UPDATE
20.01.2020, 10:00
Gewalttäter verunglückt auf der Flucht bei Aspe

ASPE. Erst sticht er in Bargstedt auf seine Großmutter ein, dann flüchtet er und verunglückt bei Aspe: Die Polizei hat einen 23-Jährigen am Sonntagabend nach einem Familiendrama festgenommen.


(Update, 20. Januar, 17.30 Uhr: Details zum Angriff auf die Großmutter hinzugefügt)

Ein 23-Jähriger hat am Sonntagabend gegen 21.15 Uhr in einem gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus in Bargstedt seine 72-jährige Großmutter attackiert. Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach mitteilt, soll der junge Mann auf die ältere Dame eingeschlagen und mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Anschließend ergriff er mit einem Auto der Familie die Flucht. Die 72-Jährige konnte noch selbst einen Notruf absetzen. Nach der Erstversorgung durch die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Rettungswache in Bargstedt kam sie zur weiteren Behandlung ins Stader Elbe Klinikum.

Der 23-Jährige kam auf seiner Flucht auf der Landesstraße 123 zwischen Aspe und Kutenholz gegen 21.20 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache mit seinem VW Jetta nach rechts von der Fahrbahn ab, schleuderte durch den Grünstreifen, durchbrach einen Zaun und blieb auf einem angrenzenden Acker stehen. Der Spurenlage zufolge war er mit hoher Geschwindigkeit unterwegs.

Eine Nacht im Polizeigewahrsam

Andere Autofahrer, die auf der Landstraße unterwegs waren, setzten einen Notruf ab. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehr Aspe sowie die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Rettungswache in Bargstedt. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um den leicht verletzten Mann, sicherten die Unfallstelle ab und unterstützten später die Mitarbeiter des Abschleppdienstes beim Aufräumen und beim Abtransport des VW.

Ein Großaufgebot der Polizei rückte an der Unfallstelle an. Die Beamten dokumentierten die Spuren des Unfalls, durchsuchten den Wagen und befragten den Fahrer. Sie nahmen ihn fest. Er musste in die Stader Wache mitkommen. Die Nacht zu Montag verbrachte der 23-Jährige im Polizeigewahrsam. Er musste sich erkennungsdienstlichen Maßnahmen sowie Vernehmungen unterziehen. „Er machte keine weiteren Angaben zu der Tat und den vorliegenden Motiven“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Richter erlässt Untersuchungshaftbefehl

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade wurde er am Montagnachmittag einem Haftrichter beim Amtsgericht Stade vorgeführt. Der Richter erließ nach der Anhörung einen Untersuchungshaftbefehl. Der junge Mann wurde dann in eine niedersächsische Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Dem Vernehmen nach werfen die Ermittler ihm vor, dass er seine Großmutter töten wollte.

 

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