02.08.2020, 15:26
Jetski-Unfall in der Nacht bei Pagensand

LANDKREIS. In der Nacht zu Sonntag hat es auf der Elbe bei Pagensand einen schweren Unfall gegeben. Zwei Jetski-Fahrer erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Sie waren alkoholisiert gegen ein Hindernis geprallt.

Zwei Paare waren ersten Berichten zufolge in der Nacht mit zwei Jetskis auf der Unterelbe in Höhe der Insel Pagensand unterwegs. Nur eines kam unversehrt zurück. Die verbliebenen zwei Erwachsenen setzten gegen 1 Uhr einen Notruf ab, weil sie die 33-jährige Frau und den 45-jährigen Mann seit rund einer Dreiviertelstunde vermissten. Die Kooperative Regionalleitstelle West in Elmshorn (Schleswig-Holstein) alarmierte ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehr und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Auch aus Itzehoe, Pinneberg und Hamburg eilten Einsatzkräfte herbei. Beamte der Wasserschutzpolizei aus Brunsbüttel und Hamburg unterstützten den Einsatz. In der Dunkelheit der Nacht war die Suche ein schwieriges Unterfangen. Mehr als zehn Kleinboote und das Hamburger Polizeiboot „Afrikahöft“ waren vor Ort.

Schließlich forderten die Schleswig-Holsteiner auch Unterstützung aus dem Landkreis Stade an. Die hiesige Leitstelle in Stade-Wiepenkathen setzte ebenfalls ein Großaufgebot in Gang: Die Feuerwehren aus Dornbusch, Drochtersen und Stade sowie die Ortsgruppen Drochtersen, Stade, Horneburg, Buxtehude der DLRG waren im Einsatz. „Wir haben die Kräfte von der anderen Elbseite bei der Suche unterstützt“, sagt der Drochterser Feuerwehrsprecher Arnd König.

Unfallopfer schweben in Lebensgefahr

Die Einsatzkräfte entdeckten die Vermissten am Leitdamm dicht am Ufer der Elbinsel Pagensand. Die Frau soll vom Jetski geschleudert worden sein, sie soll leblos mit dem Kopf unter Wasser gelegen haben und musste reanimiert werden. Der Mann wies schwere Kopfverletzungen auf und befand sich noch auf dem Jetski. Mit Rettungsbooten brachten die Freiwilligen die beiden zunächst nach Kollmar im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein, von dort aus brachte sie der Rettungsdienst in Rettungswagen in Hamburger Spezialkliniken. Die beiden Unfallopfer schweben in Lebensgefahr. Die an Land zurückgebliebenen Freunde der Verunfallten wurden durch einen Notfallseelsorger betreut.
 
Das an der Unterwasserseite beschädigte Jetski wurde von den Einsatzkräften sichergestellt. Es wird jetzt von Spezialisten begutachtet. Offenbar ist es mit einem Hindernis im Wasser kollidiert. Die Wasserschutzpolizei Hamburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Unfallhergang ist noch unklar. Die beiden Unfallopfer „waren offenbar alkoholisiert“, sagt der Hamburger Polizeisprecher Florian Abbenseth. Sie sollen gegen kurz nach Mitternacht den Hafen von Kollmar mit dem Jet-Ski verlassen. Dann verliert sich ihre Spur. „Wer den Jetski zum Unfallzeitpunkt steuerte, ist bislang noch nicht geklärt“, sagt Abbenseth. Auch das Ergebnis der Blutproben steht noch aus.
 
Im Hamburger Hafen ist das Jetski-Fahren – die von einem Verbrennungsmotor angetriebenen Gefährte sind bis zu 100 Stundenkilometer schnell – nach Polizeiangaben grundsätzlich verboten, auf der Unterelbe nur außerhalb des Fahrwassers gestattet. „Bei Nacht und bei verminderter Sicht darf grundsätzlich nicht gefahren werden“, sagt Abbenseth. Auch unter dem Einfluss von Alkohol dürften solche Wassermotorräder nicht betrieben werden.
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