11.10.2018, 15:23
Himmelpfortenerin leblos aufgefunden - Mitbewohner tatverdächtig

HIMMELPFORTEN. Eine 58-jährige Frau ist am Mittwochabend in Himmelpforten gewaltsam ums Leben gekommen. Die Polizei ermittelt gegen ihren 31-jährigen Mitbewohner. Er soll das Opfer getötet haben. Die Hintergründe des Falles sind noch unklar.

Am gestrigen Abend kurz nach 20.30 Uhr wurde der Polizei und dem Rettungsdienst von einem 31-jährigen Mann aus Himmelpforten gemeldet, dass er seine 58-jährige Mitbewohnerin leblos in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden habe. Feuerwehr und Notarzt Die sofort eingesetzten Mitglieder der AED Gruppe der Feuerwehr Mittelsdorf, der eingesetzte Stader Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens konnten der Frau allerdings nicht mehr helfen, sie war bereits vor Ort verstorben.

Zunächst deutete nach Darstellung von Polizeisprecher Rainer Bohmbach alles auf einen Unglücksfall hin. Der 31-jährige Himmelpfortener setzte am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr einen Notruf ab. Er habe seine 58-jährige Mitbewohnerin leblos in dem Fachwerkhaus an der Kreuzung Hauptstraße/Neukuhla gefunden. Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes, die Notfallgruppe der Feuerwehr Mittelsdorf und ein Notarzt vom Stader Elbe Klinikum eilten der Frau zu Hilfe. Sie konnten der Schwerverletzten allerdings nicht mehr helfen. „Sie war bereits vor Ort verstorben“, teilte Bohmbach mit.

Ermittler der Stader Polizeiinspektion befragten den 31-Jährigen. Die Umstände des Auffindens und die offenbar widersprüchlichen Aussagen des Mannes erhärteten bei den Beamten den Verdacht, dass es sich um ein Tötungsdelikt handeln könnte. Der Mitbewohner der Frau soll „erheblich unter Alkoholeinfluss“ gestanden haben. Die Polizisten nahmen ihn vorläufig fest, brachten ihn in die Stader Wache und später ins Stader Elbe Klinikum. Derweil nahmen Rechtsmediziner aus Hamburg den Fundort in Augenschein.

Obduktionsergebnis eindeutig

Im Institut für Rechtsmedizin in Hamburg erfolgte am Donnerstagvormittag die Obduktion des Leichnams. Die Untersuchung habe „zweifelsfrei“ ergeben, dass die Frau keines natürlichen Todes gestorben ist. Beamte des ersten Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizeiinspektion Stade und Mitarbeiter des Erkennungsdienstes haben daraufhin am späten Vormittag den Tatort nach Spuren abgesucht. In Schutzanzügen und mit Spezialgerät waren sie am Werk. Die Beamten haben das Wohnhaus am Mittag versiegelt.

Polizeisprecher Bohmbach hielt sich am Donnerstag mit Hintergründen zu dem Verbrechen bedeckt, sprach lediglich von einer „Beziehungstat“. Welche Verletzungen das Opfer aufwies und wie der mutmaßliche Täter vorgegangen sein soll, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. „Die Recherchen der Polizei zu den Umständen der Tat, deren Ablauf und dem möglichen Motiv dauern noch an“, sagte der Sprecher.

Der Tatort hinter hohen Bäumen: In diesem alten Fachwerkhaus an der Kreuzung Hauptstraße/ Neukuhla ist die 58-jährige Frau gestorben. Foto Beneke

Nachbarn zeigten sich indes überrascht von dem Verbrechen. Das Opfer und der mutmaßliche Täter haben offenbar sehr zurückgezogen gelebt. Das alte Fachwerkhaus mit dem mit Moos bewachsenen Eternitdach steht hinter hohen Bäumen und Sträuchern. Der Garten wirkt verwildert. Nichts deutet hier auf das Tötungsdelikt hin. Einige Fenster sind noch gekippt, die Tore der Garage geöffnet. Ein Hufeisen, gemeinhin als Glücksbringer bekannt, ziert den Eingang.

Der 31-jährige Tatverdächtige, der nicht mit der Toten verwandt sein soll, befindet sich zurzeit auf freiem Fuß. Der Mann ist als Kleinkrimineller polizeibekannt. Die Staatsanwaltschaft Stade prüft die Voraussetzungen, um einen Haftbefehl zu beantragen.

 

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