18.05.2018, 16:57
PKK-Propaganda bei Fußballfest in Grünendeich
Leserbrief

GRÜNENDEICH. Bei einem Fußballfest in Grünendeich wurden am vergangenen Sonntag mehrere Flaggen der als terroristisch eingestuften kurdischen Arbeiterpartei PKK gezeigt. Ein Anwohner hatte die Fahnen durch Zufall entdeckt und die Polizei gerufen.

Die Veranstaltung fand auf dem Fußballplatz am Gewerbepark statt. Der Anwohner, der anonym bleiben möchte, berichtet, zunächst habe es nach einem harmlosen Familienfest auf dem Gelände an der Elbe ausgesehen: Kinder hätten auf der Hüpfburg getobt, es wurde gegrillt und Fußball gespielt. Etwa 150 Menschen sollen da gewesen sein.

Als der Mann ein zweites Mal an dem Platz vorbeikam, seien ihm Flaggen aufgefallen, die am Zaun angebracht waren: Auf einigen habe er den roten fünfzackigen Stern erkannt – das Emblem der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK –, auf anderen waren Porträts des PKK-Mitbegründers Abdullah Öcalan zu sehen. Beides darf in Deutschland nicht öffentlich gezeigt werden. Der Mann wählte den Notruf.

„Der Fall liegt jetzt beim Staatsschutz“

Etwa eine Stunde später trafen zwei Polizisten aus Buxtehude vor Ort ein. Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach mitteilt, hätten sie die Teilnehmer der Veranstaltung aufgefordert, die Flaggen abzunehmen. Er bestätigte gegenüber dem TAGEBLATT, dass es sich um die verbotenen Bilder gehandelt habe. Die Polizisten hätten zudem die Personalien des Mannes aufgenommen, der das Fußballturnier beim Ordnungsamt der Samtgemeinde Lühe angemeldet hatte. Bohmbach: „Der Fall liegt jetzt beim Staatsschutz.“

Das Ordnungsamt der Samtgemeinde Lühe hat von dem Zwischenfall ebenfalls erfahren. Laut Ordnungsamtsleiter Gerhard Buchner liege der Bericht der Polizei noch nicht vor. Sollte sich darin bestätigen, dass die Veranstaltung für PKK-Propaganda instrumentalisiert worden sei, werde das Ordnungsamt das Fußballturnier künftig nicht mehr genehmigen. Das Fest am Gewerbepark werde seit gut zehn Jahren gefeiert, so Buchner. Ärger habe es in der Vergangenheit höchstens gegeben, weil die Teilnehmer falsch geparkt hatten, das sei mittlerweile durch das Ordnungsamt geklärt worden. Es habe ansonsten keinen Anlass gegeben, Kontrollen durchzuführen, so Buchner.

Die von der EU als terroristische Vereinigung eingestufte kurdische Arbeiterpartei PKK soll auch bei Drogengeschäften im Alten Land beteiligt sein. Das Alte Land und Buxtehude sind durch ihre Nähe zu Hamburg seit Jahrzehnten „Bunkerplätze“ der Drogenbanden. Funde bis zu mehreren Kilo Heroin gab es auf Plantagen oder in Wohnsiedlungen. Unter anderem gab es im Jahr 2010 bei einem Gerichtsverfahren in einem Estebrügger Fall einen Hinweis auf eine Beteiligung der PKK.

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