UPDATE
20.05.2019, 15:11
Verdächtiger Ehemann nimmt sich das Leben

WISCHHAFEN/ NORDERSTEDT. Der 52-jährige Mann, der in der Nacht von Freitag auf Sonnabend seine 31-jährige Ehefrau in Wischhafen getötet haben soll, ist tot. Spaziergänger fanden seinen Leichnam in einem Gebüsch in Norderstedt.

(Letztes Update am Montag, 20. Mai um 19.07 Uhr: Details zum Fund wurden hinbzugefügt.)

Am Montagvormittag gegen 9 Uhr stieß ein Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war, in einem Gebüsch an der Ulzburger Straße in Norderstedt (Schleswig-Holstein) auf einen leblosen Körper. Notarzt und Notfallsanitäter konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Ermittler der Polizei nahmen den Leichnam und den Fundort in Augenschein. Nach fünfeinhalb Stunden habe sich „letztendlich zweifelsfrei herausgestellt, dass es sich bei dem Toten um den hier unter dringendem Tatverdacht gesuchten Jens Becker handelt“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Dem Vernehmen nach hat sich der 52-Jährige selbst das Leben genommen. „Ein Fremdverschulden wird durch die zuständigen Ermittler ausgeschlossen“, sagt Bohmbach. Nach TAGEBLATT-Informationen hat sich der Mann erschossen und dabei dieselbe Waffe benutzt, mit der er seine getrennt von ihm lebende Ehefrau und deren Schäferhündin getötet haben soll. Die Waffe wird nun kriminaltechnisch untersucht, um Gewissheit zu bekommen. Die Ulzburger Straße ist eine Hauptstraße mit vielen Wohn- und Geschäftshäusern, die mitten durch Norderstedt führt. Was den Toten nach Norderstedt verschlagen hat, ist der Polizei bisher nicht bekannt. Er habe keinen Abschiedsbrief hinterlassen, sagte der Polizeisprecher auf Nachfrage.

Tatverdächtiger hatte keine Vorstrafen

Nach dem von dem Tatverdächtigen genutzten schwarzen Dodge Journey mit dem Kennzeichen PI-KJ 2112 sucht die Polizei weiterhin. Den Geländewagen konnten die Ermittler bislang weder in Wischhafen noch in Norderstedt finden. Zeugen, die Hinweise zu den Taten oder dem Fahrzeug machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 bei der Stader Polizei zu melden.

Der 52-Jährige, der nach der Trennung von seiner 21 Jahre jüngeren Frau im Raum Pinneberg gelebt hat, war nicht vorbestraft. „Er war bei uns nicht bekannt“, erklärte Bohmbach. Die Ermittler waren sich schnell sicher, dass er hinter der Tat steckte. Am Wochenende veröffentlichten sie einen Fahndungsaufruf mit seinem Namen und dem Kennzeichen seines Autos.

Die 31-jährige Wischhafenerin war, wie berichtet, am Sonnabend nicht zur Arbeit erschienen. Angehörige hatten daraufhin die Polizei verständigt. Weil niemand öffnete, mussten Feuerwehrleute die Tür gewaltsam öffnen. Die Einsatzkräfte fanden sie am späten Nachmittag tot und blutüberströmt in ihrem Wohnhaus am Hollerdeich. Notarzt und Notfallsanitäter konnten nichts mehr für sie tun. Früh war den Polizisten klar, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Auch die Schäferhündin lag tot in dem Haus.

Die konkreten Hintergründe der Tat bleiben weiter im Dunkeln. „Es wird kein Gerichtsverfahren geben“, sagte Bohmbach. Die Beamten seien sich jedoch sicher, dem 52-Jährigen das Tötungsdelikt „anhand von Sachbeweisen“ zweifelsfrei nachweisen zu können.

Die Getötete, die seit etwa zwei Jahren in Wischhafen gewohnt haben soll, scheint wenig Kontakt zu den Nachbarn gehabt zu haben. Sie war offenbar auch nicht im örtlichen Vereinsleben eingebunden. „Ich habe sie nicht gekannt und kann zu der Person nichts sagen“, erklärte Bürgermeister Bernd Tietje auf Nachfrage.

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