Service zur Corona-Krise: Leser fragen – das TAGEBLATT antwortet

LANDKREIS. Wie sieht die Situation in den Kliniken im Landkreis Stade aus? Kann mein Arbeitgeber verlangen, dass ich den stornierten Urlaub trotzdem nehmen muss? Wird die Müllabfuhr in den kommenden Wochen aufrechterhalten? Das sind die Leserfragen vom 19. und 20. März 2020.


Wir fliegen im Mai mit Lufthansa nach Kapstadt und haben den Flug bereits bezahlt. Das Unternehmen hat bisher nicht auf unsere E-Mail-Anfrage bezüglich Stornierung und Rückzahlung reagiert. Wie soll ich mich verhalten?

So geht es zurzeit anscheinend vielen Reisenden. Das Unternehmen verweist auf seiner Internetseite auf die hohe Anzahl von „Kundenkontakten“ und darauf, die dringendsten Anfragen zuerst zu bearbeiten. „Wenn Sie uns kontaktieren müssen, tun Sie dies bitte nur, wenn Sie innerhalb der nächsten drei Tage reisen möchten“, heißt es unter lufthansa.com. Oliver Kühn, Geschäftsführer des Buxtehuder Magazins „Reise & Preise“, sagt, dass bei einer reinen Flugbuchung kein Anspruch auf kostenfreie Stornierung bestehe. „Die Airline hat das Ticket erst zu erstatten, wenn der Flug gestrichen wird.“ Dabei sei es egal, ob es sich um eine Airline aus einem EU- oder Nicht-EU-Land handele, so Kühn.

Was ist, wenn wir im Ausland festsitzen?

Sitze man außerhalb der EU fest, weil der Flug nach Deutschland annulliert wurde und bietet die Airline keinen Ersatzflug an, bleibe man bei Airlines aus einem Nicht-EU-Land auf den Kosten für einen selbst gebuchten Rückflug sitzen, sagt Kühn. Eine EU-Airline indes müsste die Kosten für Ersatzflug, Hotel und Verpflegung für die Dauer der Wartezeit erstatten. Kühn: „Flug-Ansprüche auf Ausgleichszahlungen bestehen bei einer Pandemie generell nicht.“

Warum werden nur Patienten getestet, die Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten oder aus einem Risikogebiet kommen? So gibt es doch eine sehr hohe Dunkelziffer.

Fachleute sagen seit Beginn der Pandemie, dass es die Kapazitäten der Labore sprengen würde, würde jeder auf das Coronavirus getestet. „Wir werden es einfach nicht schaffen können, alle zu testen, nicht einmal die besonders infektionsgefährdeten Mitmenschen“, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz. „Die Testungen sollen vorwiegend nicht das eigene Risiko, sondern das Übertragungsrisiko in der Gesellschaft vermindern.“ Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, nur jene zu testen, bei denen ein begründeter Verdacht besteht. Massen-Tests könnten dazu führen, dass es bei tatsächlichen Verdachtsfällen aufgrund überlasteter Labore erst spät Klarheit gebe.

Wir benötigen Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen. Bisher mussten wir das Rezept persönlich beim Arzt in Hamburg abholen. Dürfen Ärzte das Rezept nun auch verschicken?

„Das Betäubungsmittelgesetz setzt einen besonders strengen Rahmen“, sagt Lungenfacharzt Birkholz. Wahrscheinlich betreffe das auch andere Patienten dieses Arztes, daher rät Birkholz, den betreuenden Arzt mit dieser Frage anzusprechen. „Eine Ersatzregelung ist mir derzeit nicht bekannt.“

Die Fallzahlen der Johns Hopkins University (JHU) tauchen häufig in den Nachrichten auf. Was hat es damit auf sich?

Die JHU ist ein auf Infektionskrankheiten spezialisiertes Forschungszentrum in Baltimore (USA), das seit Januar Daten zum Coronavirus sammelt und diese mehrfach am Tag auf seiner Internetseite aktualisiert. Auffallend ist, dass die Zahlen der JHU für Deutschland höher liegen als etwa die des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das ist darauf zurückzuführen, dass unterschiedliche Quellen verwendet werden. Die JHU bezieht sich unter anderem auf die WHO, nationale Behörden und lokale Medien. Beim RKI hingegen laufen die offiziellen Meldungen der Gesundheitsämter und der Ministerien der Bundesländer etwas verzögert zusammen. Grob gesagt schaue man mit den RKI-Zahlen zehn, wenn nicht gar zwölf Tage zurück, kritisierte ein Virologe kürzlich bei „Deutschlandradio“.

