UPDATE
22.09.2020, 09:44
Brand in der Buxtehuder Altstadt löst Großalarm aus

BUXTEHUDE. Großalarm für den Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude: Ein Handwerker hatte am Dienstag um kurz vor 7.45 Uhr in einem der ältesten Fachwerkhäuser in der Altstadt – dem 1542 erbauten Fachwerkhaus „Breite Straße 17“ – einen Schwelbrand entdeckt.

(Letztes Update am 22. September um 20 Uhr: Details zum Einsatz und Bilder hinzugefügt.)

Bei älteren Feuerwehrleuten werden bei Alarmmeldungen wie dieser sofort Erinnerungen an Einsätze wie das Großfeuer vom Heiligabend 1980 wach, als bei einer Feuersbrunst zwischen dem Hasenmoor und der Langen Straße insgesamt fünf Häuser in Flammen aufgegangen waren: Die Diskothek Fever, das PrismaKino, eine Pizzeria, eine Reinigung und ein Bekleidungsgeschäft lagen in Schutt und Asche.

Es war das größte Feuer seit dem Großen Stadtbrand vom 14. August 1911. Damals waren 42 Häuser zwischen der Breiten Straße und der Kirchenstraße abgebrannt. Auch das gotische Rathaus von 1408 lag nach dem Feuer in Trümmern, mehr als 200 Buxtehuder wurden obdachlos.

Die Breite Straße in Buxtehude wurde für die Löscharbeiten teilweise gesperrt. Foto: Vasel

Feuer in der Altstadt sind brandgefährlich

Damals wie heute gibt es teilweise keine Brandmauern, oft lediglich einfache Lehmmauern, zwischen den Denkmälern in der Altstadt. „Aus einem ‚Feuer klein‘ kann ganz schnell ein Großfeuer werden“, sagte Ortsbrandmeister Jürgen Meyer. Deshalb rückte Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude unter anderem mit der Drehleiter aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr rauchte es bereits aus dem Fachwerkhaus und dem Nachbargebäude (Nr. 19 – 21) mit einem Immobilienmakler-Büro im Erdgeschoss. Hier hatte bis 2019 das 1858 gegründete Stahlwaren-, Waffen- und Geschenkartikelgeschäft „Rulffs“ seinen Sitz.

„Es glimmte“, sagte Ortbrandmeister Meyer. Vor dem Löschen musste der Löschtrupp unter Atemschutz, das Fachwerkgefach – nur eine dünne Mauer trennte die Gebäude – aufstemmen. Die glimmenden Balken zogen sich durch beide Gebäude. Ein Ausbreiten konnte dank des frühen Notrufs und des schnellen Einsatzes der Feuerwehr verhindert werden. Der Fußboden in dem Maklerbüro musste teils aufgestemmt werden, mit der Wärmebildkamera suchten die Einsatzkräfte nach Glutnestern. Die Fußgängerzone war teilweise gesperrt. Um 9.45 Uhr meldete der Ortsbrandmeister: „Feuer aus!“


Fachwerkhaus ist ein Kleinod

Das dreigeschossige Fachwerkgebäude von 1542 mit den Vorkragungen wird gerade grundsaniert, ein ’sFachel-Shop wird dort einziehen. Örtliche Kleinerzeuger und Kunsthandwerker aus dem Kreativ-, Design- und Delikatessenbereich werden dort ihre Waren anbieten können. Das Wohn- und Geschäftshaus mit Luke und Aufzug im Giebel wird von geschnitzten Fratzen geziert, ähnlich wie am Haus Fischerstraße 3 (1553). Die Vorlagen dafür stammen aus Italien, am Dogenpalast in Venedig sind die Originale zu entdecken – aus Stein.

Die Ermittler des Buxtehuder Polizeikommissariates haben die Recherchen zur Brandursache aufgenommen, diese ist laut den Beamten „noch offen“. Brandstiftung komme jedoch nicht infrage.

Auf der Suche nach Glutnestern rissen die Einsatzkräfte eine Wand zwischen den Häusern ein. Foto: Vasel

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