16.05.2019, 08:32
Fliegerbombe in Hamburg-Heimfeld entschärft

HAMBURG. Stundenlang durften rund 7000 Menschen in Hamburg-Heimfeld nicht in ihre Wohnungen. Der Grund: ein Weltkriegs-Blindgänger, der seit Jahrzehnten im Boden mitten in einem Wohngebiet lag.

In einem Wohngebiet im Hamburger Stadtteil Heimfeld ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Nachdem ein erster Zünder ohne Probleme unschädlich gemacht wurde, konnte der Kampfmittelräumdienst in der Nacht zu Donnerstag auch den zweiten Zünder des Blindgängers entfernen und am Fundort sprengen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Bis die Bewohner in die evakuierte Sperrzone zurückkehren dürfen, könnte es aber noch einige Stunden dauern.

Der 1000 Pfund schwere Sprengsatz der US-Luftwaffe war am Mittag bei Baggerarbeiten am Milchgrund entdeckt worden. In einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort mussten knapp 7000 Anwohner ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Das Bezirksamt Harburg hatte zwei Notunterkünfte in Schulen eingerichtet.

Im Umkreis von einem Kilometer hatten die Einsatzkräfte eine sogenannte Warnzone geschaffen, in der Anwohner sich zum Zeitpunkt der Entschärfung nicht im Freien aufhalten sollten. Sie wurden aufgefordert, sich von Fenstern fernzuhalten und auf der vom Fundort der Bombe abgewandten Gebäudeseite aufzuhalten. Auch der Luftraum 1000 Meter über dem Fundort war während der Entschärfung gesperrt.

Die Evakuierung gestaltete sich schwierig, weil auch mehr als 200 Bewohner zweier Senioreneinrichtungen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden mussten. "Davon 76 liegend und 69 Rollstuhlfahrer", sagte der Feuerwehrsprecher. Die Rettungsdienste hätten für den Transport einen "Pendeldienst" eingerichtet. Die alten Leute seien auf umliegende Kliniken und Notunterkünfte verteilt worden.

Betroffen war auch das nahe gelegene Asklepios-Klinikum Harburg. Es wurde zwar nicht evakuiert, war jedoch zwischenzeitlich von der Unfallversorgung abgemeldet. Außerdem war der S-Bahn-Verkehr zwischen den Stationen Harburg Rathaus und Neugraben während der Entschärfung eingestellt.

(dpa/lno)

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