Leserfragen vom 24. März

Darf ich einen Menschen besuchen, der Heuschnupfen hat?

Im Moment sollten sämtliche privaten Besuche unterlassen werden, sagt der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte Dr. Sven Birkholz. Bei der am Sonntag veröffentlichten Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen geht es darum, Zusammenkünfte von Menschen auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Vor allem Sozialkontakte außerhalb der in einem Haushalt lebenden Menschen sollten vermieden werden, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. “Heuschnupfen ist dabei gar nicht das Problem, sondern die medizinische Notwendigkeit, sämtliche Ansteckungswege zu vermeiden”, sagt Birkholz.

Meine Mutter ist 94 Jahre alt. Weil sie dement ist und nicht ohne Aufsicht bleiben kann, lebt sie mit einer Seniorenbetreuerin in ihrem Haus. Bisher bin ich dreimal in der Woche zu ihr gefahren, um die Pflegerin zu entlasten. Wie verhalte ich mich bei einer Ausgangssperre?

Noch ist eine Ausgangssperre nicht verhängt worden und gilt als “letzter Schritt”, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Aktuell weist das Land Niedersachsen darauf hin, dass gerade ältere Menschen am besten geschützt werden, wenn auf Besuche verzichtet wird - verboten ist es aber nicht. Dem Robert-Koch-Institut zufolge steigt vor allem bei Menschen ab 50 bis 60 Jahren das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs durch eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Der Allgemeinverfügung zufolge ist es zulässig, hilfebedürftige Personen zu betreuen, auch um sie zum Beispiel mit Lebensmitteln zu versorgen.

Darf ich zum Einkaufen mit dem Auto von Altkloster nach Apensen fahren?

Ja. Der Weg zum Supermarkt bleibt weiter möglich. Die “Versorgung mit Lebensmitteln” gilt laut der Allgemeinverfügung als notwendig. Es sollte aber darauf geachtet werden, den Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Menschen einzuhalten.

Darf ich auf diesen Fahrten einen Zwischenstopp machen, um mit meinen Hunden auf einsamen Feldwegen Gassi zu gehen?

Ja, die Hunde dürfen ausgeführt werden. Sollten ihnen dort andere Menschen begegnen, sollte der Mindestabstand eingehalten werden.

Darf ich alleine oder als Ehepaar spazieren gehen?

Ja, der Aufenthalt draußen ist nicht verboten. Laut der Allgemeinverfügung dürfen Menschen alleine oder mit den Personen, mit denen sie in einem gemeinsamen Haushalt leben, spazieren gehen. Demnach darf zum Beispiel auch eine Familie mit drei Kindern zusammen an die frische Luft gehen.

Wie lange können die Corona-Viren überleben, zum Beispiel auf Türklinken, im Supermarkt auf Lebensmittelverpackungen, Einkaufswagen, Münzen und Geldscheinen?

Coronaviren überlebten nur relativ kurze Zeit zum Beispiel auf Geldscheinen und Türklinken, wenigstens einige Stunden lang, sagt Lungenfacharzt Birkholz. Er rät, regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen. “Neben dem Coronavirus lauern schließlich auch andere Erreger auf ihre Chance.” Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass Menschen sich etwa durch kontaminierte Lebensmitteln oder Gegenstände mit dem Coronavirus infiziert haben. Denkbar aber sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit dem Virus kontaminiert wurden.

Im Supermarkt fassen Menschen etwa Gemüse an und legen es wieder zurück. Kann das Coronavirus dadurch übertragen werden? Und was ist mit freilaufenden Hunden, die einen anspringen und ablecken?
Bislang gebe es “glücklicherweise” keine Hinweise auf eine Übertragung des Coronavirus durch Nahrungsmittel oder Haustiere, sagt Lungenfacharzt Birkholz.

Darf ich noch joggen gehen?

TAGEBLATT: Ja. Sport, Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft sind erlaubt. Allerdings sollte ein Abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden, heißt es in der Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Ausgenommen davon sind Personen, die in der gemeinsamen Wohnung wohnen.

Darf ich meine alten Eltern in ihrem Haus besuchen – sofern ich gesund bin?

