12.10.2019, 21:19
Feuerwehr und DLRG retten Kind von Kreuzfahrtschiff

STADE. Weil ein Kleinkind unter Atemnot litt, die an Bord nicht behandelt werden konnte, musste es am Sonnabend von Feuerwehr und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft vom Kreuzfahrtschiff Aida Perla an Land gebracht werden.


Das beleuchtete Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Rettungsaktion in Höhe des Anlegers Stadersand. Um 19.45 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises den Alarm. Der Schiffsarzt hatte entschieden, dass das Kleinkind in einem Krankenhaus auf dem Festland behandelt werden soll. Trotz der Gabe von Medikamenten an Bord litt es weiter an Atemnot. Die Feuerwehren aus Stade und Grünendeich sowie die Ortsgruppen Stade, Horneburg/Altes Land und Buxtehude der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) rückten aus.

Am Anleger in Stadersand nahmen die Stader Wasserretter der DLRG die Besatzung eines Rettungswagens der Johanniter-Unfallhilfe aus Stade an Bord des Wasserrettungsbootes Kiek ut und brachten die Notfallsanitäter zum Kreuzfahrtschiff. Die Stader Feuerwehr fuhr mit dem Hilfeleistungslöschboot Henry Köpcke einen Notarzt vom Buxtehuder Elbe Klinikum zu dem jungen Patienten. Einsatzleiter war der Stader Ortsbrandmeister Stephan Woitera.

Nach einer ersten medizinischen Versorgung brachten die DLRG-Wasserretter mit der Kiek ut schließlich Mutter und Kind zum Anleger in Stadersand. Von dort aus ging es für sie im Rettungswagen ins Stader Elbe Klinikum. Das Kleinkind war zu diesem Zeitpunkt bei Bewusstsein und nicht (mehr) in Lebensgefahr. Die Altländer Einsatzkräfte mussten nicht tätig werden. Einige Schaulustige verfolgten den Einsatz am Anleger in Stadersand.

Immer wieder Einsätze auf Kreuzfahrtschiffen

Das Kreuzfahrtschiff ist seit Mai 2017 in Dienst. Es ist 300 Meter lang, 38 Meter breit, hat einen Tiefgang von 8,25 Metern und fährt unter der Flagge Italiens. Die Aida Perla darf offiziellen Angaben zufolge 4 350 Passagiere an Bord nehmen. Das Schiff hatte am Sonnabendabend im Hamburger Hafen abgelegt. Es befindet sich auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden.

Immer wieder haben Feuerwehr und DLRG in den vergangenen Monaten schwer verletzte oder erkrankte Patienten von auf der Elbe fahrenden Kreuzfahrtschiffen gerettet. Das Besondere: Die Kreuzfahrtschiffe können nicht ohne Weiteres anhalten, weil dann auf der Elbe die Gefahr der Manövrierunfähigkeit bestünde. Die Übergabe des Patienten muss deshalb bei laufender Fahrt erfolgen. In diesem Fall war die Aida Perla dabei rund 10 Knoten (20 Stundenkilometer) schnell. Feuerwehr und DLRG in Stade verfügen dafür über speziell ausgestattete Einsatzboote.

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