21.04.2017, 18:48
Gastkolumne von Teja Adams - Unbedingt lesen*
Leserbrief

Ich habe Influencer…Warten Sie! Bevor Sie jetzt wegklicken, weil Sie denken: Ihh, Grippe! Kann ich gar nicht gebrauchen! Wer mag schon Fieber, Schüttelfrost und eine angeschwollene Nasenschleimhaut im April?! Geben Sie mir eine zusätzliche Zeile, um den Satz zu vervollständigen.

Ich habe Influencer als Thema für diese Kolumne gewählt. Haben Sie noch nie gehört? Macht nichts! „Influencer“ ist so ein grässliches Beispiel für Marketing-Sprech…äh…-Wording. Influencer sind nichts anderes als Meinungsführer oder Multiplikatoren. Menschen, die eine Bedeutung in unserer Gesellschaft haben, zu denen wir aufschauen oder an denen wir uns orientieren: Sportler, Stars, Politiker, Blogger und (wenn Sie wollen) auch Journalisten.

4,6 Millionen Influencer gibt es laut einer Studie der Macromedia Hochschule in Deutschland. Sie sind vor allem jung, männlich, berufstätig. Sie alle identifizieren sich stark mit den Marken, denen sie im Social Media-Bereich folgen und sind dort gleichzeitig gut vernetzt. Ein Traum für Marketing-Menschen. Aber halt eben auch ein Traum, der nicht immer in Erfüllung geht. Denn: Die Herausforderung aus Werber-Sicht liegt darin, die Menschen zu finden, die das passende Netzwerk haben, die groß genug sind und - am wichtigsten - für Geld bereit sind, mehr oder weniger offensichtlich werblich über ein Produkt zu berichten. Auf YouTube sind viele es inzwischen gewohnt, dass Star-Schminkerin XY darauf aufmerksam macht, dass dieser eine Lippenstift ja besonders toll ist. Irgendwo klein in der Ecke steht dann „Mit freundlicher Unterstützung von Firma XY“. Doch dieses Bewusstsein ist nicht bei allen Zuschauern immer vorhanden - und das ist ein Problem: Denn der Vorwurf von Schleichwerbung wartet direkt hinter dem nächsten Video - und viele Erkennen diese nicht als solche. Und eine entsprechende Gesetzgebung? Fehlt. Und das obwohl hier inzwischen richtig viel Geld investiert wird.

Online-Werbung ist näher an der Zielgruppe

Macht auch Sinn. Warum für viel Geld eine halbe Stadt zuplakatieren, wo von zehn potentiellen Kunden, die vorbeilaufen, sich höchstens drei für das Produkt interessieren und vielleicht einer sich die Web-Adresse dazu merkt? Online-Werbung ist viel effektiver, weniger Streuverluste, näher dran an der potentiellen Zielgruppe - Facebook hat es mit seinem Wissen über uns zur Perfektion getrieben. Jedes Like, jede Interaktion mit einem Inhalt sorgt dafür, dass Facebook uns besser kennenlernt. Wenn Sie die Daten-Macht von Facebook kennenlernen wollen, klicken Sie sich mal in den Werbeanzeigenmanager. Sie müssen noch nicht mal eine Anzeige kaufen, es reicht ein wenig mit den Parametern rumzuspielen, um zu sehen, was möglich ist. 14-26-jährige Männer, die im Umkreis von 20km um Buxtehude wohnen, sich für Sport interessieren, Ihren direkten Konkurrenten kennen, aber Ihre Seite noch nicht gelikt haben? Kein Problem! Facebook sagt Ihnen direkt, wie viele Nutzer Sie so erreichen. Das Potenzial von Online-Werbung ist gigantisch. Blöd nur: Immer mehr Nutzer merken das, stören sich an der vielen Werbung und benutzen Werbe-Blocker.

Auftritt: Influencer. Sie können Produkte deutlich subtiler vermarkten – und zielgerichteter. Also passen Sie auf, wenn Ihr Nachbar demnächst auffällig oft den neuen Rasenmäher bei Facebook lobt. Er könnte einer von 4,6 Millionen sein.

* Der Autor wurde für diese Kolumne vom TAGEBLATT bezahlt.

An dieser Stelle schreiben jeden Sonnabend Autoren aus der Region zu einem selbst gewählten Thema. Im Autoren-Pool sind unter anderem Christiane Oppermann, Andrea Reidel, Christian Poppe, Dieter Hünerkoch, Marinus Bester, Heiko Tornow, Oliver Kühn und Sebastian Andrae.

Leserbrief


Weitere Topthemen aus der Region:
  • 21.05.2017, AHLERSTEDT
    Plattschnacker fahren zum Entscheid nach Hannover
    Mehr
  • 30.04.2017, JORK
    Feuerwehren im Kreis setzen auf die Jugend
    Mehr
  • 29.04.2017, LANDKREIS
    Die Linke: Randy Orlovius will in den Landtag
    Mehr
  • 21.04.2017, LANDKREIS
    Zwei Motorrad-Liebhaber und ihre Ducatis
    Mehr
  • 19.04.2017, LANDKREIS
    Werkakademie: Wo Jobsuche zum Job wird
    Mehr
  • 14.04.2017, Landkreis
    Zehn Tipps für die Ostertage
    Mehr
  • 06.04.2017, SCHWINGERBAUM
    Bundesstraße 74 ist wieder frei
    Mehr
  • 05.04.2017,
    Neue TAGEBLATT-Mobilseite und E-Paper-App
    Mehr
  • 31.03.2017, Schwinge
    Korrektur: B 74 doch erst am 6. April wieder frei
    Mehr
  • 30.03.2017, FREDENBECK
    Bundesstraße 74: Bauarbeiten wahrscheinlich früher fertig
    Mehr