25.08.2018, 21:37
Buxtehude: Kinderwagen brennt im Treppenhaus

BUXTEHUDE. Ein Kinderwagen ist am Sonnabend am Bollweg in Buxtehude in Flammen aufgegangen: Ruß und Rauch verteilten sich im gesamten Mehrfamilienhaus. Das Haus ist unbewohnbar.

Zwei Frauen zogen sich eine Rauchgasvergiftung zu, sie mussten im Elbe Klinikum behandelt werden. Die Feuerwehr evakuierte das komplett verrauchte Wohnhaus.

Kurz nach 17 Uhr ging der Notruf in der Rettungs- und Leitstelle in Wiepenkathen ein: Im Hauseingang eines Mehrfamilienhauses am Bollweg 26 stand ein Kinderwagen in Flammen. Dieser war im Treppenhaus – an den Briefkästen – abgestellt worden. Die Polizei war Sekunden vor Stadtbrandmeister Horst Meyer vor Ort. 1,80 Meter hoch, so Meyer, schlugen die Flammen aus dem Kinderwagen. Dichter schwarzer Rauch zog durch das Treppenhaushaus. Ein Polizist löschte den Kinderwagen, der Großteil des Sitzes war zu diesem Zeitpunkt bereits verbrannt, mit einem Feuerlöscher aus dem Streifenwagen.

Unter Atemschutz rücken die Löschtrupps vor

Unter Atemschutz rückten die Löschtrupps der Ortsfeuerwehr Buxtehude in das Haus vor. 37 Menschen sind hier gemeldet. Die Feuerwehrleute tasteten sich an den Wänden von Stockwerk zu Stockwerk vor und öffneten die Türen – zum Teil mit dem Brecheisen. Die Sicht war fast bei Null. „Das Treppenhaus war komplett schwarz“, berichtete ein Feuerwehrmann. So etwas hätten sie zuletzt bei Schulungen im Brandcontainer erlebt. Der Rauch war „pechschwarz“. Rauch zog in die zwölf Wohnungen. Aus einer der Wohnungen im obersten Stock stieg dichter Rauch auf, sofort wurde die Drehleiter von Zug I in Stellung gebracht. Letztlich konnten alle Bewohner über die Treppe gerettet werden.

Vier Rettungswagen und ein Notarzt vor Ort

Die Leitstelle gab Großalarm aus, da mit einem Massenanfall an Verletzten (Manv) zu rechnen vor. Vier Rettungswagen und ein Notarzt waren vor Ort, die 21 geretteten Bewohner wurden von den Notfallsanitätern und dem Notarzt untersucht. Zwei Frauen, 36 und 37 Jahre alt, erlitten eine Rauchgasvergiftung und mussten ins Elbe Klinikum eingeliefert werden. Der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes aus der Leitstelle in Stade-Wiepenkathen, Wilfried Sprekels, übernahm die Koordination vor Ort und kümmerte sich – Hand in Hand mit der Feuerwehr und Thorsten Gloede vom Ordnungsamt der Stadt Buxtehude – um die Hausbewohner.

Mit der Wärmebildkamera wurde das Haus nach Glutnestern abgesucht. Aufgrund der Gesundheitsgefahren – die Verbrennungsprodukte hatten sich als Ruß- beziehungsweise Rauchniederschlag überall verteilt – erklärte Stadtbrandmeister Horst Meyer das Haus am Abend für unbewohnbar. Die Bewohner kamen bei Freunden und Verwandten unter, so das Ordnungsamt. Einer Familie sollte eine Stadtwohnung für das Wochenende gestellt werden, hieß es.

Den Schaden schätzten Polizei und Feuerwehr auf mindestens 200 000 Euro. Das Treppenhaus muss komplett saniert werden, die Wohnungen müssen gereinigt werden. Im Einsatz waren mehr als 60 Feuerwehrleute von Zug I und Zug II der Ortsfeuerwehr Buxtehude sowie Notfallsanitäter der DRK-Wache und der Notarzt des Elbe Klinikums.

Brandstiftung? Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, die Tatortgruppe war vor Ort. Das Wohnhaus wurde versiegelt, Brandexperten werden am Montag den Brandort untersuchen. Ob es sich um eine fahrlässige oder eine vorsätzliche Brandstiftung handelt, ist offen. Hinweise an die Polizei unter 0 41 61 / 64 71 15.

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