03.08.2020, 18:00
Streit zwischen zwei Familien: Polizisten in Buxtehude mehrfach beleidigt

BUXTEHUDE. „Das war schon hart für die Kollegen“, sagt Robert Schlimm. Der kommissarische Leiter der Buxtehuder Polizei war von der Aggressivität der Teilnehmer an einer Auseinandersetzung zwischen zwei Familien am Freitag entsetzt. Und am Wochenende ging der Streit weiter.

(letztes Update am 3. August um 17.41 Uhr: Informationen über eine weitere Auseinandersetzung hinzugefügt)

Das TAGEBLATT berichtete in seiner Sonnabendausgabe darüber. „Es gab im Vorfeld überhaupt keine Hinweise auf diese Eskalation“, so Robert Schlimm. Polizisten seien dabei auch als „Nazis“ beschimpft worden. Am Montag bestätigte die Polizei außerdem, dass die Auseinandersetzungen auch am Sonnabend und Sonntag, allerdings mit deutlich weniger Teilnehmern, weitergegangen sind.

Fast 40 junge Männer, nach Zeugenaussagen fast alle mit Migrationshintergrund, waren wie das TAGEBLATT berichtete in Buxtehude an der Hansestraße an einem Imbiss in Streit geraten. Als die Polizei schlichtend eingreifen wollte, kam es zu körperlichen und verbalen Angriffen auf die Polizisten. Besonders weibliche Polizisten wurden von den jungen Männern massiv beschimpft, wie es Augenzeugen und Polizei bestätigen. Eine Polizistin wurde durch einen Stoß mit einem Stuhl leicht verletzt.

Verstärkung durch rund ein Dutzend Streifenwagen

Zuvor hatten zwei der Polizei aus anderen Anlässen bekannte 25- und 27-jährige Buxtehuder ein Familienmitglied einer anderen Buxtehuder Familie bedroht. Die beiden Männer wurden dann schließlich am Freitagabend von einer Gruppe von am Ende 40 jungen Leuten verfolgt. Sie verschanzten sich in dem Imbiss in der Hansestraße. Die hinzugerufenen Polizisten versuchten dann, die beiden Parteien zu trennen. Dabei wurden sie verbal höchst aggressiv angegangen, beleidigt und bedroht.

Die Buxtehuder Polizei bekam die Situation in den Griff, als sie Verstärkung durch rund ein Dutzend Streifenwagen aus Neu Wulmstorf, Zeven, Fredenbeck, Buchholz, Tostedt, Sittensen und Stade bekam.

Auseinandersetzungen gingen am Wochenende weiter

Die Polizisten sprachen diverse Platzverweise aus und nahmen zwei 20 und 23 Jahre alte Männer als Hauptaggressoren vorübergehend in Gewahrsam. Der 23-Jährige schlug dabei beim Transport zur Wache dann noch eine Scheibe eines Streifenwagens ein. Die Polizisten mussten teilweise Pfefferspray einsetzen, um sich selbst zu schützen und Herr der Lage zu werden.

Auch in den darauffolgenden Tagen kam es wiederholt im Bereich der Sagekuhle zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen den Parteien, auch hier wurden die eingesetzten Beamten erneut beleidigt und bedroht. Es wurden Strafanzeigen wegen Bedrohung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte gestellt. Die Ermittlungen in der Sache zu den Straftaten und den möglichen Hintergründen der Streitigkeiten dauern an. Die Buxtehuder Polizei setzt jetzt auf schnelle Ermittlungen gegen die Hauptaggressoren, um solche Situationen künftig zu verhindern.

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