14.10.2019, 10:35
Umweltverschmutzung in Harsefeld: Flüssigkeit illegal in Gully entsorgt

HARSEFELD. Unbekannte haben am Wochenende eine größere Menge an Heizöl oder Diesel in den Rellerbach in Harsefeld geleitet. Die Feuerwehr musste Ölsperren verlegen, um ein Abfließen des Schmierfilms in die Aue zu verhindern.


Eine Anwohnerin hatte am Sonntagnachmittag bei einem Spaziergang den Schmierfilm im Rellerbach am Harsefelder Klosterpark bemerkt. Außerdem nahm die Frau einen stechenden Geruch war.

Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehr Harsefeld, die sich unter der Führung von Ortsbrandmeister Olaf Jonas der Umweltverschmutzung annahm. Die Freiwilligen verlegten erste Ölsperren am Rellerbach und kontrollierten die Zuläufe. Sie konnten jedoch die Herkunft des Schmierfilms zunächst nicht feststellen.

Durch diesen Gully sind die Schadstoffe ins Abwasser gelangt.

Zur Verstärkung rückten der Führungsdienst Umwelt der Kreisfeuerwehr sowie Ermittler des Polizeikommissariates Buxtehude und des Umweltamtes des Landkreises an. Außerdem brachten die Feuerwehrleute vom Zug II der Stader Feuerwehr mit einem Wechsellader weitere Ölsperren und Fleece, mit dem der Schmierfilm aufgesogen werden soll. Die Freiwilligen verlegten die Ölsperren und das Fleece. Außerdem kontrollierten sie die Gullys und Schächte an der Kirchenstraße und an der Schulstraße.

Eigentümer beteuert Unschuld

Dabei stießen sie auf einen Gully auf dem Hof einer Bastler-Werkstatt an der Ecke Schulstraße/ Kirchenstraße. Im Umfeld zeigte sich ein Schmierfilm, der Gully war verdreckt. Offenbar handelt es sich um die Stelle, an der Unbekannte den Diesel oder das Heizöl illegal entsorgt haben. Literweise ist es offenbar über Stunden in den Rellerbach geflossen.

Der Eigentümer der Werkstatt beteuerte gegenüber den Beamten, nichts mit der Umweltverschmutzung zu tun zu haben. Das Gelände ist frei zugänglich. Die Feuerwehrleute nahmen Proben, die Polizei wird sie untersuchen lassen.

Der Leiter der Umweltzüge der Feuerwehr, Holger Hase , nimmt eine Probe. Foto: Beneke

Polizei und Umweltamt werden versuchen, den Verursacher ausfindig zu machen. Zeugen können sich beim Buxtehuder Polizeikommissariat unter der Rufnummer 04161/ 647115 melden. Die Ermittler haben ein Strafverfahren nach dem Umweltrecht eingeleitet.

Kosten für Einsatz sollen Verursacher in Rechnung gestellt werden

Außerdem werden Samtgemeinde und Landkreis dem Verursacher die Kosten für den Einsatz in Rechnung stellen. Harsefelds Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann (parteilos) begleitete den Einsatz. Polizei und Umweltamt haben die Ermittlungen aufgenommen. Neben einem Strafverfahren geht es auch darum, wer die Kosten des Einsatzes zu tragen hat. Er ließ zur Unterstützung der Feuerwehrleute die Mitarbeiter des Bauhofes anrücken, die beim Kontrollieren der Schächte geholfen und die Einsatzstelle abgesichert haben.

Am Abend kamen Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Scheeßel, um den verunreinigten Schacht zu säubern. Zuvor hatten die Feuerwehrleute dort bereits Ölbindemittel gestreut. Nach rund vier Stunden war der Einsatz beendet.

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