26.12.2019, 18:00
Jahresrückblick: Schule für 25 Millionen in Neu Wulmstorf

Trotz extrem knapper Finanzen beschließt die Gemeinde Neu Wulmstorf 2019 die größte Einzelinvestition in ihrer Geschichte: eine neue Schule für 25 Millionen Euro.

Nach monatelanger intensiver Debatte fällt Mitte Februar der Entschluss in den Fachausschüssen am Ende einstimmig: Die Neu Wulmstorfer Grundschule Am Moor wird als fünfzügige Ganztagsgrundschule nach dem Minischul-Konzept auf dem Gelände der alten Hauptschule samt Sporthalle und Mensa neu gebaut. Es ist das bislang größte Investitionsvolumen in der Geschichte der Gemeinde Neu Wulmstorf: Trotz ihrer angespannten Haushaltslage, die große Kreditaufnahmen eigentlich nicht mehr zulässt, wird die Gemeinde für den Neubau der Grundschule am Moor rund 25 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Für die Grundschule am Moor wird es einen kompletten Neubau auf dem Gelände der Hauptschule an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße geben. Verworfen wird das Konzept der CDU, die angeregt hatte, den Neubau auf dem Gelände der bisherigen Grundschule Am Moor zu errichten und nur die Sporthalle auf der anderen Straßenseite auf dem Hauptschulgelände zu bauen.

Neubau günstiger als Sanierung

Der Großteil des Geländes sollte dann für Wohnbau verkauft werden und das Millionenvorhaben durch den Grundstückserlös etwas solider finanziert werden. Dass es einen Neubau statt einer Sanierung des Hauptschulgebäudes geben wird, ist unstrittig. Das Ingenieurbüro KaPlus rechnete dem Ausschuss vor, dass ein Neubau über 50 Jahre gesehen bei weitem günstiger kommen würde als eine Sanierung.

Einig ist sich die Politik auch, dass die Gemeinde den Schulbau erstmals in öffentlicher-rechtlicher Partnerschaft, im ÖPP-Verfahren, realisieren wird. Eike Christian Schnoor von der Beratungsgesellschaft für Behörden rechnete vor, dass der Einsatz eines privaten Partners das Vorhaben schneller und kostengünstiger macht.

Konventionell würde das Vorhaben 26,9 Millionen Euro verschlingen, im ÖPP-Verfahren 24,7 Millionen. Der Entwurf sieht nun ein dreigeschossiges rechteckiges Schulgebäude vor, und auch die Verwaltung kann sich vorstellen, rund 20.000 Quadratmeter des 31.000 Quadratmeter großen Hauptschulgeländes für Wohnbau zu veräußern. Die neue Schule wird eine Mensa bekommen, in der für 1000 Grundschüler und eventuell auch für die Kitas im Ortskern frisch gekocht werden kann sowie einen Veranstaltungsraum für 450 Menschen. Im August 2022 könnte der neue Schulkomplex fertig sein.

Alle Artikel zum Jahresrückblick gibt es unter: www.tageblatt.de/specials/jahresrueckblick

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