15.09.2020, 20:40
HVV verliert viele Abonnenten

HAMBURG. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) kämpft weiterhin gegen den Fahrgastverlust infolge der Corona-Krise. Auch fünf Wochen nach Ende der Sommerferien liegen die Passagierzahlen lediglich zwischen 70 und 75 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Mit Beginn der Pandemie waren die Nutzerzahlen im März/ April um bis zu 68 Prozent in den Keller gesackt. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Anfrage des Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten Gerrit Fuß hervor. Ab Mai ging es schnell wieder bergauf, doch seit dem Sommer stagniert die Entwicklung. Homeoffice und die Angst, sich in Bussen und Bahnen anzustecken, gelten als Hauptursachen für die andauernde Zurückhaltung vieler Passagiere.

Seit März 77.000 Stammkunden verloren

Nach Auslaufen der Abopause sind zudem die Kündigungen in die Höhe geschnellt. Etwa 150 000 Kunden hatten das Angebot genutzt, ihr Abo von April bis August ruhen zu lassen und nichts bezahlen zu müssen. Längst nicht alle sind zurückgekehrt. Im August beendeten mehr als 21 000 Kunden ihr HVV-Abonnement, etwa 76 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt verlor der Verkehrsverbund seit März in Hamburg und im Umland knapp 77 000 seiner ungefähr 500 000 Stammkunden.

Wie der Senat weiter mitteilt, haben Hochbahn, S-Bahn, AKN und weitere Verkehrsunternehmen in Hamburg ihr Angebot auch in der Krisenzeit nahezu vollständig aufrechterhalten. In der Folge erwarten Beobachter einen HVV-Verlust für 2020 in dreistelliger Millionenhöhe, den die Hansestadt und die Kommunen im Speckgürtel mit Steuergeld ausgleichen müssen.

Sommerticket war ein Erfolg

Ein Erfolg war laut Senat das vergünstigte Sommerticket im Juli und August. Mehr als 230 000 Fahrkarten wurden verkauft und brachten 1,2 Millionen Euro in die Kasse. Derzeit gelten weitere Vergünstigungen, um die Mehrwertsteuersenkung an die Fahrgäste weiterzugeben. Bis Jahresende gibt es auf Onlinetickets sieben Prozent Rabatt, Zeitkarteninhaber können ab 11 Uhr eine weitere Person mitnehmen. Und: An den vier November-Sonnabenden sind Busse, Bahnen und Fähren im HVV ganz kostenlos.

Grünen-Verkehrsexperte Fuß sieht die Zahlen als Beleg dafür, dass der „Rollback bei der Mobilitätswende“ abgewendet wurde. „Mit Verlässlichkeit, attraktiven Angeboten und sichtbaren Hygienemaßnahmen konnte der HVV das Vertrauen in den Öffentlichen Nahverkehr stärken.“

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