Davon wird zurzeit abgeraten. Dem Robert-Koch-Institut zufolge steigt ab 50 bis 60 Jahren das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs durch eine Ansteckung mit dem Coronavirus stetig mit dem Alter an, auch ohne Vorerkrankung. Generell sollte der Kontakt zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts auf ein „absolut nötiges Minimum“ reduziert werden, heißt es in der Verfügung.

Mein Mann ist pflegebedürftig und wird tagsüber in einer Tagespflege betreut. Diese Einrichtung hat inzwischen geschlossen. Jetzt betreue ich meinen Mann. Was kann ich tun, um keine Schwierigkeiten bei der Arbeit zu bekommen?

„Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dass entweder das Arbeitszeitkonto belastet oder Erholungsurlaub genommen wird“, sagt der Rechtsanwalt Manfred von Gizycki vom Arbeitgeberverband Stade Elbe-Weser-Dreieck. Alternativ könne das Arbeitsverhältnis für maximal einen Monat „ruhend gestellt“ werden, ohne vor allem den Schutz der Krankenversicherung zu verlieren. Denkbar sei auch, so Gizycki, dass eine Kurzzeitpflege oder Freistellung für eine Pflegezeit von bis zu sechs Monaten beantragt werde. „In beiden Fällen gibt es allerdings keine finanzielle Kompensation durch den Arbeitgeber“, sagt Gizycki.

Warum sind Physiotherapie-Praxen noch geöffnet? Dort kann man sich bestimmt leicht mit dem Coronavirus anstecken.

Laut der Allgemeinverfügung gelten nun auch Einschränkungen für Physiotherapeuten, da bei Behandlungen der Mindestabstand von 1,5 Meter von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann. Daher ist eine Behandlung beim Physiotherapeuten untersagt, es sei denn, sie ist durch eine ärztliche Bescheinigung unaufschiebbar.

Wie hoch ist die geschätzte Dunkelziffer der mit dem Coronavirus Infizierten im Landkreis Stade?

Es gibt eine Dunkelziffer. Diese lässt sich aber nur schwer bestimmen. Das hängt beispielsweise damit zusammen, dass viele Fälle milde verlaufen und auch davon ab, wie viele Menschen getestet werden. Der Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte, Dr. Sven Birkholz, geht davon aus, dass die Zahl der Infizierten fünf Mal höher liegen könnte als die offizielle Zahl. Aber die Dunkelziffer lässt sich schwer bestimmen.

Wir haben Reisen nach Mallorca und Grönland im Juni und August gebucht und jeweils eine Anzahlung geleistet. Der Rest ist bald fällig. Sollen wir die Reisen stornieren, damit wir keinen finanziellen Verlust erleiden?

Es komme immer darauf an, wie weit in der Zukunft die gebuchte Leistung liege, sagt Oliver Kühn, Geschäftsführer des in Buxtehude ansässigen Magazins „Reise & Preise“. Das Auswärtige Amt habe klargestellt, dass die derzeitige weltweite Reisewarnung aufgrund des Coronavirus mindestens bis Ende April aufrechterhalten werde. Alle Pauschalreisen, die bis dahin beginnen sollten, könnten kostenfrei storniert werden. Beginne die Reise erst später, sei es ratsam, zunächst von einer Stornierung abzusehen, da andernfalls mit Stornokosten gerechnet werden müsste, so Kühn.

Wir haben einen Familienurlaub ab dem 5. April in Timmendorfer Strand gebucht und bereits bezahlt. Nach Anordnung der Landesregierung Schleswig-Holsteins dürfen wir jetzt nicht mehr einreisen. Haben wir einen Anspruch auf die Erstattung der Kosten für die Unterkunft und das Frühstück?

Zwischen Pauschalreisen und selbst gebuchten Reiseleistungen bestehe ein großer rechtlicher Unterschied, sagt Oliver Kühn vom Magazin „Reise & Preise“ aus Buxtehude. Pauschalreisende könnten ihre Reisen immer dann kostenfrei absagen, wenn außergewöhnliche Umstände aufträten, durch welche die Durchführung der Pauschalreise erheblich beeinträchtigt werde. Individualreisende, die zum Beispiel Flug oder Hotel separat gebucht haben, seien immer auf die Kulanz der Airline beziehungsweise des Hotels angewiesen, sagt Kühn.

Alle sprechen davon, dass Vorerkrankte besonders geschützt werden müssen. Leider gibt es keine vernünftige Regelung dazu, wie dies geschehen soll. Wie sollen Vorerkrankte, die beispielsweise im Einzelhandel nah am Kunden sind, geschützt werden? Gibt es dazu gesetzliche Regelungen und Vorschriften für den Arbeitgeber? 

