UPDATE
06.09.2019, 15:51
Toter nach Feuer auf Frachtschiff

HöRNE. Großeinsatz auf der Elbe vor Balje-Hörne: Auf dem Frachter „Kelly“ ist am Freitag ein Feuer ausgebrochen. Ein Besatzungsmitglied starb bei dem Unglück, zwei weitere kamen mit schweren Verletzungen in Spezialkliniken.


(Letztes Update am 6. September um 19.16 Uhr: Bildergalerie hinzugefügt.)

Der Brand soll am frühen Nachmittag im Maschinenraum des Schiffes „Kelly“, das unter der Flagge Maltas fährt, entstanden sein. Das teilte der Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven, Timo Paechnatz, am Abend mit. Der 132 Meter lange und 16 Meter breite Frachter mit einer Tragfähigkeit von 10 000 Tonnen war auf dem Weg von Rotterdam nach Kaliningrad. Der Kapitän wollte die 2004 erbaute „Kelly“ in den Nord-Ostsee-Kanal steuern, als er das Feuer bemerkt hat.

Kurz hinter der Ostemündung in Höhe der Tonne 53 zwischen Balje-Hörne und Krummendeich gelang es ihm, den Anker zu werfen. An Bord des Schiffes sollen sich zu diesem Zeitpunkt 13 Besatzungsmitglieder und ein Lotse befunden haben. Ein Großaufgebot an Rettungskräften von beiden Elbseiten rückte aus. Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und der Schlepper „Parat“ erreichten als Erste den Havaristen.

Sie brachten eine Brandbekämpfungseinheit aus Brunsbüttel und Rettungsdienstkräfte aus Cuxhaven an Bord. Sie kümmerten sich um die Besatzung. Die Besatzung hatte eine schwarze Rauchwolke bemerkt, den Maschinenraum betreten und sofort mit den Löscharbeiten begonnen. Für einen Bootsmann kam jede Hilfe zu spät, er erlag seinen schweren Verletzungen. Mit einem Arbeitsboot und einem Rettungshubschrauber kamen zwei weitere schwer verletzte Besatzungsmitglieder von Bord, sie werden jetzt in Spezialkliniken behandelt.

Blick vom Stader Feuerwehrboot Henry Köpcke auf die Einsatzstelle. Fotos: Feuerwehr Stade

Im Landkreis Stade hatte die Leitstelle die Feuerwehren Balje-Hörne, Krummendeich, Oederquart, Bützfleth und Stade mit Booten und Wechselladern alarmiert. Außerdem waren die Schiffsbrandbekämpfungseinheit der Stader Stadtfeuerwehr mit Einsatzkräften aus Stade, Hagen, Bützfleth, Bützflethermoor und Wiepenkathen sowie die Ortsgruppe Drochtersen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und die Notfallsanitäter der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Freiburg mit einem Rettungswagen im Einsatz. Das Hilfeleistungslöschboot „Henry Köpcke“ war vor Ort, der Löschschlepper „Bützfleth“ befand sich im Industriehafen in Bereitschaft.

Der Fernmeldezug der Kreisfeuerwehr mit dem Einsatzleitwagen II zur Koordination der Kommunikation und der Bezirks-Führungsdienst der DLRG unterstützten die Rettungskräfte vor Ort. Beamte der Wasserschutzpolizei sicherten den Einsatz mit dem Küstenstreifenboot „Bürgermeister Weichmann“ ab. Spezialeinheiten zur Schiffsbrandbekämpfung von Feuerwehren in Brake und Nordenham befanden sich vorsorglich in Bereitschaft. Auch von schleswig-holsteinischer Seite kam Verstärkung.

Das Havariekommando – eine gemeinsame Behörde des Bundes und der vier Küstenbundesländer mit Sitz in Cuxhaven – hat die Einsatzleitung übernommen. Am Abend hatten die Feuerwehrleute die Flammen gelöscht. Wie der Brand ausgebrochen ist und warum die Besatzung zu Schaden kam, blieb bis Redaktionsschluss unklar, die Ermittlungen laufen auch Hochtouren. Um den Havaristen zu sichern, sind mehrere Schlepper vor Ort. Die Stabilität des Schiffes ist nicht gefährdet. Der Schiffsverkehr auf der Elbe ist durch die Havarie nicht beeinträchtigt.


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