19.05.2019, 10:17
31-jährige Frau aus Wischhafen tot – Verdächtiger untergetaucht

WISCHHAFEN. Eine 31-jährige Frau aus Wischhafen ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Polizisten fanden sie am Sonnabend in ihrem Wohnhaus am Hollerdeich. Dringend tatverdächtig ist der 52-jährige Ehemann.


(Letztes Update am Sonntag, 19. Mai um 19.54 Uhr: Weitere Informationen und Zitate wurden hinzugefügt)

Er soll untergetaucht sein. Nach ihm wird öffentlich gefahndet. Die Ermittler warnen: Der Flüchtige könnte gefährlich und bewaffnet sein.

Angehörige brachten die Ermittlungen ins Rollen. Sie hatten sich Sorgen gemacht, weil die 31-Jährige nicht wie gewohnt zur Arbeit erschienen war und informierten am Sonnabendnachmittag die Stader Polizeiinspektion. Streifenbeamte suchten gegen 17 Uhr das Haus der jungen Frau am Hollerdeich am Ortsrand von Wischhafen auf. Sie gingen zunächst von einem Unglücksfall aus und hatten deshalb Notfallsanitäter und einen Notarzt aus Hemmoor zur Unterstützung mitgebracht. Die Einsatzkräfte klingelten an der Haustür – doch niemand kam, um sie hereinzulassen.

Gegen 17 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr Wischhafen an. Die Ehrenamtlichen öffneten die Tür zum Wohnhaus. Danach rückten sie wieder ein. Die Polizisten fanden die Vermisste schnell in dem Gebäude. Notfallsanitäter und Notarzt konnten ihr nicht mehr helfen. „Sie war zu dem Zeitpunkt bereits tot“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Mit Details zur Situation beim Auffinden des Leichnams hält er sich bedeckt. Die Umstände hätten die Beamten jedoch schnell darauf schließen lassen, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Auch ihre Hündin fanden die Ermittler tot in dem Haus, offenbar starb auch das Tier durch Gewalteinwirkung. Die Beamten gehen davon aus, dass der Täter die Frau und den Schäferhund in der Nacht von Freitag auf Sonnabend getötet hatte.

Um in das Wohnhaus am Hollerdeich zu gelangen, holen sich die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst am Sonnabendnachmittag die Unterstützung der Feuerwehr. Foto Viehmann

Mitarbeiter des Erkennungsdienstes und des für Straftaten gegen das Leben zuständigen 1. Fachkommissariates der Stader Polizeiinspektion nahmen den Tatort am Sonnabendabend in Augenschein und sicherten Spuren. Weiße Schutzanzüge, Handschuhe, Schuhüberzieher, Mundschutz: In voller Montur und mit Taschenlampen durchsuchten die Beamten bis spät in die Nacht das Haus und den Garten. Rechtsmediziner aus Hamburg untersuchten derweil den Leichnam. Bis ein belastbares Ergebnis der Obduktion vorliegt, wird es voraussichtlich noch einige Tage dauern. Als die Mitarbeiter des Erkennungsdienstes ihre Arbeit in der Nacht einstellten, hatten sie die Rollläden heruntergelassen und die Haustür versiegelt. Ihre Arbeit verrichteten die Beamten weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Das ältere Einfamilienhaus mit Backstein-Mauern, Eternit-Dach und einem kleinen Garten am Hollerdeich am Ortsrand von Wischhafen in Richtung Oederquart wirkt unauffällig.

Nach Angaben von Polizeisprecher Rainer Bohmbach richtet sich der dringende Tatverdacht gegen den 52-jährigen Ehemann der Wischhafenerin. Die beiden leben getrennt. Er soll nach der Tat die Flucht ergriffen haben. Die Ermittler vermuten, dass er zunächst mit einem schwarzen Geländewagen vom Modell Dodge Journey weggefahren ist. Die Polizei fahndet seit Sonntagvormittag öffentlich nach dem Mann und nennt in ihrem Zeugenaufruf auch seinen Namen und das Kennzeichen des Fluchtwagens: PI-KJ 2112. Dieses Vorgehen ist selten und wird von Polizei und Staatsanwaltschaft erst dann praktiziert, wenn ein erheblicher Tatverdacht besteht.

Die Beamten bitten Zeugen, die Hinweise zu Jens Becker, geborener Lisogorny, geben können, sofort die nächste Polizeidienststelle zu informieren oder sich über die Notrufnummer 110 zu melden. Polizeisprecher Rainer Bohmbach rät zur Vorsicht: Der Mann „könnte bewaffnet und gefährlich sein“. Zeugen wollen den Dodge Journey am frühen Sonntagmorgen noch einmal in der Nähe des Tatortes gesehen haben.

Weitere Einzelheiten über die Umstände der Tat, etwa zum Hergang oder zum Motiv, wollte der Polizeisprecher am gestrigen Sonntag „aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht bekannt geben“. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Tötungsdelikt geben können oder die verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Gewaltverbrechen gemacht haben, werden gebeten, sich unter 0 41 41/ 10 22 15 zu melden.

 

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