23.05.2020, 10:45
400.000 Euro Schaden: Großbrand auf Recyclinghof in Harsefeld nach 15 Stunden gelöscht
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HARSEFELD. Ein Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingbetriebs im Flecken Harsefeld hat am Sonnabend erheblichen Sachschaden angerichtet. Das Feuer ist gelöscht. 250 Freiwillige waren fast 15 Stunden im Einsatz.


(Letztes Update am 24. Mai um 01.21 Uhr: Details zum Einsatz, Bildergalerie und Video hinzugefügt.)

Ein interner Alarm rief am Sonnabendmorgen um kurz vor 9 Uhr die Mitarbeiter auf dem Plan. Sie bemerkten Rauchschwaden in einer Halle auf dem Betriebshof am Horster Weg. Dort hatte sich offenbar aus bislang unbekannter Ursache Müll entzündet. Die Angestellten unternahmen noch eigene Löschversuche mit Feuerlöschern – vergeblich. Schließlich setzten sie einen Notruf ab und begaben sich ins Freie. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute zog beißender Rauch über das Gelände. Unter schwerem Atemschutz gingen die Freiwilligen vor und bekämpften den Brand mit Wasser. Sie mussten mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen verlegen, um ausreichend Löschwasser an die Einsatzstelle pumpen zu können. Die Mitarbeiter des Betriebes unterstützten die Feuerwehrleute dabei, mit Baggern und Radladern den Müll auseinander zu ziehen.


Auch aufgrund des auffrischenden Windes breitete sich das Feuer rasch aus, griff auf das mit Eternitplatten eingedeckte Dach und schließlich auch auf die Holzkonstruktion der 1980 errichteten Halle über. Binnen weniger Minuten stand die Halle lichterloh in Brand. Eine große dunkle Rauchwolke zog in Richtung der Ortschaft Weißenfelde, sie war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Einsatzleiter Johann Böker, Zugführer der Harsefelder Feuerwehr, ließ weitere Kräfte alarmieren. Neun Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde Harsefeld sowie Freiwillige aus Apensen rückten aus. Von der Kreisfeuerwehr kamen die Umweltgruppe Nord, die Fachgruppe Messen und Spüren, der Schaumzug sowie der Fernmeldezug mit dem Einsatzleitwagen II zur Koordination des Funkverkehrs an die Einsatzstelle. Zeitweise waren 250 Ehrenamtliche vor Ort.

Es bestand Explosionsgefahr

Geborstene Eternitplatten flogen um her, Teile der Hallenkonstruktion brachen in sich zusammen. Die Freiwilligen konnten nur noch von außen löschen, ein Betreten des Komplexes wäre zu gefährlich gewesen. Im letzten Moment gelang es den Feuerwehrleuten, auf dem Außengelände direkt an der Brandstelle abgestellte Gasflaschen zu kühlen und schließlich aus dem Gefahrenbereich zu holen. Es bestand Explosionsgefahr. Mit einem Bagger rissen sie eine Schneise in die brennende Halle, um ein Übergreifen auf den Verwaltungstrakt zu verhindern.

Zudem gelang es den Einsatzkräften, eine angrenzende Halle eines anderen Betriebes vor den Flammen zu schützen. Später setzten sie großflächig Schaum ein, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Mit einem Bagger konnten die kokelnden Müllhaufen in der Halle auseinanderschoben und abgelöscht werden. Am Mittag war das Feuer unter Kontrolle. Bis in die Nacht hinein liefen die Löscharbeiten, mit einem massiven Einsatz von Löschschaum konnte der Brand schließlich erstickt werden. Um kurz vor Mitternacht meldete Einsatzleiter Johann Böker: "Das Feuer ist aus." 

 


Die Umweltspezialisten der Kreisfeuerwehr nahmen Messungen der Luft in den umliegenden Ortschaften vor. Neben den üblichen bei Bränden freigesetzten Schadstoffen habe es keine Feststellungen gegeben, sagte Kreisfeuerwehrsprecher Stefan Braun. „Es bestand keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.“ Dennoch wurden die Bewohner der umliegenden Siedlungen per Rundfunkdurchsage und Warn-App Nina gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Keine Verletzten

Um das kontaminierte Löschwasser aufzufangen, schütteten Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Recyclingbetriebes Sandhaufen auf. Eine Fachfirma pumpte das Gemisch später ab. Mit ihrer neuen Drohne kontrollierten die Harsefelder Feuerwehrleute die Ruine auf Glutnester.

 


Verletzte waren nicht zu beklagen. Hauptamtliche Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Bargstedter Rettungswache und Ehrenamtliche der Stader Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes standen für den Ernstfall bereit. Die Nachlöscharbeiten dauern am Nachmittag noch an, die Verpflegungsgruppe der Ahlerstedter Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes brachten den Einsatzkräften eine Stärkung. Die Brandursache ist noch unbekannt. Beamte der Harsefelder Polizeistation und der Tatortgruppe der Stader Polizeiinspektion haben die Spuren des Feuers dokumentiert und die Mitarbeiter befragt.

Weitergehende Erkenntnisse werden von den Recherchen der Brandexperten der Polizei erwartet, die in den kommenden Tagen anlaufen sollen. Kreisbrandmeister Peter Winter, der sich zusammen mit Harsefelds Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann (parteilos) vor Ort ein Bild von der Lage verschafft hat, bezifferte den entstandenen Sachschaden nach ersten Schätzungen auf 400.000 Euro.

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