30.04.2020, 09:28
Großbrand zerstört Scheune auf Obsthof in Balje-Hörne

HÖRNE. In der Nacht zu Donnerstag ist eine Scheune auf einem Obsthof in der Ortschaft Hörne (Gemeinde Balje) in Flammen aufgegangen. 80 Freiwillige aus sieben Feuerwehren konnten ein Übergreifen des Brandes auf weitere Teile des landwirtschaftlichen Betriebes verhindern.


Um kurz vor 2 Uhr löste die Brandmeldeanlage auf dem Obsthof an der Straße Süderdeich-West in Balje-Hörne aus. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehren aus Balje-Hörne, Balje, Freiburg, Krummendeich, Oederquart und Geversdorf im Nachbarlandkreis Cuxhaven. Bereits auf der Anfahrt bemerkten die Hörner Einsatzkräfte einen Feuerschein auf dem Betrieb, berichtete der Sprecher der Feuerwehren in der Samtgemeinde Nordkehdingen, Egon Viehmann. Daraufhin rückte auch die Drehleiter vom Zug I der Stader Feuerwehr aus.

In dem ordentlich gefüllten Hackschnitzelbunker loderten die Flammen. Von mehreren Seiten bekämpften die Feuerwehrleute den Brand. Sie öffneten Teile der Hallenverkleidung, zogen die Hackschnitzel auseinander und löschten sie ab. Die Rauchentwicklung war enorm, teilweise mussten die Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz arbeiten. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, mussten sie mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen verlegen.

Fotovoltaikanlage stand unter Strom

Gefahr für die Einsatzkräfte ging von einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Scheune aus, erklärte Egon Viehmann. „Sie stand noch voll unter Strom.“ Mitarbeiter des Netzdienstleisters klemmten im Laufe der Nacht die Leitungen ab. Nach etwa fünf Stunden war der Brand weitestgehend gelöscht, ein Großteil der Freiwilligen konnte abrücken. Die Feuerwehr Balje-Hörne blieb für Nachlöscharbeiten vor Ort.

Mit ihrem schnellen Eingreifen konnten die Feuerwehrleute ein Übergreifen des Brandes auf angrenzende Bereiche des landwirtschaftlichen Betriebes vereiteln. So blieben etwa die Kühl- und Sortieranlagen unversehrt. Der Großbrand zeige einmal mehr, wie wichtig es sei, die von Brandmeldeanlagen ausgehenden Alarme ernstzunehmen, sagte Egon Viehmann. Das Feuer wäre in der Nacht ansonsten vermutlich erst deutlich später bemerkt worden und hätte schon einen weitaus größeren Schaden angerichtet.

Keine Verletzen

Der zweite Großbrand auf dem Obsthof hat wieder einen hohen Schaden verursacht. Foto: Viehmann
Verletzte waren bei dem nächtlichen Großeinsatz nicht zu beklagen. Die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes aus der Freiburger Rettungswache mussten nicht eingreifen. Den entstandenen Sachschaden bezifferte der Feuerwehrsprecher nach ersten Schätzungen auf 400.000 bis 500.000 Euro.

Wie es zu dem Brand kam, ist unklar. Ermittler des Einsatz- und Streifendienstes und der Tatortgruppe der Stader Polizei haben die Spuren des Feuers dokumentiert und die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Weitergehende Erkenntnisse werden jedoch erst von den Recherchen der Brandermittler der Stader Polizei erwartet, die nach Angaben des Sprechers der Stader Polizeiinspektion, Rainer Bohmbach, in den kommenden Tagen anlaufen sollen.

Zweites Großfeuer auf dem Obsthof

2016 hatte schon einmal ein Großfeuer auf dem Obsthof an der Straße Süderdeich-West schweren Schaden angerichtet. 170 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren waren im Einsatz, In der Nacht zum Himmelfahrtsfeiertag brannte eine Lagerhalle mit Maschinen und Holzpellets komplett nieder. Die Flammen zogen auch angrenzende Ferienapartments in Mitleidenschaft, damals entstand ein Millionen-Schaden.

Die Feuerwehren konnten das Wohnhaus, den Hofladen und das Café retten. Die Brandermittler hatten einen technischen Defekt in der Kühlanlage als Ursache für das Inferno ausgemacht. Die nach dem verheerenden Feuer neu aufgebauten Gebäudeteile blieben in der Nacht zu Donnerstag nach Feuerwehrangaben unversehrt.

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