Hände-Desinfektion: Kampf gegen die Klinik-Keime
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"Risiko-Patienten" aus Deutschland resultieren aus der NL-Gülle, die nach D exportiert und hier verteilt wird.

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LANDKREIS. Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Infektionen, die sie sich in Kliniken oder Pflegeheimen zugezogen haben. Im Kampf gegen Krankenhauskeime, gibt es weltweit Kampagnen zur Hände-Desinfektion - auch in den Elbe Kliniken.


Jedes Jahr infizieren sich in deutschen Krankenhäusern zwischen 400.000 und 600.000 Patienten mit multiresistenten Erregern. Diese Keime sprechen auf die üblichen Antibiotika nicht an und können bei Risikopatienten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Krankenhauskeime sind Mikroorganismen, die eine sogenannte „nosokomiale Entzündung“ verursachen. „Nosokomial“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „krank pflegen“, gemeint sind Infektionen, die beim Aufenthalt in Krankenhäusern ausgelöst wurden. Auf deutschen Intensivstationen sind 19 Prozent (Quelle Ärzteblatt) aller Infektionen auf eine nosokomiale Infektion zurückzuführen. Diese Mikroorganismen sind hauptsächlich Bakterien, die unter anderem auf der menschlichen Haut oder der Darmflora leben sowie Keime aus der Luft oder dem Wasser.

Um diese Infektionen zu minimieren, hat die Weltgesundheitsorganisation Kampagnen gestartet, die in vielen Ländern national aufgelegt werden. Wie die „Aktion Saubere Hände“, denn die Händehygiene gilt in Kliniken und auch Pflegeheimen als eine grundlegende Maßnahme zur Vermeidung von Übertragungen und Infektionen.

„Gute Hygiene braucht Zeit“ – Janina Bov-Ezz und Florian Hartung vom Pflegepersonal der Elbe Kliniken.

Die Empfehlung ist einfach und deutlich: „Vor und nach dem Krankenhausbesuch die Hände desinfizieren“ – das sagt Claudia Rösing, die Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin, die in den Elbe Kliniken mit ihrem fünfköpfigen Team vor allem am Thema Hände-Hygiene arbeitet. Obwohl in den Krankenhäusern an den zentralen Stellen Desinfektionsspender installiert sind, ist ein Ergebnis eher deprimierend: Nur etwa zehn Prozent der Besucher, so die Medizinerin Rösing, nutze diese Möglichkeit, um die Patienten zu schützen. Das sei das primäre Ziel dieser Maßnahme.

Allerdings gibt es auch eine positive Entwicklung: So ist die Häufigkeit von MRSA, einem der häufigsten Krankenhauskeime, in vielen Einrichtungen stabil oder bereits rückläufig. Die Botschaft zur Händehygiene geht an den Aktionstagen in den Elbe Kliniken an Besucher und die Beschäftigten – von den Medizinern über das Pflegepersonal bis zu Reinigungskräften. „Wir sind in der Theorie geschult“, sagt Pfleger Florian Hartung, der aber gleichzeitig sagt: „Gute Hygiene braucht Zeit.“

„Händeschütteln gerne, aber bitte mit anschließender Desinfektion.“

30 Sekunden dauert eine optimale Händedesinfektion, die immer dann erfolgen soll, wenn es einen direkten Kontakt mit Mitmenschen gegeben hat. Also beispielsweise beim Händeschütteln. Warum das nicht untersagt wird? „Das ist eine kulturelle Frage, bei uns in Deutschland ist dies eine Frage der Höflichkeit und speziell im Verhältnis von Arzt zu Patient wichtig“, sagt Claudia Rösing.

Deshalb ihre Erkenntnis: „Händeschütteln gerne, aber bitte mit anschließender Desinfektion.“ Wie ernst das Thema ist, zeigt das Beispiel aus den Niederlanden: Da gelten Patienten auch aus Deutschland als „Risiko-Patienten“, die bei der Aufnahme in eine Klinik erst gescreent werden – mit Abstrichen von der Nase, dem Rachen und vom Enddarm. Ergebnis: Die Häufigkeit des Problemkeimes MRSA ist in den niederländischen Kliniken 15 Mal niedriger als in Deutschland.

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Jochen Mextorf schrieb am 14.11.2019 05:12

"Risiko-Patienten" aus Deutschland resultieren aus der NL-Gülle, die nach D exportiert und hier verteilt wird.

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