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31.05.2020, 20:05
Großbrand zerstört Scheune in Drochtersen-Hüll
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DROCHTERSEN. Auf einem Hof im Drochterser Ortsteil Hüll ist am Sonntag ein Stall in Flammen aufgegangen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war bis tief in die Nacht vor Ort. Der Brand drohte auf das angrenzende Wohnhaus überzugreifen, das konnten die 150 Freiwilligen verhindern.


Um 16.25 Uhr gab die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle den Alarm. Ein 50 mal 20 Meter großer Stall an der Grünen Straße war in Brand geraten. Der Landwirt hatte bemerkt, dass Rauch aus dem Gebäude drang, und den Notruf abgesetzt. Es gelang ihm anschließend gerade noch rechtzeitig, fünf Kälber und einen Hund aus dem Stall ins Freie zu lassen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte loderten die Flammen bereits im Dachstuhl. Das Feuer breitete sich, angefacht vom Wind, rasend schnell über den Heuboden aus. Das trockene Heu, das in dem alten Bau als Isolierung diente, bot dem Feuer reichlich Nahrung.

Alle Feuerwehren der Gemeinde Drochtersen – die Feuerwehren aus Hüll, Drochtersen, Assel, Asselermoor, Dornbusch und Drochtersermoor – sowie die Drehleiter des Zuges I der Stader Feuerwehr waren im Einsatz. 150 Feuerwehrleute waren vor Ort. Unter schwerem Atemschutz bekämpften sie unter der Führung des Drochterser Gemeindebrandmeisters Peter Lühwink die Flammen, die immer wieder aus dem Dach schlugen. Das Fachwerkgebäude war nicht mehr zu retten. Auch eine Werkstatt, die sich in dem Stall befand, fiel den Flammen zum Opfer. Ein Dieselfass, das sich in dem Stall befand, musste von den Freiwilligen gekühlt werden. So konnten sie verhindern, dass es durchzündete.

Die Scheune ist nicht mehr zu retten. Auch die Drehleiter des Zuges I der Stader Feuerwehr ist in Hüll im Einsatz. Foto: Beneke

Um an ausreichend Löschwasser zu gelangen, verlegten die Einsatzkräfte mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen zu zwei Hydranten und einem Graben. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil ein starker Wind in die Brandstelle bließ und das Feuer immer wieder anfachte. Um an die Glutnester zu kommen, mussten die Feuerwehrleute große Teile des Daches des Stalles abdecken. Außerdem dauerte es Stunden, bis sie das glimmende Stroh auseinandergezogen und abgelöscht hatten. Die Crux: Der Heuboden war marode und einsturzgefährdet, sodass er von den Freiwilligen nicht betreten werden konnte.

Benachbartes Wohnhaus vorerst unbewohnbar

Die Feuerwehrleute schützten das benachbarte Wohnhaus erfolgreich vor den Flammen. Das Gebäude ist jedoch stark verraucht und bis auf Weiteres unbewohnbar, sagte der stellvertretende Gemeindebrandmeister der Drochterser Feuerwehren, Arnd König. Die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Verletzte waren während des Einsatzes nicht zu beklagen. Die vorsorglich mit einem Rettungswagen angerückten Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes mussten nicht eingreifen. Auch für die später eingetroffene Ablösung der Bereitschaft der Johanniter-Unfallhilfe war wenig zu tun.

Die Rauchentwicklung war enorm. Vorsorglich brachten Feuerwehrleute, unterstützt von Mitarbeitern des Hofes, acht Schafe von einer Wiese, über die stundenlang Rauchschwaden zogen, auf eine andere Fläche.

Sachschaden beträgt 300 000 Euro

Die Löscharbeiten zogen sich bis weit nach Mitternacht hin. Polizei und Feuerwehr schätzten den entstandenen Sachschaden auf rund 300 000 Euro, sagte der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Stade, Stefan Braun. Wie es zu dem Brand gekommen ist, blieb zunächst unklar. Die Tatortgruppe der Stader Polizeiinspektion war vor Ort und dokumentierte die Spuren des Feuers. Weitergehende Erkenntnisse werden erst von den Recherchen der Brandermittler der Polizei erwartet, die in der kommenden Woche anlaufen sollen. Zeugen, die Hinweise zum Brandausbruch geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0 41 43/ 91 23 40 bei der Drochterser Polizeistation zu melden.

Die Grüne Straße in Hüll war während der Löscharbeiten für den Verkehr voll gesperrt, zu größeren Behinderungen kam es dabei nicht.

 

 

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