31.07.2017, 17:43
Feenglitzer und Elfenohren für alle!
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Beim „Festival Fantasia“ im idyllischen Schierker Kurpark feierten Fantasy- und Rollenspiel-Begeisterte.

Nimm den Pfad hinab ins Tal, dorthin, wo der Bach in seinem Bett säuselt. Folge dem Klang der Flöte und dem Duft süßer Speisen – sie führen dich ins Feenreich. Sei dort freundlich zu jedem, doch vertraue nicht den Elfen, denn sie spielen den Menschen gerne Streiche. Es gibt viele Regeln, um sicher durch das Land von Feen und Elfen zu reisen.

Befolgen musste diese am Wochenende im Schierker Kurpark niemand, denn Gäste des zweiten Festivals Fantasia waren dort sicher – und das, obwohl sich allerlei Elfen- und Elbenvolk, Orkkrieger und andere Figuren aus dem Reich der Magie versammelt hatten. Einheimische wie Besucher aus ganz Deutschland und jeder Altersklasse hatten sich in fantasievolle Gewänder gehüllt: manche düster und bedrohlich, manche farbenfroh und opulent, manche zart und elegant.

LARP auf extra Gelände

Da gewöhnte man sich im bunten Treiben schnell daran, während des gemütlichen Bummels über den Fantasy-Markt von einem schroffen „Aus dem Weg!“ aufgeschreckt zu werden, weil eine Prozession von Dunkelelfen auf dem Weg zum LARP-Gelände vorbeizog, oder von einer Fee unverhofft mit Glitzerstaub beworfen zu werden. Für LARP, also „Live Action Role Playing“, hatten die Veranstalter eigens einen Bereich abgesperrt, zu dem die anderen Festival-Besucher keinen Zugang hatten – ein möglichst ungestörtes und stimmungsvolles Ambiente gehört dazu, wenn die Kostümierten in ihre Rollen schlüpfen und Fantasy-Geschichten in einer realen Umgebung nachspielen. Und das war im wildromantischen Kurpark am Ufer der Kalten Bode allemal gegeben.

„Wir hatten mit dem Hochwasser ziemliches Glück“, erzählte ein Mitarbeiter der Tourist-Information in Schierke erleichtert. „So hoch hatte ich das Wasser hier auch noch nicht gesehen, aber zum Wochenende war alles wieder in Ordnung.“

Elfenohren zum Akleben

Klar, dass auch die – an ihrer Alltagskleidung deutlich erkennbaren – Menschen auf dem Festivalgelände die Gelegenheit bekamen, sich dem Feenvolk anzupassen. So konnten Kinder wie Erwachsene sich schminken oder ein paar spitze Elfenohren aus Gummi verpassen lassen. Auf diese Weise verwandelt stürzten sich besonders am späten Samstagnachmittag viele ins Getümmel. An einer Ecke stiftete ein Trio von Elfen Unruhe in einem Regen aus Seifenblasen, an einer anderen ritten die Ringgeister aus „Der Herr der Ring“ in Formation auf und ab, an der nächsten gab der verrückte Hutmacher aus Alice im Wunderland eine seiner berühmten Tee-Partys. Bei einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Fantasy-Modenschau, Geschichtenerzähler, Improvisationstheater und mehr blieben viele gerne bis in den späten Abend, als die Party mit Live-Musik und Feuershow erst richtig losging.

Und weil auch das Wetter so viel mythischen Lichtgestalten und Unholden nicht schlecht gesonnen sein konnte, schmeckte am warmen Abend sogar etwas so Abgefahrenes wie ein kaltes Himbeerbier gut. Die kleine Anne aus dem Kinderbuch „Anne in Windy Willows“ der kanadischen Autorin Lucy Maud Montgomery hat es sich einmal so inbrünstig gewünscht: „Oh Gilbert, Lass uns niemals zu alt und weise werde, niemals zu alt und dumm für das Feenland!“ Da war man sich in Schierke einig: Recht hat sie!

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