasser gegangen, untergetaucht, aber immer wieder an der Wasseroberfläche zu sehen gewesen.

Er soll eine Zeit lang in der Nähe des Ufers geschwommen sein. Offenbar, nachdem ein Schiff vorbeigefahren ist, habe der Mann um Hilfe gerufen. Angler setzten einen Notruf ab. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte um 19.30 Uhr ein Großaufgebot: die Feuerwehren aus Grünendeich, Borstel und Stade, die Ortsgruppen der DLRG aus Horneburg, Buxtehude und Stade sowie die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Horneburger Rettungswache und einen Notarzt der Elbe Kliniken.

Passanten zogen den Mann an Land

Passanten waren ins Wasser gesprungen und hatten den Mann an Land gezogen. Sie begannen mit der Reanimation des leblosen Unfallopfers. Später wurden sie von Feuerwehrleuten und DLRG-Wasserrettern abgelöst. Notfallsanitäter und Notarzt kümmerten sich um die weitere medizinische Versorgung und brachten den Mann im Rettungswagen ins Buxtehuder Elbe Klinikum. Er schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Im Laufe der Nacht wurde er in eine Hamburger Spezialklinik verlegt. Beamte des Einsatz- und Streifendienstes der Stader Polizeiinspektion befragten Zeugen.

Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr warnen seit jeher vor dem Baden in der Elbe. Im Bereich von Stacks (Steindämme) und Spundwänden, wie an der Unglücksstelle von Freitagabend, bilden sich schwer erkennbare Strömungen und Untiefen. Das größte Risiko geht von den Auswirkungen des Schiffsverkehrs (starker Sog und Schwell) und der Strömung aus. Die Elbe ist eine Wasserstraße und kein Badegewässer, mahnen die Altländer Kommunen und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Die Gefahr steigt, weil die Containerschiffe immer größer werden.

  Der Badeunfall ereignete sich am vergangenen Freitag in Grünendeich. Feuerwehr, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz. Foto: Beneke

Letzter schwerer Badeunfall vor zwei Jahren

Der letzte schwere Badeunfall ereignete sich im Sommer 2018. Damals waren im Juli zwei 23 und 25 Jahre alte Erntehelfer in der Elbe ertrunken. Sie hatten sich an einem Sonntagnachmittag am Bassenflether Strand zusammen mit Kollegen vergnügt. Die Erntehelfer waren ins Wasser gegangen und hatten offenbar die Strömungen in der Elbe unterschätzt. Einer kam wieder sicher ans Ufer, zwei tauchten unter und nicht wieder auf.

Badegäste beobachteten, wie die Erntehelfer sich mit Armbewegungen und Rufen bemerkbar machten. Ein Angler sprang noch hinterher, er konnte die Männer im Wasser aber nicht mehr ausfindig machen. 100 Einsatzkräfte suchten nach den beiden, ihre Leichname wurden am Tag darauf am Ufer angespült.

Falscher Alarm

Als falscher Alarm entpuppte sich eine Meldung der Wasserschutzpolizei kurz nach der Reanimation in Grünendeich. Die Beamten hatten von ihrem Einsatzboot aus ein herrenloses Schlauchboot ausgemacht, das unweit des Hollern-Twielenflether Freibades in der Elbe trieb. Doch noch bevor Feuerwehr und DLRG mit einer groß angelegten Suchaktion auf dem Wasser begonnen hatten, konnten die Polizisten glücklicherweise Entwarnung geben: Das Boot gehört zu einer Segeljacht und die Besitzer sind wohlauf.

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