UPDATE
09.07.2019, 13:25
Wut auf Fremdparker: Autos rund um den Hamburger Flughafen beschädigt

HAMBURG. Achtung an Reisende, die ihr Auto in der Nähe des Hamburger Flughafens abgestellt haben: Bei über 130 Fahrzeugen im Bereich Langenhorn und Groß Borstel wurde der Lack zerkratzt und die Reifen aufgestochen. Auffällig: Fast alle Autos hatten auswärtige Kennzeichen.

(Letztes Update von Dienstag, 9. Juli, 18.57 Uhr: Informationen von unserer Hamburg-Korrespondentin wurden hinzugefügt)

Für mehr als 130 Urlauber, die vermutlich vom Hamburger Flughafen aus in die Ferien geflogen sind, dürfte die Rückkehr mit einer bösen Überraschung beginnen: In der Nacht zu Montag sind mehr als 130 Autos beschädigt worden, die in den Straßen rund um den Airport abgestellt worden waren. Es wurden Reifen zerstochen oder der Lack der Autos zerkratzt, wie die Polizei gestern mitteilte.

Da es sich fast ausschließlich um Autos mit auswärtigen und ausländischen Kennzeichen handelt, geht auch die Polizei davon aus, dass es sich um Urlaubs-Dauerparker handelt, die Gebühren am Flughafen sparen wollten und deshalb auf die umliegenden Straßen ausgewichen sind. Ein Spaziergänger hatte am Montagmorgen mehrere beschädigte Autos im Stadtteil Langenhorn gesehen und daraufhin die Polizei verständigt.

Hinweise auf den oder die Täter gibt es derzeit noch nicht. Aufgrund der Vorgeschichte liegt aber die Vermutung nahe, dass möglicherweise Anwohner aus Wut über die Dauer-Fremdparker am Werk waren. 

Besonders viele Fremdparker während Ferienzeit

Tagelang, manchmal mehrere Wochen, stellen Flugreisende aus dem Umland und aus Dänemark ihre Fahrzeuge in den Wohnstraßen in Fuhlsbüttel, Langenhorn, Groß Borstel und Alsterdorf ab. Besonders schlimm ist es im Sommer und während der Ferien.

Betroffene Bewohner reagierten  darauf bereits Ende 2017 mit einer Online-Petition von etwa 1000 Unterschriften an den zuständigen Innensenator Andy Grote (SPD), mit der sie eine Ausweitung der Bewohnerparkzonen forderten. Mit Erfolg:  Die Stadt hat zum 17. Juni fünf weitere Bewohnerparkzonen  rund um den Flughafen ausgewiesen. Für alle Fahrzeuge gilt in diesen Bereichen die Parkscheibenpflicht mit einer Höchstparkdauer von drei Stunden. Bewohner mit Parkausweis sind davon ausgenommen.

Hälfte der Straße durch Dauerparker belegt

Hamburgs Innensenator Grote: „Durch die Erweiterung des Bewohnerparkgebietes wollen wir die Anwohner von Flughafen-Fremdparkern entlasten. Wir hoffen, dass sich damit auch der Parksuchverkehr in den Wohngebieten rund um den Airport reduziert und die Anwohner künftig wieder schnell einen Parkplatz vor der eigenen Haustür finden.“

Der Landesbetrieb Verkehr hatte nach eigenen Angaben zur Ferienzeit im Juli 2018 die Parksituation beim Helmut-Schmidt-Airport analysiert und einen „vergleichsweise hohen Parkdruck“ festgestellt. „Insbesondere stellen dort viele Auswärtige ihr Fahrzeug für mehr als 32 Stunden ab“, bilanzierte der Landesbetrieb. In einigen Straßen, darunter der Justus-Strandes-Weg, sei etwa die Hälfte des vorhandenen Parkraums durch solche Dauerparker belegt gewesen.

Die Wohngebiete um den Flughafen haben sich zu einem Geheimtipp entwickelt. Für Fluggäste, die kostenfreie Parkplätze suchen. Zu einem Geheimtipp für Firmen, die ihnen von Kunden  am Flughafen übergebene Autos dort abstellen. Und zu einem Geheimtipp für die Polizei, die Autos dorthin umsetzen lässt, die widerrechtlich in einer benachbarten Anwohnerparkzone abgestellt worden sind. „Fuhlsbüttel wird mehr und mehr ein Kundenparkplatz des Hamburger Flughafens“, hieß es  in der Online-Petition, die  Anwohner Enno Dietrich ins Leben gerufen hatte.

Hinweise zu den aktuellen Fällen erbittet die Polizei unter Telefon (040) 4286-56789.

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