16.10.2018, 13:49
Metronom überfährt 16-jährige Schülerin am Brunnenweg
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STADE. Ein Metronom-Zug hat am Montagmittag am Bahnübergang Brunnenweg in Stade-Hahle eine 16-jährige Schülerin erfasst. Sie verstarb noch an der Unfallstelle. Die Jugendliche hatte laut Polizei trotz geschlossener Schranken mit ihrem Fahrrad die Gleise betreten.

(Letztes Update am 15.10 um 17.13 Uhr: Weitere Informationen zum Unfallhergang hinzugefügt.)

Das Unglück ereignete sich gegen 13 Uhr. Nach Angaben von Polizeisprecher Rainer Bohmbach war die 16-jährige Staderin mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause. Sie wollte den mit Andreaskreuz und Ampelanlage sowie Halbschranken gesicherten Bahnübergang passieren. Doch weil Züge herannahten, waren die Schranken geschlossen. „Sie ließ einen Metronom in Richtung Stade durchfahren und betrat dann trotz noch geschlossener Halbschranke den Bahnübergang“, sagte Bohmbach. In dem Moment kam aus der Gegenrichtung ebenfalls ein Metronom, der in Richtung Cuxhaven unterwegs war. Die 16-Jährige habe den Zug aus Stade, der aus einer mit Sträuchern und Bäumen bewachsenen Kurve heraneilte, vermutlich nicht oder zu spät gesehen.

Der 36-jährige Lokführer aus Cuxhaven konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Er setzte noch ein akustisches Warnsignal ab und leitete aus einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 km/h heraus eine Vollbremsung ein. In dem Streckenabschnitt sind die Züge mit bis zu 120 km/h unterwegs. Der Zug traf die Schülerin und ihr Fahrrad. Sie flog rund 50 Meter weit durch die Luft und blieb im Gleisbett liegen. Weitere Schülerinnen, die ebenfalls mit ihren Fahrrädern den Brunnenweg entlang nach Hause fuhren, sahen die 16-Jährige wenige Augenblicke nach dem Unfall auf den Schienen liegen. Feuerwehrleute und Notfallsanitäter des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) kümmerten sich um die aufgelösten Kinder und Jugendlichen.

Ein Notarzt vom Stader Elbe Klinikum und Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des DRK, die mit zwei Rettungswagen angerückt waren, konnten der Jugendlichen nicht mehr helfen. Sie erlag noch vor Ort ihren schweren Verletzungen.

Einsatzkräfte stehen am Bahnübergang in Hahle. Foto: Vasel

25 Einsatzkräfte von Zug I der Stader Schwerpunkt-Feuerwehr sperrten den Bahnübergang weiträumig ab. Weil die rund 130 Fahrgäste zweieinhalb Stunden lang in dem Metronom ausharren mussten, versorgten die Feuerwehrleute sie mit kalten Getränken. Notfallseelsorger aus der Hahler Markuskirchengemeinde betreuten die Angehörigen des Unfallopfers, die an der Unfallstelle erschienen waren, in einem nahegelegenen Café. Der Zugführer erlitt einen Schock und benötigte ebenfalls seelsorgerischen Beistand durch einen Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams der Johanniter.

Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn ließ den Metronom von einem anderen Zugführer gegen 15.30 Uhr voll besetzt in den Stader Bahnhof zurückfahren. Die Bahnstrecke zwischen den Stationen Stade und Cuxhaven war für zweieinhalb Stunden voll gesperrt. Verletzte unter den Fahrgästen gab es nicht. Das Metronom-Personal hat die Passagiere aber offenbar unzureichend über den Unfall und die verspätete Weiterfahrt des Zuges informiert. Einsatzkräfte berichteten von einer „starken Unruhe“ unter den Reisenden.

Ermittler der Stader Polizei und der Bundespolizei haben die Spuren des Unfalls dokumentiert. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 zu melden.

 

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