12.04.2019, 16:15
Mann attackiert Post-Mitarbeiterinnen in Fredenbeck

FREDENBECK. Aufregung im Umfeld der Asylbewerberunterkunft an der Dinghorner Straße in Fredenbeck. Ein polizeibekannter Mann hat am Freitagmorgen zwei Mitarbeiterinnen aus der Postfiliale attackiert. Er kam vorläufig in Polizeigewahrsam, ist aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach auf Nachfrage bestätigt, ereignete sich der Vorfall am Freitagmorgen um kurz vor 10 Uhr. Ein 28 Jahre alter Mann aus dem Sudan – er ist der Polizei bereits aus anderen Verfahren bekannt – lief „mit einem Schraubenzieher bewaffnet“ von der Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Hotel Fredenbeck zur Postfiliale auf der gegenüberliegenden Seite der Dinghorner Straße. Dort attackierte er eine 52-jährige Mitarbeiterin. Er soll die Bremervörderin aufgefordert haben, ihm Briefe auszuhändigen. Die Frau war gerade damit beschäftigt, Post aus einem Lieferfahrzeug auszuladen. Eine 50-jährige Kollegin eilte ihr den Angaben des Polizeisprechers zu Folge zur Hilfe. „Auch sie ist von dem Mann getreten und geschlagen worden“, sagt Bohmbach.

Zwei Zeugen griffen ein und schafften es, den Angreifer von den Frauen weg und auf die andere Straßenseite zu drängen. Daraufhin holte sich der 28-Jährige eine Eisenstange und bedrohte damit die beiden Männer. Ein Großaufgebot der Polizei, der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes und ein Notarzt rückten an. Die beiden Mitarbeiterinnen der Postfiliale erlitten bei dem Gerangel leichte Verletzungen und mussten behandelt werden.

Zeugen kommen mit dem Schrecken davon

Die Zeugen kamen offenbar mit dem Schrecken davon. Die Polizisten nahmen den Sudanesen, der in der Asylbewerberunterkunft in dem ehemaligen Hotel lebt und immer wieder für Unfrieden sorgt, mit zur Stader Inspektion. Hier kam er zunächst in Gewahrsam. Nach einem Gespräch mit einer Amtsärztin setzten ihn die Beamten wieder auf freien Fuß. Gegen ihn wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

2015 hatte die Gemeinde Fredenbeck das Hotel gekauft. Das Gebäude bietet Platz für 26 Menschen. Immer wieder geriet die Einrichtung, in der vornehmlich junge Männer aus Afrika leben, in die Schlagzeilen.

Wenige Monate nach dem Bezug durch die ersten Asylbewerber brannte es in einer Nacht im November 2015 in dem Fredenbecker Hotel. Das Feuer war offensichtlich mutwillig entfacht worden, die Feuerwehrleute entdeckten an verschiedenen Stellen im Gebäude Brandnester. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Wenige Augenblicke später brannte es auch in den Wohncontainern für Asylbewerber an der Fredenbecker Bahnhofstraße.

Im April 2016 war es zwischen drei Sudanesen zu einer Auseinandersetzung gekommen. Dabei sollen zwei Flüchtlinge einen 31-jährigen Landsmann mit Messerstichen so schwer verletzt haben, dass Lebensgefahr bestanden haben soll. „Die Fredenbecker haben sich längst daran gewöhnt, dass auf dem Gelände der Asylunterkunft häufiger Polizei- und Rettungswagen stehen“, schrieb das TAGEBLATT damals. Zuletzt war es ruhiger um die Einrichtung geworden.

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