14.09.2017, 08:40
Landkreis: Herbststurm legt den Bahnverkehr lahm
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Ganz einfach: Für präventive Maßnahmen trägt jemand die Verantwortung und die Kosten. Im Notfall kommt die Feuerwehr - kostenlos.

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LANDKREIS. Sturmtief Sebastian hat am Mittwochnachmittag im Landkreis Stade für erhebliche Beeinträchtigungen im Zug- und Straßenverkehr gesorgt. Besonders gebeutelt waren wieder einmal die Pendler, die mit der S-Bahn und dem Metronom fahren wollten.

Umgestürzte Bäume und beschädigte Oberleitungen führten zu einer Sperrung der Strecke, die teilweise bis Donnerstagmorgen anhalten wird. Es war wie immer bei Unwettern im Kreis Stade: Der Sturm fegte durch und Bäume und Äste kippten auf die Bahngleise. Zwischen Dollern und Agathenburg wurden auf einer Länge von rund 500 Meter die Oberleitungen schwer beschädigt.

Einige Äste fingen Feuer, eine Rauchsäule war weithin sichtbar. Die Feuerwehren Agathenburg, Dollern und Horneburg rückten an. Die Bahnstrecke musste schon am Nachmittag zwischen den Bahnhöfen Stade und Buxtehude gesperrt werden. Wenig später war auch die Strecke zwischen Neugraben und Buxtehude betroffen.

Zunächst ging nichts mehr, der Metronom stellte seinen Betrieb – wie fast überall im Norden – ein. Bis gegen 18 Uhr mussten die Hamburg-Pendler wieder einmal befürchten, dass sie erst sehr spät nach Hause kommen werden – wie schon beim Sturm im Juni. Mit einem Unterschied: Weil damals Ferien waren, standen kaum Busse als Ersatz zur Verfügung, dieses Mal konnten Busse etwas schneller organisiert werden, dennoch stauten sich die Pendlerströme zunächst in Neugraben und ab 18 Uhr auch in Buxtehude, weil die S-Bahn bis Buxtehude wieder eingeschränkt mit nur 50 Stundenkilometern fahren konnte, aber nicht nach Stade.

Buxtehude am frühen Abend: Etwa 500 Menschen warten am Bahnhof auf Busse Richtung Stade.

Um 19.10 Uhr meldete der Metronom: „Auf der Strecke Stade-Cuxhaven fahren drei Busse als Ersatzverkehr. Bitte beachten Sie die langen Fahrzeiten.“ Und: „Wir gehen davon aus, dass die Sperrung erst heute Nacht/in den frühen Morgenstunden wieder aufgehoben wird.“ Gegen 19 Uhr zählten die TAGEBLATT-Reporter rund 500 wartende Menschen am Buxtehuder Bahnhof. Nahezu einhelliges Urteil der Befragten: Der Schienenersatzverkehr funktionierte wie immer: mehr oder weniger nicht sonderlich gut, so die Berichte der Pendler, die sich nahezu übereinstimmend wieder einmal über die miserablen Informationen der Bahn beklagten.

Neben dem Problem auf der Schiene gab es gestern auch Einsätze für die Hilfskräfte auf den Straßen, die von umgestürzten Bäumen teilweise blockiert waren. So wurde beispielsweise die Buxtehuder Straße in Stade (Ost-Umgehung) gesperrt, nachdem zunächst ein Baum die Fahrbahn blockierte und sich dann Auffahrunfälle ereignet hatten, weil Autofahrer waghalsige Wendemanöver unternahmen. In Gräpel meldeten Anwohner der Feuerwehr einen Baum, der auf ein Haus gestürzt war. Auch in Fredenbeck war ein Baum auf das Dach eines Hauses gefallen.

Auch in Buxtehude gab es Schäden und mehrere Einsätze der Feuerwehr. So beschädigte ein abgebrochener Teil einer großen Kastanie zwei vor dem „NSB-Hotel Navigare“ geparkte Fahrzeuge. Gleich nebenan drohte der dicker, angebrochener Ast auf dem Schulhof der Grundschule Harburger Straße ganz abzustürzen. Nachdem die Feuerwehrleute die Kinder erst einmal in die Innenräume der Schule geschickt hatten, wurde dieser Ast entfernt. Zum Teil reagierten auch die Schulen. Die Integrierte Gesamtschule in Buxtehude schickte aufgrund der Warnung vor orkanartigen Böen alle Schüler um 14.45 Uhr nach Hause.

Am Kälberweideweg drohte eine zwölf Meter hohe Birke mit einem einen Meter dicken Stamm umzukippen und musste von Feuerwehrleuten zersägt werden. Insgesamt bilanzierten die Feuerwehren noch am Abend über 120 Einsätze im Kreis. Die gute Nachricht: Nach Angaben der Polizei gestern Abend wurden im Kreis Stade keine Menschen verletzt. Allerdings dauerte der Sturm noch an. (bene, bv, kw, wst)

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Jochen Mextorf schrieb am 14.09.2017 07:48

Ganz einfach: Für präventive Maßnahmen trägt jemand die Verantwortung und die Kosten. Im Notfall kommt die Feuerwehr - kostenlos.

Uwe Staats schrieb am 14.09.2017 07:17

Warum wird aus den vergangenen Stürmen nie gelernt? Es kann doch nicht so schwer sein, Bäume und Büsche präventiv (!) soweit zu kürzen bzw. zu entfernen, dass sie den Bahnverkehr nicht mehr stören können. Im Augenblick ist doch nur eines klar: Der nächste Sturm wird kommen - und damit der nächste S-Bahn-Ausfall. Und dann gibt's die nächsten Großeinsätze - sowohl für die Feuerwehr, als auch für die Busfahrer.

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