07.12.2017, 16:03
36 Prozent der Buxtehuder Radler ohne Licht unterwegs

BUXTEHUDE. Die Polizei hat am Mittwochabend, unterstützt von Klaus Huhn von der Fachgruppe Sicherheit, in der Bahnhofstraße 94 Fahrradfahrer kontrolliert. „34 waren ohne Licht unterwegs“, sagte Thomas Zündel vom Polizeikommissariat Buxtehude dem TAGEBLATT.

Die Radler traf es nicht unerwartet, schließlich hatten die Stadtverwaltung und die Polizei die Verkehrssicherheitsaktion „Ihre Sichtbarkeit liegt uns am Herzen“ in Print-Medien und Internet frühzeitig angekündigt.

Einige Radler wollten beim Anblick noch schnell die Straßenseite wechseln – vergeblich. Die Beamten hatten sich auf beiden Seiten postiert. Bei Verstößen kassierten die Polizisten ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro. Bei der Gefährdung anderer und bei einem Unfall sind sogar 25 beziehungsweise 35 Euro möglich.

Mehrere Fußgänger und Radler begrüßten die Aktion. Wer kein funktionierendes Licht hatte, musste absteigen und schieben.

Klaus Huhn und die Polizisten verteilten reflektierende Blinkis, Kragen und Schnappbänder; außerdem gab’s eine Broschüre mit den wichtigsten Verkehrsregeln von ADAC und Polizeiberatung auf den Weg (Deutsch, Englisch und Arabisch).

Buxtehude ist Hochburg der Fahrraddiebe

Unter dem Strich waren am Mittwochabend 36,2 Prozent der kontrollierten Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs – größtenteils Erwachsene. Im Zuge der Aktion überprüften die Beamten auch die Rahmennummer, um zu sehen, ob das Rad als gestohlen gemeldet war. Schließlich ist Buxtehude seit Jahren eine Hochburg der Fahrraddiebe.

Stadt und Polizei wollen mit der Aktion auch verhindern, dass die Unfallzahlen weiter steigen. Stichwort Mitverschulden: Wer nachts oder in der Dämmerung ohne Licht unterwegs ist und trotz Vorfahrt von einem Pkw erfasst wird, kann laut Rechtsprechung sogar einen Teil seines Schmerzensgeldanspruchs verlieren. Ohne Licht würden Radler zu spät erkannt: Ein Autofahrer, der mit 50 km/h unterwegs sei und einen Radler zu spät erkenne, bringe seinen Pkw erst nach 25 Metern zum Stehen, bei 30 km/h seien es noch 13 Meter.

Vorgeschrieben sind ein weißer Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht. Diese dürfen auch batteriebetrieben sein und müssen tagsüber nicht mitgeführt werden, jedoch das Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts tragen. Für gute Sichtbarkeit von der Seite sind wahlweise Reflektorstreifen oder Speichenreflektoren (je zwei pro Rad) vorgeschrieben. Auch ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten sind obligatorisch.

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