UPDATE
10.03.2019, 18:14
Großbrand in ehemaligem Getränkemarkt in Hollern-Twielenfleth

HOLLERN-TWIELENFLETH. Ein mehr als 100 Jahre altes Reetdachhaus ist am Sonnabend an der Hollernstraße in Flammen aufgegangen. Die Brandursache ist noch offen, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

(Letztes Update am 10. März um 18.12 Uhr: Informationen zur Brandermittlung hinzugefügt.)

Rund 160 Feuerwehrleute verhinderten unter Führung von Ortsbrandmeister Thomas Franz ein Übergreifen des Feuers auf die umliegenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Das Feuer im früheren Hollerner Getränkemarkt war am Sonnabend um 9.30 Uhr von einigen Anwohnern entdeckt worden, sie wählten sofort 112. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen alarmierte alle Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Lühe – außer Neuenkirchen. Letztere bildete die Notfallreserve für weitere Einsätze. Außerdem forderte der Disponent die Ortsfeuerwehr Stade und den Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Stade – wie bei Großfeuern üblich – zur Unterstützung an.

Rauchwolke stand mehrere 100 Meter hoch über der Hofstelle

Beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem Dach, eine mehrere 100 Meter hohe Rauchwolke stand über der Hofstelle an der Hollernstraße 133. Es war zeitweise gespenstisch dunkel auf dem Obstmarschenweg. Tiefschwarzer Rauch zog über die Straße, qualmendes Reet wehte über die Straße. Die Löschtrupps mussten zum Teil unter schwerem Atemschutz arbeiten. Bewohner der Ortschaft Hollern wurden auch über Rundfunkdurchsage aufgefordert, ihre Türen und Fenster geschlossen zu halten. Zeitweise war eine Evakuierung der Häuser in der Nachbarschaft im Gespräch.

„Der starke Wind begünstigte das schnelle Ausbreiten des Feuers“, sagte Einsatzleiter Thomas Franz. Innerhalb weniger Minuten wurde das Dach ein Raub der Flammen. Wiederholt fielen Teile des Dachstuhls laut krachend in sich zusammen. Das alte Wohn- und Wirtschaftsgebäude konnte nicht mehr gehalten werden, es brannte kontrolliert ab. Den Feuerwehrleuten gelang es allerdings, ein Ausbreiten des Brandes auf die parallel stehende Scheune des Getränkemarktes sowie die Wohn- und Wirtschaftsgebäude in der Nachbarschaft zu verhindern. Durch den Einsatz von Wasserwerfern („1000 bis zu 3000 Liter pro Minute“) und die Unterstützung durch die Drehleitern von Zug I und Zug II aus Stade bekamen die Kräfte aus Hollern-Twielenfleth sowie aus Stade, Grünendeich, Mittelnkirchen, Guderhandviertel und aus Steinkirchen das Großfeuer nach dem raschen Aufbau der Wasserversorgung schnell in den Griff.

Polizei bittet um Hinweise

Der Obstmarschenweg musste für mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Teile des Giebels der Ruine wurden sicherheitshalber mit einem Bagger umgelegt. Einsatzkräfte überzogen mit der Hilfe der Drehleiter von Zug II der Ortsfeuerwehr Stade die Brandruine zum Schluss mit einem Schaumteppich, um die letzten Glutnester zu ersticken. Der Einsatz war für die Stader nach mehr als fünf Stunden beendet, die Altländer mussten zum Teil länger bleiben.

Die Brandursache ist derzeit noch unbekannt. Polizeibeamte aus Stade und Horneburg sowie Tatortermittler aus Stade haben vor Ort erste Ermittlungen aufgenommen. Die Brandermittler werden das Gebäude in den nächsten Tagen unter die Lupe nehmen. Der Wohn- und der Wirtschaftsteil des Hollerner Getränkemarktes standen seit mehr als zwei Jahren leer. Die Hofstelle ist vor etwas mehr als einer Woche verkauft worden, Wohnbebauung ist geplant. Die Schadenshöhe wird auf 250 000 Euro geschätzt. Die Polizei bittet unter 0 41 41 / 102 - 215 um Zeugenhinweise zum Feuer.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand, zur Sicherheit der Feuerwehrleute und der Nachbarn waren Notfallsanitäter des DRK vor Ort, die durch die Bereitschaft der Johanniter aus Stade abgelöst wurden.

Es ist nicht das erste Großfeuer in diesem Bereich. Am 21. Juni 1873 brannten in Hollern gleich mehrere Wohnhäuser und Scheunen sowie eine Ölmühle und eine Schmiede ab. Zur Bekämpfung rückten seinerzeit neben der Wehr Hollern-Twielenfleth auch die Feuerwehren mit ihren Spritzen aus Stade, Steinkirchen, Mittelnkirchen, Jork und Borstel zur Bekämpfung an.

 

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