Der Arbeitgeber hat grundsätzlich zwar gegenüber seinen Arbeitnehmern eine Fürsorgepflicht, diese besteht nach Ansicht von Dr. Sven Birkholz, Stader Lungenfacharzt und NDR-TV-Experte, aber nur, soweit es die Natur der Dienstleistung gestattet. „Viele Arbeitgeber haben kreative Wege gefunden, das Ansteckungsrisiko zu minimieren“, sagt er. An den meisten Supermarktkassen sitzen seinen Informationen nach zunehmend Freiwillige.

Mich würde einmal interessieren, ob man an die im Notfall-Krankenhaus in Wiepenkathen gelagerten Geräte und Desinfektionsartikel gedacht und sie mit berücksichtigt hat. Es wäre doch schade, wenn dort Equipment lagern würde, das jetzt oder in naher Zukunft gebraucht wird.

Nach Angaben von Landrat Michael Roesberg handelt es sich bei dieser Einrichtung um ein ehemaliges Hilfskrankenhaus, das bereits zurückgebaut wurde. Genannte medizinische Vorräte sind dort nicht vorhanden. „Das ist kein Krankenhaus mehr, das ist ein Keller“, so Roesberg. Auch für einen dauerhaften Aufenthalt von Menschen dürfe es nach heutigen Vorgaben nicht genutzt werden.

Ich vermute Corona gehabt zu haben. Eine Kontaktperson war im Risikogebiet, hatte alle Symptome und ich zwei Tage später auch. Ich bin jetzt die fünfte Woche krank, schlapp und habe Husten mit Auswurf. Meine Lunge wurde jetzt geröntgt, war aber in Ordnung. Kann ich noch ansteckend sein? Ich gehöre als 55-jährige Diabetikerin zur Risikogruppe. Was muss ich beachten?

„Falls Sie eine Covid-19-Erkrankung hatten, ist nach den derzeitigen Daten, nicht mehr von einer Ansteckungsfähigkeit auszugehen“, teilt Dr. Sven Birkholz mit. Der lange Verlauf spricht ihm zufolge übrigens eher für die saisonale Grippe. Sein Rat: Haben Sie Vertrauen zu Ihrem Hausarzt, eine Testung ist nicht notwendig.

Können Sie mir sagen, welche Mittel zur Flächendesinfektion in meinen Praxisräumen geeignet sind? Falls keine herkömmlichen Mittel mehr verfügbar sind, wäre dann auch Wodka geeignet?

Das Coronavirus ist vergleichsweise empfindlich, Dr. Sven Birkholz verweist auf die Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI), nach denen geprüfte Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ oder stärker ausreichen. Hierfür gibt es die sogenannte RKI-Liste und VAH-Liste. Zum zweiten Teil der Frage hat der Lungenfacharzt eine deutliche Antwort: „Wodka erfüllt diese Voraussetzungen nicht.“

Gibt es schon einen Test auf Antikörper des Virus oder kann nur eine aktive Erkrankung diagnostiziert werden?

Antikörpertests werden nach Informationen von Dr. Sven Birkholz derzeit entwickelt. Wichtig: Diese Tests können nur eine abgelaufene Infektion nachweisen und werden frühestens nach sieben bis zehn Tagen positiv. Birkholz: „Für den Nachweis der aktiven Erkrankung ist daher weiterhin ein Erregernachweis aus dem Abstrich erforderlich.“

Wie verhalte ich mich, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist?

Es hilft nichts, bei Erkrankungen im Familienkreis ist eine häusliche Isolierung des Betroffenen von allen weiteren Personen unbedingt erforderlich. Dr. Sven Birkholz empfiehlt eine zeitliche und räumliche Trennung, möglichst mit eigenem Zimmer und Bad. Der Lungenarzt verweist auf die Seiten des RKI (www.rki.de) und das Gesundheitsamt, die Informationen über die Maßnahmen bereithalten.

Ich habe Asthma. Gehöre ich damit zur Risikogruppe, bin besonders gefährdet?

TAGEBLATT: Bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen kommt es eher zu einem schweren Verlauf, sie gehören zu den Risikogruppen. Darunter fallen unter anderem Personen mit Erkrankungen der Lunge (zum Beispiel Asthma).

Wird die Müllabfuhr (auch gelbe Säcke et cetera) in den kommenden Wochen wie gewohnt aufrechterhalten?

