31.12.2019, 09:00
Jahresrückblick: B 3 neu rasant geplant

Sie soll ein Vorzeigeprojekt werden, wie es Niedersachsen noch nie gesehen hat: Die Umgehung Elstorf wird zum Modellfall für beschleunigten Straßenbau. Und tatsächlich: Ende des Jahres steht die Trasse fest.

Es ist das Thema schlechthin, das Elstorf und Schwiederstorf im Jahr 2019 bewegt: die dringend gewünschte B 3 neu im zweiten und dritten Abschnitt als Umgehung für Ketzendorf, Elstorf und Schwiederstorf. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann höchstpersönlich hatte die B 3 neu im Jahr davor zum Pilotprojekt für beschleunigte Straßenbauverfahren erkoren. Die B 3 neu, so der Plan, soll durch verschiedene Maßnahmen nicht die üblichen zehn Jahre Planungs- und Bauzeit brauchen, sondern zwei Jahre weniger.

Statt 2030, so das Ziel, soll die Umgehung zur Entlastung des Elstorfer Ortskerns bereits Ende 2028 fertig gebaut sein. Erreicht werden soll das durch mehrere Maßnahmen: Eine enge, in dieser Form für die Landesplaner noch nie da gewesene Einbindung der Bürger soll dafür sorgen, dass im Planungsprozess alle Betroffenen mitgenommen werden und am Ende keine Klagen das Projekt verzögern. Auch die Dauer der jeweiligen Schritte im Planverfahren soll verkürzt werden.

Die Trasse für die B 3 neu steht: eine Westumgehung Elstorfs. Zum Vergrößern auf die Karte klicken.

Im März beginnt die intensive Bürgerbeteiligung mit Workshops, in denen Bürger aus allen betroffenen Ortschaften mitarbeiten. Im Sommer stehen neun verschiedene Trassenvarianten, die mit Hilfe der Bürger erarbeitet worden sind. Dann beginnt in Elstorf und Schwiederstorf das gespannte Warten: Aus den neun Varianten wollen die Planer bis Ende des Jahres die Vorzugsvariante entwickelt haben, die dann ins weitere Verfahren gehen wird. Doch wird es eine Westumgehung Elstorfs werden, wie es Schwiederstorf hofft? Oder doch eine Trassenvariante östlich Schwiederstorfs, wie es Ardestorf hofft, aber Schwiederstorf fürchtet?

Ihr erstes Jahresziel erreicht die Lüneburger Behörde tatsächlich im Zeitplan: Im Dezember stellen die Planer in einem breit angelegten Bürgerforum die Trasse vor, die nach ihren monatelangen Untersuchungen und Abwägungen der Auswirkungen für Umwelt, Mensch, Verkehr und Landwirtschaft die günstigste und verträglichste ist: Es wird eine Westumgehung Elstorfs, die zwischen Elstorf und Ardestorf verlaufen wird. Und die enge Bürgerbeteiligung scheint sich schon jetzt auszuzahlen: Gegen die ausgewählte Westvariante, deren Entstehungsprozess die Behörde den Menschen vor Ort mit 21 Fachplanern in einem vierstündigen Veranstaltungsmarathon erklärt, regt sich kein nennenswerter Protest.

Alle Artikel zum Jahresrückblick gibt es unter: www.tageblatt.de/specials/jahresrueckblick

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