03.06.2020, 17:45
Feuer zerstört Reetdachhaus in Westerladekop

WESTERLADEKOP. Großeinsatz – für die Ortsfeuerwehren der Gemeinde Jork: Gegen 17 Uhr ist am Mittwoch der Blitz in das Reetdachhaus „Westerladekop 113“ eingeschlagen. Das Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert ging in Flammen auf.


Rund 180 Altländer und Buxtehuder Feuerwehrleute verhinderten, dass das Feuer auf die (teils reetgedeckten) Gebäude in der Nachbarschaft übergriff.Nachbarn hatten den Blitz in das Dach des Hauses einschlagen sehen.

Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen bereits bis zu 30 Meter hoch, das Großfeuer war selbst im Hamburg noch zu sehen. Nachbarn hatten während des Gewitters einen „Knall“ gehört, sie hatten durch das Fenster die Flammen im First entdeckt. Sie wählten sofort 112. Die Ortswehren Ladekop, Jork, Borstel, Estebrügge, Moorende und Königreich sowie Hove rückten aus. Der Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude unterstützte die Altländer mit der Drehleiter.

Die fünf in dem alten  Bauernhaus untergebrachten Arbeitskräfte (17 bis 67 Jahre alt, aus Polen, Litauen und Deutschland) eines Obstbauern konnten sich ins Freie retten. Während das brennende Reet herunterfiel, wollten zwei Erntehelfer zurück in das Haus, um ihre Habseligkeiten zu holen.

Unterstützt von der Drehleiter von Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude, verhindern 180 Feuerwehrleute aus der Gemeinde Jork bei dem Großeinsatz in Ladekop ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarschaft.

Keine Verletzten

Ladekops Ortsbrandmeister Jürgen Schacht verhinderte, dass sie verbrannten. DRK-Notfallsanitäter und der Notarzt des Elbe Klinikums in Stade untersuchten die Männer sicherheitshalber, sie blieben laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach unverletzt.
Die Einsatzkräfte verhinderten, dass das Feuer auf die teils reetgedeckten Wohnhäuser in der Nachbarschaft übergriff. Unter schwerem Atemschutz bekämpften Löschtrupps die Flammen. Die Feuerwehren verlegten mehrere 100 Meter Schläuche, um die Wasserversorgung sicherzustellen – auch aus der Westerladekoper Wettern pumpten sie Wasser zum Löschen zum Einsatzort. Später setzten sie Netzmittel ein, um die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern und so ein besseres Eindringen in die kokelnden Reet-Holz-Reste zu ermöglichen, sagte Feuerwehrsprecher Tim Ladwig.

Blick aus dem Drehleiterkorb auf die Ruine. Das Haus Westerladekop 113 ist einsturzgefährdet.

Schaden beträgt rund 500 000 Euro

Polizei und Gemeindebrandmeister Jens Lohmann bezifferten den Schaden auf rund 500 000 Euro, auch ein Generator und Fenster eines Nachbargebäudes hingen kaputt.
Tatortermittler der Polizei aus Stade nahmen noch vor Ort die Ermittlungen auf, Brandermittler werden die Brandstelle in den nächsten Tagen inspizieren. „Der Ausbruch des Feuers durch einen Blitzschlag kann derzeit nicht ausgeschlossen werden“, erklärte der Polizeisprecher unter Verweis auf das Gewitter und die Zeugen.
Die Straße Westerladekop musste voll gesperrt werden. Am Abend wurde die Ruine mit dem Bagger abgerissen. Der Eigentümer – wiederholt durch Feuer gebeutelt – wollte auf dem Grundstück 2018/2019 ein Erntehelfer-Haus im Altländer Stil mit Kunststoffreetdach („aus Brandschutzgründen“) für bis zu 60 Personen bauen, die in der Nachbarschaft umstrittenen Pläne zerschlugen sich letztlich.

Der Bagger rückt an und drückt den Schmuckgiebel aus dem 19. Jahrhundert in die Brandruine.

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