HVV-Garantie: So können Fahrgäste Entschädigung für Verspätungen beantragen

LANDKREIS/HAMBURG. Was tun, wenn der Zug zu spät kommt? Vor dieser Frage stehen viele Pendler und andere Bahnreisende im Landkreis Stade zurzeit immer häufiger. Was viele nicht wissen: Der HVV bietet eine Garantie bei Verspätungen an. Und so funktioniert es.


Verspätet sich eine Bahn um mehr als 20 Minuten, bietet der HVV eine Garantie an, die vom Fahrgast in Anspruch genommen werden kann.

"Maßgeblich für die Berechnung der Verspätung sind die jeweils aktuell gültigen Fahrplanzeiten und Anschlüsse, die in der Fahrplanauskunft unter hvv.de veröffentlicht sind. Bei geplanten und vorab veröffentlichten Abweichungen vom Regelfahrplan (z.B. bei Baumaßnahmen) ist der Sonderfahrplan Grundlage für einen Garantieanspruch."

Entschädigung nur mit gültiger HVV-Fahrkarte

Die Garantie des HVV ist "an eine tatsächliche Fahrt im Gebiet des HVV mit U-, S-, A-Bahn, Regionalverkehrszügen, Bus oder Schiff gebunden", wie der Verkehrsverbund auf seiner Website angibt. Auch für außerplanmäßig nicht geleistete Fahrten kann die Garantieleistung geltend gemacht werden.

Wichtig für Fahrgäste: Wer die Entschädigung beantragen möchte, muss ein gültiges HVV-Ticket besitzen. Der HVV schränkt ein: "Alle anderen Fahrkarten (DB Ländertickets, Schönes-Wochenende-Ticket etc.) sowie Angebote von switchh Partnern sind von der Entschädigungsleistung ausgeschlossen."

Wie kann der Antrag gestellt werden

Wer seinen Antrag online stellt, erhält eine Bestätigung per Mail.

So wird der Antrag gestellt

  • Hier einen Antrag per Online-Formular stellen.
  • Fahrkarte bereithalten
  • Die verspätete Fahrt darf maximal 3 Kalendertage zurückliegen
  • Auszahlungsbescheid ausdrucken und innerhalb von 3 Monaten zusammen mit der Fahrkarte in einer Servicestelle vorlegen

Wichtig ist zudem: Die Entschädigung wird nur in bar ausgezahlt. Eine Überweisung auf ein Bankkonto oder eine Verrechnung mit Ihrem Kundenkonto ist nicht möglich.

Wann bekommen Kunden die Entschädigung ausgezahlt?

Die Bearbeitung der Anfrage kann laut HVV "ein paar Tage" dauern. In dieser Zeit wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Entschädigung vorliegen. Trifft das zu, erhält der Kunde einen Beleg über seinen Garantieanspruch. Dieser Beleg muss ebenso wie die benutzte Fahrkarte bei der Abholung vorgelegt werden.

Wie viel Geld bekommen Kunden zurück?

Bei Verspätungen von mehr als 20 Minuten gibt es vom HVV den halben Fahrpreis zurück. Achtung: Es gilt die Verspätung am Ziel der Gesamtstrecke. Bei Einzelfahrkarten ist der aufegdruckte Preis maßgeblich für die Entschädigung. Bei Zeitkarten sieht das anders aus: hier erfolgt die Entschädigung laut HVV anteilig, "wobei der Berechnung durchschnittliche Benutzungshäufigkeiten je Kartentyp zugrunde gelegt werden."

Alle Informationen zur HVV-Garantie gibt es hier.

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Kommentare



Kommentare
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Hans-Hinrich Fitschen schrieb am 29.07.2019 23:07

Davon habe ich mich noch nie abschrecken lassen.

Lars Albrecht schrieb am 29.07.2019 14:57

Zur Abschreckung wird die Entschädigung nicht überwiesen, sondern man darf sich persönlich zur Servicestelle begeben...

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