UPDATE
10.02.2019, 14:22
Containerschiff kollidiert mit Fähre - Totalschaden

BLANKENESE. Bei der Kollision mit einem Containerschiff ist eine Hafenfähre auf der Elbe in Hamburg massiv beschädigt worden. Die 'Finkenwerder' sei ein "wirtschaftlicher Totalschaden", sagte ein Polizeisprecher. Menschen wurden bei der Kollision am Anleger Blankenese am Samstag nicht verletzt.

(Letztes Update am 10. Februar um 20.01 Uhr: Details zur Kollision und zum Schaden hinzugefügt.)

Die Aufnahmen aus dem Handyvideo lassen den Atem stocken: Auf der Elbe treibt ein 400 Meter langer Containergigant bedrohlich auf den Anleger Blankenese zu. Tatsächlich kriegt die „Ever Given“ der Reederei Evergreen die Kurve nicht mehr ganz, rammt mit der Steuerbordseite eine Hadag-Hafenfähre, die am Ponton vertäut ist.

Für einige bange Momente sieht es an diesem Sonnabendmorgen so aus, als würde der mehrere hunderttausend Tonnen schwere Koloss die Fähre „Finkenwerder“ wie ein Spielzeug zerdrücken und anschließend auf dem Ufer aufsetzen. In buchstäblich letzter Sekunde bugsieren der Schlepper am Heck sowie die Schiffsmaschinen den mächtigen Frachter zurück in die Fahrrinne. Während der Ozeanriese seine Fahrt in Richtung Elbmündung fortsetzt, atmen Augenzeugen am Strandweg auf. Einige haben die dramatischen Sekunden gefilmt.

Purer Zufall, dass es bei der ungleichen Kollision unterhalb des Süllbergs nur drei Leichtverletzte gab. An Bord der 25 Meter langen „Finkenwerder“ waren gegen 9.45 Uhr noch keine Fahrgäste, aber drei Besatzungsmitglieder. „Unsere Mitarbeiter haben Schocks erlitten, sind sonst aber unverletzt“, sagte Hadag-Vorstand Tobias Haack, der sich vor Ort ein Bild machte. Der Kapitän klagte über Schmerzen und kam vorsorglich ins Krankenhaus.

Der Fähre droht die Verschrottung, die Aufbauten sind erheblich deformiert. Haack: „Der Schaden ist gewaltig.“ Die Polizei sprach von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“. Auch der Ponton unterhalb des Süllbergs ist schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei sperrte den Zugang für die Öffentlichkeit.

Großschiffe könnten nicht einfach auf der Elbe stoppen, erklärte ein Polizeisprecher, warum die „Ever Given“ weiterfuhr. In Höhe Stade seien dann Beamte der Hamburger Wasserschutzpolizei an Bord gegangen, um noch während der Elbpassage die Ermittlungen aufzunehmen.

Gestern Abend lag das Schiff im Hafen von Rotterdam, wo es nun untersucht wird. Nach ersten Erkenntnissen hat der Containerriese nur Lackschäden davongetragen. Offen war, ob es vor Blankenese eine Grundberührung gab, bei einem Tiefgang von rund elf Metern durchaus wahrscheinlich.

Warum das Schiff vom Kurs abkam, war gestern Abend noch völlig offen. Erste Vermutungen, die Ruderanlage und/oder die Stromversorgung könnten ausgefallen sein, bestätigten sich zunächst nicht.

Kenner des Elbreviers vermuten, dass eine Mischung aus Wetterbedingungen und Unaufmerksamkeit zu dem Vorfall geführt haben könnte. Zur Unfallzeit herrschte ein leichter Sturm aus Südwest mit stärkeren Böen. Denkbar, dass die „Ever Given“ vom Wind aus der Ideallinie gedrückt wurde und die Verantwortlichen auf der Brücke darauf zu spät reagierten. Erste Ergebnisse der Ermittlungen will die Polizei heute mitteilen.

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