09.01.2019, 03:15
Sturmeinsatz: Baum stoppt S-Bahn kurz vor Dollern

DOLLERN. Ein umgekippter Baum hat in der Nacht zu Mittwoch die vorletzte S-Bahn vor Dollern gestoppt – eine Folge des Sturms.

Eigentlich hätten die Bahnreisenden bereits um 0.29 Uhr in Stade einfahren sollen. Erst um kurz nach zwei Uhr durften sie nach dem Okay des Notfallmanagers den Zug verlassen. Feuerwehrleute evakuierten die S-Bahn. Die fuhr erst um sieben Uhr morgens wieder regulär.

Der Baum war offenbar durch den Sturm umgekippt – auf Höhe eines verfallenen Bahnhäuschens am Ellerbruch zwischen Horneburg und Dollern. Der Triebwagen erfasste den Baum frontal, die Scheibe ging zu Bruch. „Zum Glück war es die vorletzte Bahn“, betonte der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG. Der Triebfahrzeugführer habe aufgrund der Kollision einen Nothalt einleiten müssen. Er blieb nach Angaben von Bundespolizei und Notfallmanager unverletzt. Auch die rund 15 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon, hieß es. Der Bahnverkehr wurde in dem Bereich kurz nach Mitternacht in beide Richtungen eingestellt.

Der Bahn-Mitarbeiter habe den Unfall um 0.18 Uhr gemeldet. Lange habe die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben noch gehofft, dass der Zug bald weiterfahren könne. So mussten die 15 Fahrgäste erst einmal im Zug ausharren. Erst um 1.50 Uhr zog die Bahn die örtliche Feuerwehr hinzu. Die 20 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Dollern mussten die liegengebliebene S-Bahn erst suchen, denn der in der ersten Alarmmeldung genannte Bahnübergang Heuweg liegt 800 Meter weiter nördlich.

Die S-Bahn wurde in tiefster Dunkelheit – im Schein von Taschenlampen – evakuiert. Die Feuerwehrleute legten Leitern an und halfen beim Aussteigen. Mit dem Taxi ging es weiter gen Heimat.

Baum wurde zerlegt

Rund 20 Feuerwehrleute aus Dollern waren unter Führung von Ortsbrandmeister Manuel Buuck im Einsatz. Nach der Evakuierung zerlegten sie den Baum. Auch die Bahnstrecke lag auf Höhe des Ellerbruchs in völliger Dunkelheit. Die Bahnerdungsgruppe musste nicht mehr loslegen, die Oberleitung war kurz nach der Unfallmeldung abgeschaltet worden und „ohne Strom“. Trotzdem: Auch nach dem Abschalten liegen noch mehrere 1000 Volt an Reststrom auf der Leitung. Lebensgefahr. Gegen drei Uhr rückte die Feuerwehr ab.

Die S-Bahn meldete auf Twitter erst am Mittwochmorgen einen eingleisigen Bahnverkehr, um Mitternacht gab es vonseiten der Deutschen Bahn AG und ihrer Tochterunternehmen im Netz keinerlei Informationen für ihre Kunden. Morgens kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Ein Buszusatzverkehr war in den frühen Morgenstunden eingerichtet worden. Gegen 7.12 Uhr verkündete die Verkehrsgesellschaft Start, dass die Strecke wieder zweigleisig befahrbar ist. Im Vorfeld hatten Bahnarbeiter mit einem Turmtriebwagen die Oberleitung überprüft – und Äste entfernt, so eine Bahnsprecherin.

Wie berichtet, werden Bahn und weitere Eigentümer entlang der Bahnstrecke bis Ende Februar wieder mehrere Tausend Bäume fällen. Trotz alledem werden Bahnkunden auch in den kommenden vier Jahren damit rechnen müssen, dass Bäume auf die Gleise der Bahnstrecke „Harburg – Stade“ fallen. Erst dann soll die Strecke baumfrei sein.


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