30.05.2020, 08:51
Feuer auf Betriebsgelände an der B 73 in Stade-Wiepenkathen

WIEPENKATHEN. Auf dem Gelände eines Gewerbebetriebes in Stade-Wiepenkathen ist am Sonnabendmorgen ein Feuer ausgebrochen. Garagen fielen den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehr konnte weitere Teile des Gebäudes und eine benachbarte Obdachlosenunterkunft schützen.


Um 6.13 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle den Alarm. Ein Werkfeuerwehrmann hatte den Brand auf dem Heimweg von der Bundesstraße 73 aus entdeckt. Dunkle Rauchwolken stiegen gen Himmel auf. Beim Eintreffen der Freiwilligen der Wiepenkathener Feuerwehr und der Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Stader Rettungswache schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Dach. Die Eternitplatten (Asbest) waren geborsten. Der Einsatzleiter, Wiepenkathens Ortsbrandmeister Jörg Bastian, ließ umgehend den Zug I der Stader Feuerwehr nachalarmieren. Rund 70 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Der Blick aus dem Drehleiter-Korb zeigt, welche Folgen das Feuer für das Gebäude hatte.

Zunächst war unklar, ob sich womöglich noch Landstreicher in dem Brandobjekt befinden. Deshalb kontrollierten die Feuerwehrleute das Gebäude, sie konnten schnell Entwarnung geben. Zeitweise waren fünf Trupps unter schwerem Atemschutz zeitgleich im Einsatz, um das Feuer von mehreren Seiten mit Wasser einzudämmen. Auch aus dem Korb der Drehleiter des Zuges I wurde gelöscht. Weil die Dachkonstruktion instabil war – Stahlträger hatten sich in Folge der enormen Hitzeeinwirkung bereits verformt und drohten einzustürzen – konnten die Einsatzkräfte nur von außen vorgehen. Feuerwehrleute, Notfallsanitäter und Polizisten evakuierten die Obdachlosenunterkunft und betreuten die Bewohner im Freien. Sie blieben unversehrt und konnten noch geistesgegenwärtig einen Pkw aus dem Gefahrenbereich fahren.

Einsatz durch Asbest gefährlich

Später setzten die Brandbekämpfer Schaum ein, um letzte Glutnester zu ersticken und die Brandstelle abzukühlen. Sie konnten ein Übergreifen des Feuers auf die anderen Bereiche des leerstehenden Komplexes eines längst abgewickelten Gewerbebetriebes verhindern. Mit einer Wärmebildkamera kontrollierten die Feuerwehrleute das Objekt auf versteckte Glutnester – Fehlanzeige. Auch die benachbarte Obdachlosenunterkunft blieb von dem Feuer verschont, die Bewohner konnten im Laufe des Einsatzes in ihre Räume zurückkehren.

Schaum wird eingesetzt, um letzte Glutnester zu ersticken und die Brandstelle abzukühlen.

Nach knapp zwei Stunden war der Einsatz beendet, die Nachlöscharbeiten zogen sich bis 8.15 Uhr hin. Wegen der Asbestkontamination legten die Feuerwehrleute, die dicht am Brandobjekt eingesetzt waren, ihre Schutzkleidung ab. Die Klamotten wurden in Plastiksäcken verpackt, sie werden in einer Reinigung nach einem speziellen Verfahren gesäubert. Die feinen Asbestfasern können sich in der Lunge festsetzen, sie gelten als hochgradig krebserregend. Durch das Umziehen an der Einsatzstelle verhinderten die Feuerwehrleute, dass die Einsatzfahrzeuge und Feuerwehrhäuser mit Asbest belastet werden.

Brandursache unklar

Warum das Feuer ausgebrochen ist, bleibt unklar. Beamte des Einsatz- und Streifendienstes und der Tatortgruppe der Stader Polizeiinspektion haben die Spuren des Brandes dokumentiert. Das Feuer ist mitten in dem Garagenkomplex ausgebrochen, in dem sich Möbel und Unrat befanden. Der Verdacht: Brandstiftung. Weitere Erkenntnisse werden erst von den Recherchen der Brandexperten der Stader Polizeiinspektion erwartet, die in den kommenden Tagen anlaufen werden. Zeugen können sich unter der Rufnummer 04141/102215 bei der Stader Polizei melden.

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