06.02.2020, 00:01
B 73 in Stade: Erneut schwerer Unfall vor der Obdachlosenunterkunft

STADE. Am Mittwochabend hat sich vor der Obdachlosenunterkunft an der Bundesstraße 73 zwischen den Stader Ortschaften Wiepenkathen und Haddorf erneut ein schwerer Unfall ereignet.  Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren über Stunden im Einsatz.


Der Unfall ereignete sich gegen 20 Uhr. Der alkoholisierte Mann – ein Bewohner aus der Unterkunft – kreuzte bei völliger Dunkelheit die Bundesstraße. Die Fahrerin eines VW Golf Plus konnte nach Angaben der Polizei nicht mehr rechtzeitig bremsen und traf ihn frontal. Er schleuderte über die Windschutzscheibe – und blieb auf dem Asphalt liegen. Ersthelfer kümmerten sich um den Mann. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises alarmierte die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus den Rettungswachen in Stade und Himmelpforten, einen Notarzt des Stader Elbe Klinikums sowie die Freiwillige Feuerwehr Wiepenkathen. Notarzt und Notfallsanitäter brachten den schwer verletzten Patienten nach der medizinischen Erstversorgung ins Stader Elbe Klinikum. Außerdem kümmerten sie sich um die unter Schock stehende Fahrerin des VW Golf Plus.

Die Feuerwehrleute unterstützten den Rettungsdienst, sicherten die Unfallstelle ab und leuchteten sie aus. Später gingen die Freiwilligen den Beamten der Stader Polizeiinspektion bei der umfangreichen Sicherung der Unfallspuren zur Hand. Die Ermittler dokumentierten die Schäden am Fahrzeug und die Unfallspuren auf dem Asphalt. Außerdem befragten sie Zeugen, um das Geschehen rekonstruieren zu können. Der angefahrene Mann war ihnen bereits aus früheren Einsätzen in der Unterkunft bekannt.

Durch die Wucht des Aufpralls ist die Windschutzscheibe geborsten.

Die Bundesstraße 73 blieb zwischen dem Haddorfer Grenzweg und der Haddorfer Hauptstraße knapp zweieinhalb Stunden voll gesperrt. Die Einsatzkräfte leiteten den Verkehr durch Haddorf um. Gegen 21.45 Uhr durchbrach der Fahrer einer Mercedes C-Klasse die Absperrung der Feuerwehr am Haddorfer Grenzweg und raste auf die Einsatzstelle zu. Erst wenige Meter vor dem Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr hielt er an. Er muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Polizisten nahmen seine Personalien auf und leiteten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Der Einsatzleiter, Wiepenkathen Ortsbrandmeister Jörg Bastian sagte: „Ich habe kein Verständnis dafür, wie leichtfertig der Autofahrer die Einsatzkräfte gefährdet hat.“

Erst Anfang des Jahres hatte es vor der städtischen Obdachlosenunterkunft einen schweren Unfall gegeben. Bei Regen und Dunkelheit war ein alkoholisierter Mann vor ein Auto gelaufen. Der Fahrer sah den Spaziergänger nicht rechtzeitig, der Kia-Kombi erfasste den Mann mit etwa 90 Stundenkilometern frontal. Er flog über die Windschutzscheibe – und kam später schwer verletzt ins Stader Elbe Klinikum.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren zweieinhalb Stunden im Einsatz.

Die Gefahrenstelle ist dunkel und unübersichtlich. Auf der Bundesstraße 73 sind in diesem Abschnitt 100 Stundenkilometer erlaubt. An der Kreuzung zur Zufahrt zur Unterkunft steht zwar eine Straßenlaterne, die jedoch seit längerer Zeit defekt ist. Anwohner und Mitglieder der Ortsräte aus Haddorf und Wiepenkathen hatten bereits bei der Inbetriebnahme der Unterkunft vor rund drei Jahren befürchtet, dass es auf der nicht beleuchteten Bundesstraße zu Unfällen kommen könnte.

Das TAGEBLATT hatte ausführlich über die Diskussion rund um die umstrittene Umsiedlung der Obdachlosen vom Fredenbecker Weg an die viel befahrene Bundesstraße 73 berichtet. Die Verantwortlichen im Rathaus nahmen diese Bedenken aber offenbar nicht allzu ernst. Zuletzt war es ruhig geworden um die städtische Unterkunft. Anfangs hatten zündelnde Bewohner die Stader Polizei und die Wiepenkathener Feuerwehr auf Trab gehalten.

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