20.01.2020, 23:18
Psychisch kranker Mann löst Großeinsatz im Altländer Viertel aus

STADE. Alarm im Altländer Viertel in Stade: Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückte am Montagabend zu einem Mehrparteienhaus an der Hohenfriedberger Straße aus. Dort sollte eine Wohnung brennen.


Ein Anwohner aus dem Wohnblock Hohenfriedberger Straße 5 hatte einen Notruf abgesetzt. Er behauptete, im zweiten Obergeschoss sollte eine Wohnung brennen. Ein Mann sollte sich noch in der Wohnung aufhalten und um Hilfe schreien. Er sollte das Feuer mit einem Flammenwerfer entfacht haben. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte um 19.23 Uhr beide Züge der Stader Schwerpunkt-Feuerwehr, mehrere Rettungswagen des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes, der Werkfeuerwehr des Chemieunternehmens Dow und einen Notarzt vom Elbe Klinikum. Auch mehrere Streifenwagen der Stader Polizei rückten aus.

Vor Ort stellten die Einsatzkräfte nach der Evakuierung des Hauses, in dem mehr als 50 Menschen wohnen, und einer Kontrolle der angeblich betroffenen Wohnung fest, dass es sich um einen böswilligen Alarm gehandelt hat. Ein offenbar psychisch kranker Mann hatte im Wahn von dem Wohnungsbrand erzählt und sich die Geschichte mit dem Flammenwerfer ausgedacht. Der Nachbar, der in der vermeintlich brennenden Wohnung eingeschlossen sein sollte, war gar nicht zu Hause. Die Feuerwehrleute konnten also schnell wieder abrücken. Der Anrufer kam zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik. Er ist Polizei und Rettungsdienst bereits aus früheren Einsätzen bekannt.

Der Gebäudekomplex an der Hohenfriedberger Straße gerät immer wieder ins Visier der Polizei. Im September 2019 haben sich drei Männer aus dem Drogenmilieu einen Streit geliefert. Ein 17-Jähriger kam bei der Messerstecherei ums Leben, ein 24-Jähriger und ein 37-Jähriger erlitten Verletzungen. Im Oktober 2018 geriet das Haus international in die Schlagzeilen. Zielfahnder hatten damals einen 20-jährigen Bulgaren einer Wohnung aufgespürt, der im Verdacht steht, eine bulgarische Fernsehjournalistin getötet zu haben. Er ist kurze Zeit später in sein Heimatland ausgeliefert worden. Der Mann hatte sich in der Wohnung von Verwandten versteckt.  

Der mutmaßliche Haupttäter des Raubmordes an einem Bützflether Fruchtgroßhändler vor dreieinhalb Jahren, ein 25-jähriger Deutsch-Libanese, lebte ebenfalls im Altländer Viertel. Auch ein Enkel des Ermordeten, der an der Tat beteiligt sein soll, wohnte dort.

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