Stand jetzt gibt es bei der Müllabfuhr im Landkreis Stade keine Probleme. „Wir fahren alle Touren in allen Bereichen“, sagt Lars Koch, Sprecher des Unternehmens Karl Meyer aus Wischhafen. Das Unternehmen hat die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen innerhalb des Unternehmens noch einmal deutlich verschärft. Dazu gehören getrennte Schichten, keine gemeinsamen Pausen oder Konferenzen, Homeoffice und zusätzliche Schutzausrüstung für die Mitarbeiter.

Ich würde gern wissen, ob man mit seinen Kindern seinen eigenen Garten (nicht an der Straße und von hoher Hecke umgeben) ganz normal nutzen darf, falls man in Quarantäne kommt oder falls es eine Ausgangssperre gibt.

Wer einen eigenen Garten (oder einen Balkon) hat, ist bei einer Ausgangssperre gut dran. Im eigenen Garten können Sie und Ihre Kinder bedenkenlos draußen sein, da Sie dort niemanden gefährden. Gartenbesitzer sollten allerdings den Schnack über den Gartenzaun oder die niedrige Hecke mit anderen Menschen meiden.

Ich muss in den nächsten Tagen nach Kiel. Dort wohnt mein Sohn. Da er keine Möglichkeit hat seine Bekleidung zu waschen, bringe ich ihm saubere Wäsche. Ist das noch möglich oder wird das auch verboten?

Das Reisen in Niedersachsen ist nicht verboten. Schleswig-Holstein ist für Touristen gesperrt; Familienbesuche sind nicht explizit verboten. Falls eine Ausgangssperre verhängt wird, werden Ausnahmen möglich sein. Notwendige Familienbesuche wären eventuell erlaubt, zum Beispiel zur Versorgung von Hilfsbedürftigen. Bedenken sollten Sie aber: Jeder nicht zwingend erforderliche Kontakt mit Menschen, also auch mit Familienmitgliedern, sollte vermieden werden, damit das Virus sich nicht weiter ausbreiten kann.

Hallo, gibt es Berichte von Leuten, die wieder gesund sind?

Im Landkreis Stade gibt es noch keine Berichte von Menschen, die am Corona-Virus erkrankten und jetzt wieder gesund sind.

Darf meine Familie aus Schwerin und Rostock noch zu Besuch kommen beziehungsweise dürfen wir sie zur Zeit besuchen?

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat per Erlass sämtliche Übernachtungen zu touristischen Zwecken in Niedersachsen untersagt. Ein Einreiseverbot für Niedersachsen ist nach derzeitigen Informationen nicht verhängt. Dennoch sollten die Verwandten aus Schwerin und Rostock von Besuchen in Niedersachsen absehen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern.

Ist es sinnvoll, dass Baumärkte geöffnet haben dürfen?

Landrat Michael Roesberg sagt: Baumärkte dürfen öffnen, das hat das Land Niedersachsen so entschieden. Wobei wir bedenken müssen, dass der gesamte Handwerksbereich weiter arbeiten darf, insofern gibt es auch eine Berechtigung für die Öffnung der Märkte, damit die Handwerker ihre Materialien kaufen können. Persönlich kann man sicherlich geteilter Meinung sein und sich fragen, ob ein Gartenmarkt oder ein Friseur geöffnet haben darf.

Mich würde interessieren, wie es in den Krankenhäusern in der Umgebung aussieht?

Nach Auskunft von Siegfried Ristau, Geschäftsführer der Elbe Kliniken, gibt es derzeit nur wenige infizierte Corona-Patienten im Klinikum. Ristau sieht seine Kliniken in Stade und Buxtehude für einen Anstieg der Fallzahlen gerüstet.

Kann der Arbeitgeber verlangen, dass der stornierte Urlaub trotzdem genommen wird?

Der Arbeitgeber übt bei der Gewährung von Urlaub kein Weisungsrecht aus, sondern kommt seiner Pflicht als Schuldner nach, darauf weist Manfred von Gizyckivom Arbeitgeberverband Stade hin.In der Regel kommt der Arbeitgeber, wie auch in dem Beispiel des unmöglich gewordenen Urlaubs, dem konkreten Wunsch des Arbeitnehmers nach. Hat der Arbeitgeber die Freistellungserklärung abgegeben, so ist er daran ebenso gebunden wie der Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer hat also keinen Anspruch auf Rücknahme der Urlaubsgewährung und Weiterbeschäftigung.

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